Grabstelle Barbara Strigel
Bei der Grabstelle Barbara Strigel handelt es sich um die älteste namentlich zuweisbare Grabstätte in Weimar.
Grabstelle
Das Grab der 1552 verstorbenen Barbara Strigel befindet sich auf dem Jacobsfriedhof Weimar. Es ist dort die älteste namentlich bekannte Grabstätte; selbst noch vor der von Lucas Cranach, dem Älteren. Einzelheiten zu ihrer Bestattung ließen sich nicht finden, da die Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern Weimars erst 1579 beginnen.
Eine beschädigte Kupfertafel mit lateinischer Inschrift an der Südseite der Jacobskirche Weimar erinnert an sie.[1] Die Tafel befindet sich rechts derjenigen von Johann Karl August Musäus. In Übersetzung lautet der Text darauf:
- Die Franciscus zum Vater hatte und mit Victorinus verheiratet (war)
- Weggerissen mit Seufzen und Weinen - Beides nicht genug
- Barbara dem Friedensbringer Christus gleichgestaltet zurückgegeben
- Sie siegte und ging aus der Welt zu den kleinen Sternen
- Wahrlich seit langem mit ausdauernder Krankheit geplagt.
- Ertrug sie tapfer wie eine Heldenjungfrau das Joch
- Und sanft im Geist mit mächtigem Wort illustriert
- Sie bekannte mit Wort und Glauben den ewigen Gott
- Also ruht sie wie im süßen Schlaf beigesetzt
- Erwartend ewigen, nicht sterblichen Ruhm (Schmuck)
- Weiche Schmerz, sie wird Leben haben, das niemals sterblich ist
- In Christus gewirkt, der Herr ist über das Sterben
- Sie entschlief in Christus am 13. Tag des Monats Juli im Jahre des Herrn
- 1552.[2]
Barbara Strigel
Barbara Strigel, geb. Burchart, (geb. in Jena ?;[3] gest. 13. Juli 1552 in Weimar) war Tochter des kurfürstlich sächsischen und schmalkaldischen Rates Franz Burchart und Vizekanzlers unter Friedrich, dem Großmütigen, der in der sog. Herderkirche begraben liegt. Sie war ab 1549 mit dem Leipziger Professor der Theologie Viktorin Strigel verheiratet. Dieser war Freund Martin Luthers und Philipp Melanchthons.[4] Melanchthons Frau war ihre Taufpatin.[5] Barbara Strigel starb 1552 bei der Geburt ihres Kindes.
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 284 f.
- ↑ Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der Jakobskirchhof in Weimar. Königswinter 1998, Neuauflage: RhinoVerlag, Ilmenau 2010, ISBN 978-3-939399-07-0, S. 120 f.
- ↑ Ferdinand von Biedenfeld: Weimar – Ein Führer für Fremde und Einheimische durch die Stadt und ihre Umgebungen. Wilhelm Hoffmann, Weimar 1841 (Ausgabe von 1852, S. 32). Erwähnt ist hier nur, dass sie aus Jena sei.
- ↑ Henze/Schmidt (2010), S. 120 f.
- ↑ Thomas Pfundner: Strigel, Victorin. In: Neue Deutsche Biographie. 25 (2013), S. 555 f.