Balduin von Hövel

Balduin von Hövel (Wilhelm Balduin Alexander von Hövel, Freiherr auf Martfeld und Schlebusch; * 12. Juni 1843 in Rosengarten; † 27. August 1932) war vom 1. April 1879 bis am 1. April[1][2] (nach anderen Quellen: 1. Oktober)[3] 1919 Oberförster von Grimnitz.

Leben

Balduin von Hövel galt als ausgewiesener Forstwissenschaftler. Er prägte das Kaiserliche Jagdrevier in der Schorfheide und hatte in jagdlichen Dingen großen Einfluss auf Wilhelm II., mit dem er auf der Jagd per Du verkehrte.[1]

Die von ihm angelegte Sammlung umfasste eine Vielzahl von Hirschgeweihen und eine umfangreiche Bibliothek. Sein Nachfolger, Erhard Hausendorff, veranlasste 1928 ihre Institutionalisierung als "Hövelsammlung" im Jagdschloß Hubertusstock.[1] Seit dem Zweiten Weltkrieg gilt die Sammlung als verschollen.[4] Ein Teil der Geweihsammlung wurde anscheinend in Schwelm im Haus Martfeld gefunden, dessen Eigentümer Balduin von Hövel gewesen war, und ab Juli 2018 als Dauerleihgabe für die Ausstellung in Hubertusstock zur Verfügung gestellt.[5]

Familie

Er entstammte dem westfälischen Uradelsgeschlecht Hövel. Sein Vater Friedrich (1811–1898) wurde auf Haus Ruhr geboren, verkaufte den alten Familienbesitz jedoch zugunsten von Schloss Meseberg und Rosengarten, den Geburtsort von Balduin von Hövel. Seine ältere Schwester Agnes heiratete den General Barnim von Zeuner. Ein Bruder seines Großvaters war der badische Politiker Ludwig Wilhelm Alexander von Hövel. Mit Maria Grach, Weinguterbin aus Trier, hatte er drei Töchter und einen Sohn.[2]

Auszeichnungen

Rezeption

  • Gedenkstein: In der Schorfheide wurde ein Findling als Gedenkstein mit seinen Lebensdaten versehen.
  • Das Buffetrestaurant im Ringhotel Schorfheide trägt zu seinen Ehren den Namen Restaurant von Hövel.[6]
  • Das Weingut von Hövel in Oberemmel keltert bis heute einen nach Balduin von Hövel benannten Wein.[7]

Literatur

  • Albrecht Milnik: Forstmeister Balduin von Hövel zum Gedenken: anläßlich seines 60. Todestages (27.8.1992) und seines 150. Geburtstages (12.6.1993). 1992, Fundstelle: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche (11 Seiten, keinerlei Vorschau vorhanden).

Einzelnachweise

  1. a b c d e Helmut Suter: Das Jagdrevier der Könige. Die Schorfheide von 1820 bis zum Halali im Jahr 1918. Berlin 2015. be.bra Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-89809-113-8, S. 26 ff., doi:10.25162/9783515129985.
  2. a b Gothaisches Genealogisches Taschenbuch, 9. Jahrgang, 1908, S. 350 (Digitalisat).
  3. Vgl. den Gedenkstein in der Schorfheide.
  4. Amt Joachimsthal - Jagdschloss Hubertusstock. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  5. Kaiserliche Geweihe gefunden. In: Jagdpraxis. 12. Juli 2018, abgerufen am 28. Dezember 2025 (Stichwörter: Geweihe Kaiser Wilhelm II. Schorfheide Sammlung Schwelm Balduin von Hövel): „Eine historische Geweihsammlung aus der Zeit Kaiser Wilhelms II. wurde am vergangenen Mittwoch (11. Juli) von der Stadt Schwelm an das Museum Jagdschloss Schorfheide in Brandenburg als Dauerleihgabe übergeben.“
  6. Detailseite Gastronomie – Schorfheide. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  7. 2000er Riesling Balduin von Hövel trocken - Riesling.de. Abgerufen am 28. Dezember 2025.