Bank of India
| Bank of India | |
|---|---|
| Staat | Indien |
| Sitz | Mumbai |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | INE084A01016 |
| BIC | BKIDINBBXXX[1] |
| Gründung | 7. September 1906 |
| Website | www.bankofindia.bank.in |
| Geschäftsdaten | |
| Bilanzsumme | 120 Mrd. USD (2025) |
| Mitarbeiter | 50.000 (2025) |
| Leitung | |
| Vorstand | Rajneesh Karnatak, CEO |
| Aufsichtsrat | Shri M.R.Kumar, (Vorsitzender) |
Bank of India (BOI) (Hindi बैंक ऑफ़ इंडिया) ist ein indisches Kreditinstitut mit Sitz in Mumbai. Sie wurde 1906 gegründet und gehört heute zu den größten staatlichen Geschäftsbanken des Landes. Nach der Verstaatlichung im Jahr 1969 befindet sich die Bank mehrheitlich im Besitz des indischen Staates (etwa 73 % Staatsanteil 2025).[2] Die Bank of India unterhält über 5.000 Filialen in Indien und ist in 18 Ländern weltweit präsent. Sie bietet ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden an und war in den 1970er-Jahren Gründungsmitglied des globalen Banken-Kommunikationsnetzwerks SWIFT.[3]
Geschichte
Die Bank wurde am 7. September 1906 von einer Gruppe von Geschäftsleuten in Mumbai gegründet. Sie startete mit einem einzigen Büro, 50 Mitarbeitern und einem Kapital von 5 Millionen Rupien. Die Bank of India befand sich zunächst in privater Hand und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen einheimischen Bankinstitut. Im Juli 1969 wurde sie – im Zuge der großen Verstaatlichungsaktion der indischen Regierung – zusammen mit 13 anderen Großbanken in Staatsbesitz überführt.[3] Damit wurde sie Teil des öffentlichen Bankensektors, der die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Bankdienstleistungen zum Ziel hatte.
Bereits früh expandierte die Bank of India über die Landesgrenzen hinaus. 1946 eröffnete sie als erste indische Bank überhaupt eine Auslandsniederlassung in London. In den folgenden Jahrzehnten baute das Institut sein internationales Netzwerk weiter aus. 1974 eröffnete die Bank eine Filiale in Paris – als erste indische Bank in Kontinentaleuropa.[4] Weitere Auslandsstandorte folgten unter anderem in Ostasien und Afrika, etwa in Tokio, Singapur, Kenia und Uganda. In manchen Ländern wurden die dortigen Niederlassungen jedoch später durch staatliche Eingriffe vorübergehend verloren (so wurden z. B. Filialen in Tansania und Jemen lokal verstaatlicht). Trotz solcher Rückschläge setzte die Bank ihre globale Expansion fort, teils durch Übernahmen oder Joint Ventures, und etablierte sich in zahlreichen Finanzzentren weltweit.[5]
In Indien wuchs Bank of India nach 1969 zu einem der führenden nationalen Institute heran. 1989 gehörte sie zu den Vorreitern bei der Digitalisierung: Als erste nationalisierte Bank richtete sie in ihrer Filiale Mahalaxmi in Mumbai ein vollständig computergestütztes Zweigstellensystem mit Geldautomaten ein. Im Jahr 1997 ging die Bank of India mit einer ersten Aktienemission an die Börse, um privates Kapital einzuwerben. Weitere Kapitalerhöhungen folgten 2008 und 2021, wodurch sich der Anteil in privater Hand vergrößerte, während der Staat Mehrheitseigner blieb.[3]
Ende der 2010er-Jahre geriet die Bank aufgrund eines hohen Bestands an notleidenden Krediten unter verstärkte Aufsicht: 2017 wurde sie in das Prompt Corrective Action-Programm (PCA) der indischen Zentralbank aufgenommen. Nach einer Phase der Konsolidierung konnte Bank of India das PCA-Regime im Januar 2019 wieder verlassen.[6]
Am 30. August 2019 gab Finanzministerin Nirmala Sitharaman bekannt, dass die Andhra Bank und die Corporation Bank mit der Union Bank of India fusionieren würden. Durch die geplante Fusion würde die Union Bank of India mit einer Bilanzsumme von 14,59 Billionen Rupien (170 Milliarden US-Dollar) zur fünftgrößten Bank des öffentlichen Sektors des Landes werden.[7][8] Die Fusion ging im April 2020 über die Bühne.[9]
Aktivitäten
Bank of India ist eine Universalbank, die alle wesentlichen Geschäftsbereiche abdeckt. Als staatliche Geschäftsbank liegt die Mehrheit der Anteile beim Staat, während ein Teil der Aktien frei an der Börse gehandelt wird. Die Bank beschäftigt rund 50.000 Mitarbeiter und ist gemessen an Bilanzsumme und Filialnetz eine der größten Banken Indiens (Stand: Mitte der 2020er-Jahre). Ihr Filialnetz umfasst landesweit über 5.100 Zweigstellen in sämtlichen Bundesstaaten und Unionsterritorien. International unterhält die Bank Auslandsniederlassungen in 18 Ländern auf fünf Kontinenten, darunter wichtige Finanzzentren wie London, Paris, New York, Tokio, Singapur, Hongkong und Dubai. Insgesamt betreibt Bank of India 2025 genau 44 Auslandsstandorte, zusätzlich zu mehreren Tochtergesellschaften und einem Gemeinschaftsunternehmen im Ausland[3] (beispielsweise die Beteiligung an der indo-sambischen Bank Indo-Zambia Bank Ltd.).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag im BIC Directory beim SWIFT
- ↑ Bank of India Limited: Shareholders Board Members Managers and Company Profile | INE084A01016 | MarketScreener. Abgerufen am 15. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ a b c d About Us. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Which among the following was the first bank to open a branch on foreign soil? – GKToday. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ BankBazaar: Nationalised Banks in India 2025 - Complete List. Abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
- ↑ Indian Overseas Congress. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Staff Writer: 10 public sector banks to be merged into four. 30. August 2019, abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
- ↑ Government unveils mega bank mergers to revive growth from 5-year low. In: The Times of India. 30. August 2019, ISSN 0971-8257 (indiatimes.com [abgerufen am 15. November 2025]).
- ↑ Shayan Ghosh: Three banks announce merger ratios. 5. März 2020, abgerufen am 15. November 2025 (englisch).