Balkowe (Polohy)
| Balkowe | ||
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| Балкове | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Ukraine | |
| Oblast: | Oblast Saporischschja | |
| Rajon: | Rajon Polohy | |
| Höhe: | 53 m | |
| Fläche: | 0.097 km² | |
| Einwohner: | 501 (2001) | |
| Bevölkerungsdichte: | 5.165 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 71772 | |
| Vorwahl: | +380 6178 | |
| Geographische Lage: | 47° 8′ N, 35° 49′ O | |
| KATOTTH: | UA23100150020089540 | |
| KOATUU: | 2325280401 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Dorf | |
| Verwaltung | ||
| Adresse: | вул. Миру 125 71772 с. Балкове | |
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Balkowe (ukrainisch Балкове; russisch Балково Balkowo) ist ein Dorf im Zentrum der ukrainischen Oblast Saporischschja, es geht auf das russlandmennonitische Dorf Fürstenwerder als Teil der Kolonie Molotschna zurück.
Am 12. Juni 2020 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Stadtgemeinde Molotschansk,[1] bis dahin bildete sie zusammen mit den Dörfern Hryschyne (Гришине), Kosoluhiwka und Switle die gleichnamige Landratsgemeinde Balkowe (Балківська сільська рада/Balkiwska silska rada) im Südosten des Rajons Tokmak.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Polohy.[2]
Im März 2022 wurde der Ort durch russische Truppen im Rahmen des Russischen Überfalls auf die Ukraine eingenommen und befindet sich seither nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.
Fürstenwerder
Der Ort wurde 1821 von 30 flämischen Mennonitenfamilien gegründet. Vier Familien stammten aus der Kolonie Molotschna, die anderen Familien trafen 1816 bis 1819 aus Preußen ein. Das Dorf wurde am Ostufer des Begin-Tschokrak angelegt, die Hauptstraße verlief parallel zum Fluss. Der Name bezieht sich auf einen Ort in Preußen. 1848 hatte der Ort acht Bauernhäuser aus Backstein, und 22 Häuser aus luftgetrockneten Ziegeln 1869 bestanden 18 Vollwirtschaften, vier Halbwirtschaften und 52 Kleinwirtschaften, zwei Windmühlen und eine Ziegelei. 1915 wurde der Ort in Poworotnoje umbenannt, hieß danach wieder Fürstenwerder, und seit 1945 Balkowe.
Die ehemalige Schule ist ein langgestreckter Bau in der Dorfmitte und wird heute als Wohnhaus genutzt.
Literatur
- Rudy P. Friesen, Edith Elisabeth Friesen: Bauwerke der Vergangenheit: mennonitische Architektur, Landschaft und Siedlungen in Russland/Ukraine. Tweeback, Bonn 2016, S. 319–320.