Barbara Bansi
Anna Barbara Bansi (auch Babette; * 26. Oktober 1777 in Fläsch; heimatberechtigt in Ardez; † 27. Mai 1863 in Paris) war eine französische Malerin Bündner Herkunft.
Leben
Barbara Bansi war die Tochter des reformierten Pfarrers Heinrich Bansi und der Ursina geborene Lorsa aus Silvaplana.[2] Im Alter von sechs Jahren wurde sie Pflegetochter des Zürcher Textilkaufmanns Johann Caspar Schweizer, mit dem sie 1786 nach Paris übersiedelte. Bansi konvertierte zur römisch-katholischen Konfession. Sie heiratete 1808 den Florentiner Chirurgen Lorenzo Nannoni, der vier Jahre später starb.[3]
In Paris war Bansi Schülerin der Maler François Gérard und Joseph-Benoît Suvée.[3] Jean-Auguste-Dominique Ingres porträtierte sie. Beim Salon de Paris stellte sie 1801 ein Frauenporträt aus.[4] Von 1802 bis 1814 hielt Bansi sich in Italien auf, wo sie unter anderem die Mutter Napoleons auf Ischia begleitete. Sie kehrte nach Paris zurück und wurde dort 1815 Erzieherin am „königlichen Internat für Mädchen Saint-Denis“. In der Klosterschule Sainte-Clotilde war sie ab 1823 Lehrerin für Malerei.[3]
Werke
Bansi wurde bekannt als Karikaturistin und Porträtmalerin. Das Staatsarchiv Graubünden verwahrt ihren Nachlass.[3]
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Selbstbildnis mit etwa 35 Jahren (Palazzo Castelmur)
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Zeichnung
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Junger Bettler an der Seine, 1800
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Römische Prozession, zwischen 1802 und 1814
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Madonna, 1818
Die Zeichnung Römische Prozession wurde 2025 von der Zentralbibliothek Zürich anlässlich der Ausstellung In Frauenhand gezeigt, mit folgendem Kommentar: «Während ihres Italienaufenthaltes entstand die Zeichnung Römische Prozession. Obwohl zum Katholizismus konvertiert, lehnte sie die Theatralik von Bussprozessionen ab. Die Zeichnung stellt ihr Talent für die Karikatur unter Beweis.»[5]
Literatur
- Adolf Wiekenberg: Eine Malerin der Goethezeit. In: Weltkunst. Band 26, Nr. 19 (1956). S. 10.
- Marta Morf-Tanner: Barbara Bansi. In: Bündner Jahrbuch. 1963. S. 121–123 (Digitalisat).
- Gabriel Peterli: Barbara Bansi – Malerin und Autorin. In: Kunst und Kultur Graubünden. 58. Jahrgang (2016). ISSN 2673-6810, S. 40–52 (Digitalisat).
- Gabriel Peterli: Barbara Bansi. Eine Entdeckung und ein Versprechen. In: Kunst und Kultur Graubünden. 61. Jahrgang (2019). S. 33–34 (Digitalisat; über das Werk Junger Bettler an der Seine).
Weblinks
Belege
- ↑ Portrait de mademoiselle Barbara Bansi. Louvre, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Jürg Simonett: Heinrich Bansi. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 29. August 2017.
- ↑ a b c d Rita Cathomas-Bearth: Barbara Bansi. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. Januar 2002.
- ↑ Neil Jeffares: Bansi, Anna Barbara, Mme Nannoni. In: Dictionary of Pastellists Before 1800. 22. April 2023, PDF, englisch.
- ↑ Versunken in Vergessenheit. Anna Barbara Bansi (1777–1863). In: In Frauenhand. Künstlerinnen aus fünf Jahrhunderten. Zentralbibliothek Zürich. 2025, abgerufen am 21. November 2025.