Barbara Kimenye

Barbara Kimenye (* 19. Dezember 1929 in Halifax; † 12. August 2012 in London) war eine britische Schriftstellerin.[1][2] Sie gilt als eine der populärsten und meistgelesenen Kinder- und Jugendbuchautorinnen Ostafrikas.[3] Ihre bekannteste Reihe ist Moses über einen schelmischen Internatsschüler.[4] Insgesamt veröffentlichte sie mehr als 50 Titel, die als Schullektüre in Ostafrika weite Verbreitung fanden.[3]

Leben

Kimenye wurde als Barbara Clarke Holdsworth in Halifax als Tochter eines westindischen Arztes und einer englischen katholischen Mutter geboren.[1] Sie besuchte die Keighley Girls’ Grammar School und ging anschließend nach London, um eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren.[1] In London heiratete sie William („Bill“) Kimenye aus Bukoba (damals Tanganjika), den Sohn eines lokalen Chiefs, und zog Mitte der 1950er-Jahre dorthin.[1] Nach der Trennung zog sie mit ihrem kleinen Sohn nach Kampala in Uganda, wo sie zahlreiche Bekannte aus ihrer Londoner Zeit wiedertraf.[1] Dort arbeitete sie unter anderem als Privatsekretärin des Kabaka von Buganda, Mutesa II., sowie als Journalistin für die Uganda Nation und als Kampala-Korrespondentin der kenianischen Daily Nation.[1] Im Jahr 1965 wechselte sie nach Nairobi und arbeitete weiter journalistisch, etwa für die Daily Nation und The East African Standard.[1] 1975 kehrte sie ins Vereinigte Königreich zurück und war in London als Race Relations Adviser beim Brent Council tätig.[1] 1986 zog sie nach Uganda zurück, lebte dort drei Jahre und zog 1989 wieder nach Kenia.[3] 1998 ließ sie sich endgültig in London nieder.[3] Ihr Sohn Christopher starb 2005.[1] Bei ihrem Tod hinterließ sie einen Sohn und eine Enkelin.[3]

Wirken

Bereits in Kampala begann Kimenye mit dem Schreiben; 1965 erschien bei Oxford University Press der Erzählband Kalasanda, 1966 folgte Kalasanda Revisited.[1] In Nairobi setzte sie zugleich ihre journalistische Arbeit fort.[1] Ihr literarisches Hauptwerk ist die zwischen 1968 und 1987 veröffentlichte Moses-Reihe, welche die Streiche eines Schülers am fiktiven „Mukibi’s Educational Institute for the Sons of African Gentlemen“ schildert.[5] Die Figuren und der Ton der Reihe prägten Generationen einer ostafrikanischen Leserschaft.[5] Im ersten Band Moses wechselt der fünfzehnjährige Moses Kibaya an das Internat, wo seine Probleme beginnen.[4] Kimenyes Bücher waren und sind in ostafrikanischen Schulen als Lektüre weit verbreitet.[3] Nach Kimenyes Tod erschienen Neuauflagen und Übersetzungen, darunter Kiswahili-Ausgaben wie Musa bei Oxford University Press East Africa.[6] Als Übersetzer der Kiswahili-Ausgaben wird Enock Matundura genannt.[7] Im Jahr 2013 legte OUP East Africa mehrere Bände, etwa Moses in a Muddle, in überarbeiteten Ausgaben neu auf.[8]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Barbara Kimenye (1929–2012). In: Another World? East Africa and the Global 1960s. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  2. Children’s writer pens her last. In: The Standard. 20. September 2012, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b c d e f Kimenye’s ‘Moses’ still impacts. In: Daily Monitor. 28. September 2012, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  4. a b Moses. In: Oxford University Press East Africa. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  5. a b Writing lessons from Moses, the boy who hated authority. In: The EastAfrican. 29. September 2012, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  6. Musa. In: Oxford University Press East Africa. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (Suaheli).
  7. Enock Matundura. In: Nation.Africa. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  8. Moses in a Muddle (rev. ed., 2013). In: KNATCOM Resource Center (UNESCO Kenya National Commission). Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).