Panzer-Sommerwurz
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Panzer-Sommerwurz | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Orobanche artemisiae-campestris | ||||||||||||
| Vaucher ex Gaudin |
Die Panzer-Sommerwurz (Orobanche artemisiae-campestris Vaucher ex Gaudin, Syn.: Orobanche loricata Rchb.), auch Beifuß-Sommerwurz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sommerwurzen (Orobanche) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
Beschreibung
Die Panzer-Sommerwurz ist eine 8 bis 40 cm hohe, parasitäre Pflanze. Sie parasitiert auf dem Feld-Beifuß (Artemisia campestris). Der Stängel ist meist bräunlich, teilweise auch violett überlaufen und dunkler als die Krone.
Die Tragblätter sind etwas so lang wie die Unterlippe der Krone. Der Blütenkelch besteht aus zwei frei stehenden Hälften, die bis weit unter die Mitte zweigezähnt und pfriemlich sind. Die Krone ist gelblichweiß, die Narbe ist bräunlichviolett, der Griffel ist reichlich drüsig behaart.
Die Blütezeit ist Juni.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.[1]
Vorkommen
Die Art kommt in Mitteleuropa, Südeuropa und in Marokko vor. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Europa bis zum Kaukasusgebiet; sie fehlt aber in Großbritannien, Irland, Island, in Skandinavien, im Baltikum, Belarus und in der Türkei.[2] In der Schweiz kommt sie im Wallis und im Puschlav vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).[3] Innerhalb Deutschlands kommt die Art vor allem in Thüringen und Sachsen-Anhalt vor. Sie wächst auf sehr wärmebegünstigten, lückigen Trockenrasen und bevorzugt trockene, nährstoffarme Gips- und Muschelkalkböden. Sie kommt in Gesellschaften der Ordnung Festucetalia valesiacae vor.[1] Früher kam sie auch in Niederösterreich vor.[4]
Taxonomie
Die Panzer-Sommerwurz wurde 1829 von Jean François Aimée Gottlieb Philippe Gaudin in Flora Helvetica Band 4 Seite 179 bis 180 als Orobanche artemisiae-campestris erstbeschrieben. Gaudin hatte den Namen von Jean Pierre Étienne Vaucher übernommen. Ein Synonym ist Orobanche loricata Rchb.
Literatur
- Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
- Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.
Einzelnachweise
- ↑ a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 867.
- ↑ Orobanche artemisiae-campestris. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 29. Oktober 2025.
- ↑ Orobanche artemisiae-campestris Gaudin In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 9. April 2025.
- ↑ Andreas Fleischmann: Orobanche. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 707.
Weblinks
- Panzer-Sommerwurz. auf FloraWeb.de
- Panzer-Sommerwurz. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Orobanche artemisiae-campestris Gaudin In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
- Thomas Meyer: Sommerwurz Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)