Baniachong
| bengalisch বানিয়াচং Baniachong | ||
|---|---|---|
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| Koordinaten | 24° 33′ N, 91° 20′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Bangladesch | |
| Division | Sylhet | |
| Distrikt | Habiganj | |
| Fläche | 48.226 km² | |
| Einwohner | 356.425 (2022) | |
| Dichte | 7,4 Ew./km² | |
| Website | www.baniachong.habiganj.gov.bd | |
Bithangol Akhra
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Baniachong (bengalisch বানিয়াচং) ist eine Stadt und eine Verwaltungseinheit im Habiganj-Distrikt. Dieser gehört zur Sylhet-Division im Nordosten Bangladeschs.[1]
Geschichte
Im frühen Mittelalter stand die Region Baniachong unter der Herrschaft verschiedener Dynastien, wie der buddhistischen Pala-Dynastie (750–1160) und der hinduistischen Sena-Dynastie (bis ca. 1205). Ab dem 13. Jahrhundert eroberte das Sultanat von Delhi und später das Mogulreich Bengalen. Während dieser Zeit wurden gesellschaftliche und landwirtschaftliche Strukturen geprägt, und Baniachong entwickelte sich am Ufer zahlreicher Flüsse zu einem bedeutenden lokalen Zentrum, dessen Siedlungsform und Verwaltung von den jeweiligen Herrschaftsstrukturen bestimmt wurde. 1707 zerfiel das Mogul-Reich. Bengalen wurde wieder unabhängig.[2]
Baniachong bildete im 17. Jahrhundert das große Zamindar (Landgut) von Anwar Khan, der von der lokalen Bevölkerung als Raja verehrt wurde. Das Landgut war so weitläufig, dass es sich über alle Distrikte der Region Sylhet sowie über das Großraumgebiet von Mymensingh, Dhaka und Kumilla erstreckte. Die Geschichte der Schlacht zwischen Anwar Khan und seinem Bruder Hussain Khan, den Baro Bhuiyans (im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bengalen militärisch organisierter Landadel) von Baniachang, gegen die Mogularmee im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts wird im Baharistan-i-Ghaibi beschrieben.[3] Die Zamindars von Baniachong waren für ihre Großzügigkeit bekannt, der letzte Zamindar jedoch soll den Familienbesitz durch seine großzügige Haltung gegenüber Bediensteten und Kurtisanen ruiniert haben, was in kürzester Zeit zu einer kleinteiligen Parcellierung in der Region führte.
Von 1757 bis 1947 herrschten die Briten über Bengalen. 1790 wurde die Baniachang thana, heute ein Upazila, gegründet und 1934 in eine Unterabteilung eines Bezirks umgewandelt. Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft kam Baniachong 1947 zum pakistanischen Partialstaat Ostpakistan mit der Hauptstadt Dhaka, der nach dem Unabhängigkeitskrieg 1971 völkerrechtlich als Bangladesch unabhängig wurde.[2]
Geographie
Der Upazila Baniachang umfasst 59.433 Haushalte und eine Gesamtfläche von 482,46 km². Er grenzt im Norden an die Upazilas Sullah und Derai, im Süden an die Upazilas Habiganj Sadar und Lakhai, im Osten an die Upazilas Habiganj Sadar und Nabiganjund im Westen an die Upazilas Ajmiriganj, Mithamain und Austagram. Die wichtigsten Flüsse sind Kushiyara, Kalai und Barak. Bemerkenswerte Khāls (Feuchtgebiete): Charagaon, Bata, Sonamua, Dhala, Chatal und Chandra Beel.
