Barbara Paul
Barbara Paul (* 1960 in Darmstadt) ist eine deutsche Kunstwissenschaftlerin und Hochschullehrerin. Seit 2008 ist sie Professorin für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Moderne und Gender am Institut für Kunst und visuelle Kultur der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Leben
Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Theaterwissenschaft in München, Wien und Berlin, erfolgte 1990 ihre Promotion an der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation zum Thema Untersuchung zur Wissenschaftsgeschichte und Kunstpolitik um 1900. Es folgte von 1991 bis 1994 eine Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Philipps-Universität Marburg, 1994 bis 2001 wissenschaftliche Assistentin und Forschungsaufenthalte u. a. in Paris und New York. Mit einer Schrift zur Untersuchung zur Rezeptionsgeschichte feministischer Kunst der 1960er bis 1980er Jahre habilitierte sie sich 2001 an der Philipps-Universität Marburg. Von 2001 bis 2002 war Paul Vertretungsprofessorin an der Universität Marburg sowie Gastprofessorin für Gender Studies an der Universität Saarbrücken. Es folgte von 2003 bis 2008 die Stellung als Professorin für Kunstgeschichte und Kunsttheorie/Gender Studies der Kunstuniversität Linz. Seit Oktober 2008 ist Paul Professorin für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Moderne und Gender am Kulturwissenschaftlichen Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.[1]
Forschung und Lehre (Auswahl)
In einer aktuellen Vortragsreihe von Paul geht es um Kunst- und visuelle Kulturwissenschaften.[2] Es gibt wissenschaftspolitische, -historische und -theoretische Ansätze. Außerdem werden konkrete Analysen von audiovisuellen künstlerischen Arbeiten vorgestellt. Dabei geht es um Klassenfragen. Außerdem werden das Anthropozän und das Kapitalozän thematisiert.
Paul befasst sich ferner mit der Thematik der Körperlichkeiten und geschlechtlichen Identitäten sowie mit Maskerade und Cross-Dressing. Unter Anwendung einer intersektionalen Herangehensweise werden Kategorien wie Race, Klasse, Befähigung usw. berücksichtigt. Der Fokus liegt auf der Analyse von Geschlecht/ern in queer/end/en Kontexten.
Sonstige Aufgaben und Tätigkeiten (Auswahl)
- 2008 Leiterin des Instituts für Bildende Kunst und Kulturwissenschaften
- 2008 Mitglied des Senats
- 2006 Vorsitzende der universitätsweiten Curricula-Kommission
- 2006 Stellvertretende Leiterin des Instituts für Bildende Kunst und Kulturwissenschaften
- 2005 Leitung des neuen, mitbegründeten institutsübergreifenden wissenschaftlichen Masterstudiengangs „Medienkultur- und Kunsttheorien“ (mkkt)
- 2003 Leitung der Abteilung Kunstgeschichte und Kunsttheorie/Gender Studies.
Werke (Auswahl)
- Mit Andrea Seier: Betroffenheit. Praktiken der (Selbst-)Politisierung in Kunst und audiovisueller Kultur. Neofelis, Berlin 2024, ISBN 978-3-95808-433-9.
- Mit Corinna Bath und Silke Wenk: Geschlechterwissen in und zwischen den Disziplinen. Perspektiven der Kritik an akademischer Wissensproduktion. transcript, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-8376-5237-6.
- Mit Josch Hoenes u. a.: Perverse Assemblages. Queering Heteronormativity. Revolver Publishing Berlin 2017, ISBN 978-3-9576-3423-8.
- Mit Lüder Tietz: Queer as ... – Kritische Heteronormativitätsforschung aus interdisziplinärer Perspektive. transcript, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3249-1.
- FormatWechsel. Kunst, populäre Medien und Gender-Politiken / FormatChange. Wien 2008 ISBN 978-3-8544-9274-0.
Weblinks
- Literatur von und über Barbara Paul im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Prof. Dr. Barbara Paul - Carl von Ossietzky Universität
- Alles eine Frage der Klasse?! Intersektionale und queerende Perspektiven in den Kunst- und visuellen Kulturwissenschaften
Einzelnachweise
- ↑ Prof. Dr. Barbara Paul uol.de Abgerufen am 25. November 2025
- ↑ Alles eine Frage der Klasse?! Intersektionale und queerende Perspektiven in den Kunst- und visuellen Kulturwissenschaften Konzeption und Organisation Friederike Nastold und Barbara Paul