Bartolomeo Mezzavacca
Bartolomeo Mezzavacca (* um 1340 in Bologna, Emilia-Romagna, Italien; † 20. Juli 1396 in Rom, Kirchenstaat) war ein italienischer Geistlicher, Theologe, Jurist und Kardinal der römisch-katholischen Kirche.
Leben
Bartolomeo Mezzavacca entstammte einer angesehenen Familie aus Bologna, die im Jahrhundert zuvor aus Parma eingewandert war. Er war der Sohn von Guglielmo und Tramontana de’ Garisendi und studierte kanonisches und ziviles Recht (utroque iure) in seiner Heimatstadt. Am 15. Oktober 1369 erhielt er von der Universität Bologna den Titel eines Doctor in utroque iure. 1371 wirkte er als Dozent an der Universität Bologna.
Am 16. Juni 1374 ernannte Papst Gregor XI. ihn zum Bischof von Ostuni. Als apostolischer Nuntius wurde er am 12. Oktober 1375 zusammen mit dem Bischof von Ascoli Piceno, dem Legum Doctor Pietro de Torricella, und Giovanni de Sant’Angelo von der Apostolischen Kammer beauftragt, von Bernabò und Galeazzo (II.) Visconti die Einhaltung der mit der Kirche geschlossenen Abkommen zum Frieden in der Lombardei zu erbitten, da unter anderem die Burgen des Bischofs von Luni noch nicht zurückgegeben worden waren, während die Männer von Galeazzo (II.) weiterhin in verschiedenen Städten und Diözesen wüteten.
Nach dem April 1378 ernannte der neugewählte Papst Urban VI. ihn zum Bischof von Rieti.
Am 18. September 1378 wurde er von Papst Urban VI. zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Marcello al Corso erhoben. 1380 legte er sein Amt als Bischof nieder.
Mezzavacca zeichnete sich durch juristische wie diplomatische Fähigkeiten aus und wurde von Papst Urban VI. unter anderem zur Verhandlung mit König Karl III. von Neapel über die Investitur des Königreichs Sizilien entsandt.
1383 geriet er in Konflikt mit Papst Urban VI. und wurde am 15. Oktober desselben Jahres seines Kardinalsrangs enthoben. Am 18. Dezember 1389 stellte ihn Papst Bonifatius IX. wieder her und verlieh ihm die Titelkirche San Martino ai Monti. Im Februar 1395 war er Kardinalprotopriester. Er scheint päpstlicher Legat in Genua und Viterbo gewesen zu sein.
Er starb im Sommer 1396 in Rom und wurde in der Basilika Santa Maria Maggiore bestattet.
Bedeutung
Mezzavacca war eine schillernde Figur im Pontifikat von Urban VI. und der Zeit des Abendländischen Schismas. Seine juristische Ausbildung und sein diplomatisches Wirken machten ihn zu einem wichtigen Akteur bei kirchlichen und politischen Verhandlungen. Der Konflikt mit Urban VI. zeigt zugleich die Spannungen in der Kurie jener Zeit.
Literatur
- Giuseppe Cappelletti: Le chiese d’Italia dalle loro origini sino ai giorni nostri. Band V. Venedig 1846. (u. a. Information zu Mezzavacca)
- Gaetano Moroni: Dizionario di erudizione storico-ecclesiastica da San Pietro sino ai nostri giorni. Band XLV. Venedig 1847.
Weblinks
- Eintrag zu Bartolomeo Mezzavacca auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Bartolomeo Mezzavacca auf gcatholic.org (englisch)
- Bartolomeo Mezzavacca. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
- Bartolomeo Mezzavacca. In: Dizionario Biografico degli Italiani (DBI).