Barbara Burford
Barbara Yvonne Veronica Burford (* 9. Dezember 1944 in Jamaika; † 20. Februar 2010) war eine britische Medizinforscherin, Beamtin und Schriftstellerin.[1] Sie wurde in Jamaika geboren und zog 1955 mit ihrer Familie nach London, wo sie an der University of London Medizin studierte.[1] Sie profilierte sich im öffentlichen Dienst als Vorkämpferin für Gleichstellung und Diversität.[1] Seit 2017 vergibt das Magazin Gay Times die nach ihr benannte Barbara Burford Honour (Excellence in STEM).[2] An der University of Bradford wird ihr zu Ehren im Rahmen der Konferenz Making Diversity Interventions Count jährlich eine Barbara Burford Memorial Lecture gehalten.[3]
Leben und Wirken
Burford wuchs nach ihrer Geburt in Jamaika zunächst bei ihrer Großmutter auf und kam 1955 nach London, wo sie die Dalston County Grammar School besuchte und anschließend an der University of London Medizin studierte.[1] 1964 trat sie in den National Health Service (NHS) ein, spezialisierte sich auf Elektronenmikroskopie und leitete später am Institute of Child Health/Great Ormond Street Hospital for Children ein pulmonal-vaskuläres Labor.[1] Ihre Gruppe war in den 1980er-Jahren an mehreren Durchbrüchen der Herz- und Lungentransplantationschirurgie bei Säuglingen und Kindern beteiligt.[1] Zeitgleich engagierte sie sich in der feministischen Szene und veröffentlichte das Theaterstück Patterns (1984) sowie den Erzählband The Threshing Floor (1986).[1] Im Jahr 1990 wechselte sie nach Leeds, um IT-Systeme für die NHS-Exekutive aufzubauen, und entwickelte das Programm Positively Diverse zur Förderung von Gleichstellung im NHS.[1] 1999 übernahm sie die Funktion der Leiterin für Gleichstellung und Diversität im britischen Gesundheitsministerium (Department of Health).[1] Von 2002 bis 2005 war sie Leiterin für Diversität im Department for Work and Pensions (DWP).[1] 2005 wurde sie – kurz vor dem Ruhestand – zur stellvertretenden Leiterin des Centre for Inclusion and Diversity an der University of Bradford berufen.[1] Burford starb am 20. Februar 2010 im Alter von 65 Jahren an Atemversagen; sie hinterließ ihre Partnerin Joy Howard und ihre Tochter Sarah.[1]
Burford verband medizinische Forschung, Kulturarbeit und Verwaltung zu einem anhaltenden Engagement für strukturelle Gleichstellung im NHS und in der Zentralverwaltung.[1] Zu ihren prägenden Projekten zählten Positively Diverse sowie Jobshop, eine interne Beschäftigungsagentur, die von zahlreichen NHS-Trusts übernommen wurde.[1] Sie spielte zudem eine Schlüsselrolle beim Aufbau eines Ausbildungsprogramms im Bereich Gesundheit in Bradford, welches die Zusammensetzung der lokalen Gesundheitsbelegschaften veränderte.[1] Ihre literarischen Arbeiten – darunter Patterns (1984) und The Threshing Floor (1986) – fanden Eingang in Lektürelisten britischer Schulen und Hochschulen.[1] Die University of Bradford würdigt ihr Erbe durch eine jährliche Barbara Burford Memorial Lecture im Rahmen der Konferenz Making Diversity Interventions Count.[3] Die von Gay Times 2017 eingeführte Barbara Burford Honour (Excellence in STEM) ehrt seither Vorbilder in den Naturwissenschaften und im Technikbereich.[2] Erste Preisträgerin war am 18. November 2017 die Cambridge-Physikerin Rachael Padman.[4]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p Barbara Burford obituary. In: The Guardian. 26. Mai 2010, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Introducing the 2017 Gay Times Honourees. In: Gay Times. 18. November 2017, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
- ↑ a b 14th Making Diversity Interventions Count Annual Conference (MDICAC) 2025. In: University of Bradford. 21. Mai 2025, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
- ↑ Newnham academic receives Gay Times honour. In: Newnham College, University of Cambridge. 20. November 2017, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).