Demographie
| Religionen in der Upazila Baniachong (2022)[4] | ||||
|---|---|---|---|---|
| Islam | 84,58 % | |||
| Hinduismus | 15,41 % | |||
| andere oder unbekannt | 0,01 % | |||
Laut der Volkszählung von 2011 gab es im Upazila Baniachong 59.433 Haushalte und 332.530 Einwohner. 102.564 (30,84 %) waren unter 10 Jahre alt. Das Geschlechterverhältnis betrug 1029 Frauen auf 1000 Männer. Die Alphabetisierungsrate (ab 7 Jahren) in Baniachong lag bei 34,65 %, verglichen mit dem nationalen Durchschnitt von 51,8 %.[5][6] 1991 hatte sie noch bei durchschnittlich 20,8 %, der nationale Durchschnitt lag bei 32,4 % gelegen.[7]
Die Stadt Baniachang besteht aus sieben Mouzas. Die Stadtfläche beträgt 3,06 km². Sie hat 21.111 Einwohner (50,75 % Männer, 49,25 % Frauen). Sie verfügt über ein Postamt, der postal code ist 3350.[8]
Verwaltung
Zur Upazila Baniachang gehören 15 Unionsgemeinden: Baraiuri, Dakshin Paschim Baniachong, Dakshin Purba Baniachong, Daulatpur, Kagapasha, Khagaura, Makrampur, Mandari, Muradpur, Pailar Kandi, Pukhra, Sujatpur, Subidpur, Uttar Paschim Baniachong und Uttar Purba Baniachong. Die Unionsgemeinden sind in 237 Mouzas und 359 Dörfer unterteilt.[5]
Sehenswürdigkeiten
- Rajbari-Palast (1737–38) in Puranbagh
- Bibir-Dargah-Moschee
- Bithangol Akhra, Sham-baoul Akhra und Doulotpur Akhra (Pilgerstätten)
- Shagor Dighi (auch Komola Ranir Dighi), im 12. Jahrhundert von König Padmanabha in der Mitte der Gemeinde angelegt, eine der größten künstlichen Wasserflächen des Landes[9]
Persönlichkeiten
- Fazle Hasan Abed KCMG (1936–2019), Gründer einer der weltgrößten NGOs BRAC
- Ramnath Biswas, Soldat und Autor, bekannt durch die Umrundung der Erde mit dem Fahrrad
- Sirajul Hossain Khan, Herausgeber der Pakistan Times und der Eastern News Agency
- Mohammad Abdur Rab, erster Stabschef der Bangladeschischen Armee, Generalmajor während des Unabhängigkeitskriegs
- Najmul Hasan Zahed, Politiker der Awami-Liga
- Padmanath Bhattacharya, Historiker
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ এক নজরে বানিয়াচং - বানিয়াচং উপজেলা. (deutsch: Baniachang auf einen Blick - Baniachang Upazila). Archiviert vom am 3. August 2020; abgerufen am 19. November 2025 (bengalisch).
- ↑ a b Carmen Brandt: Vom goldenen zum geteilten Bengalen. Bundeszentrale für politische Bildung, 22. Juli 2022, abgerufen am 19. November 2025.
- ↑ Anwar Khan. Abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
- ↑ Population and Housing Census 2022 - District Report: Habiganj (= District Series). Bangladesh Bureau of Statistics, Dhaka 2024, ISBN 978-984-475-227-6 (englisch, nsds.bbs.gov.bd ( des vom 8. Oktober 2024 im Internet Archive)).
- ↑ a b Bangladesh Population and Housing Census 2011 Zila Report – Habiganj. In: bbs.gov.bd. Bangladesh Bureau of Statistics, archiviert vom am 29. September 2022; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ Community Tables: Habiganj district. In: bbs.gov.bd. Bangladesh Bureau of Statistics, 2011, archiviert vom am 15. April 2022; abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
- ↑ Population Census Wing, BBS. Archiviert vom am 27. März 2005; abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
- ↑ Bangladesh Postal Code. Bangladesh Postal Department under the Department of Posts and Telecommunications of the Ministry of Posts, Telecommunications and Information Technology of the People's Republic of Bangladesh, 20. Oktober 2024 (englisch).
- ↑ The historical Dighi at Baniachong. Abgerufen am 19. November 2025 (englisch).