Barszów
Barszów (deutsch Barschau) ist ein heute nicht mehr existierendes Dorf in Polen, das in der Woiwodschaft Niederschlesien im Kreis Polkowice in der Gemeinde Polkowice lag.
Geschichte
Das kleine Walddorf wurde im 13. Jahrhundert von deutschsprachigen Siedlern aus den Regionen Thüringen, Hessen und Franken angelegt, die vom Landesherrn zu deutschem Recht als freie Bauern angesiedelt wurden. Der schlesische Schriftsteller Józef Lompa erwähnte in dem 1847 in Głogówek veröffentlichten Buch Krótki Draw Jeografia Szląska dla Wiedzy initić den Ort; er schrieb, dass es dort ein „Institut für evangelische Damen“ gab. In dem Dorf befand sich ein Palais, in dem die italienische Ballerina Barbara Campanini 1789 das Fräuleinstift für adlige Mädchen gründete, es bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Im Mai 1939 hatte das Dorf 154 Einwohner, es gab einen Bahnhof.
Beim Vormarsch der Roten Armee am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Ende Januar/Anfang Februar 1945 große Teile des Dorfes zerstört und beträchtliche Waldbestände vernichtet. Die letzten deutschen Einwohner wurden 1947 durch die polnischen Behörden ausgewiesen. Seit 12. November 1946 hieß der Ort dann Barszów, in den 1970er Jahren wurde das Dorf zugunsten des Kupferbergbaus abgerissen.
Quellen
- Rozporządzenie Ministrów: Administracji Publicznej i Ziem Odzyskanych z dnia 12 listopada 1946 r. o przywróceniu i ustaleniu urzędowych nazw miejscowości (M.P. z 1946 r. nr 142, poz. 262).
- Państwowy Rejestr Nazw Geograficznych – miejscowości – format XLSX, Dane z państwowego rejestru nazw geograficznych – PRNG, Główny Urząd Geodezji i Kartografii, 5 listopada 2023, identyfikator PRNG: 1983
- Józef Lompa, Krótki rys jeografii Śląska dla nauki początkowej, Głogówek 1847, S. 15
- Barschau auf Lueben-damals.de
Koordinaten: 51° 31′ N, 16° 12′ O