Bahnstrecke Selb-Plößberg–Selb Stadt

Selb-Plößberg–Selb Stadt
Streckennummer (DB):5033
Kursbuchstrecke (DB):858
Streckenlänge:3,561 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C4
Maximale Neigung: 26,3 
Minimaler Radius:181 m
Streckengeschwindigkeit:50 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
von Oberkotzau
0,000 Selb-Plößberg 623 m
nach Františkovy Lázně (–Cheb)
1,700 Erkersreuth
(Neutrassierung 1914)
2,722 Selb Nord
Selb obere Stadt
von Ludwigsmühle
Selb Stadt (bis 1914)
3,561 Selb Stadt (seit 1914, ehem. Bf) 561 m
nach Holenbrunn

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke Selb-Plößberg–Selb Stadt ist eine Nebenbahn in Bayern. Sie zweigt in Selb-Plößberg von der Bahnstrecke Cheb–Oberkotzau ab und führt nach Selb, wo sie in die 1993 stillgelegte Bahnstrecke Holenbrunn–Selb Stadt überging.

Geschichte

Die Bahnstrecke wurde am 25. Oktober 1894 als Lokalbahn eröffnet. Sie führte vom Bahnhof Selb-Plößberg an der Bahnstrecke Hof–Eger zum ersten Bahnhof Selb untere Stadt, der 1897 in Selb Stadt umbenannt[3] wurde. Von dort bis zur Porzellanfabrik Hutschenreuther bei der Ludwigsmühle führte die nur im Güterverkehr benutzte Bahnstrecke Selb Stadt–Ludwigsmühle.

Am 1. Mai 1914 wurde die anschließende Bahnstrecke Holenbrunn–Selb Stadt Lokalbahn über Thiersheim nach Holenbrunn an der Strecke Hof–Marktredwitz eröffnet. Dabei wurde der bisherige Endbahnhof Selb Stadt verlegt. Ein neuer Durchgangsbahnhof mit Güterabfertigung entstand im Norden der Stadt und wurde wiederum als Selb Stadt bezeichnet. Die auf der Strecke eingesetzten Lokomotiven konnten nun in einem zuletzt vierständigen Lokomotivschuppen mit Drehscheibe behandelt werden. Der Lokschuppen war als Lokomotivbahnhof dem Bahnbetriebswerk Hof unterstellt. Er ist erhalten, dort ist heute ein Eisenbahnmuseum untergebracht.

Vom alten Bahnhof Selb Stadt blieb der zweiständige Lokschuppen erhalten. Er wird als Bürogebäude nachgenutzt.

Zahlreiche Industriegleise führten zu den Porzellanfabriken im Stadtgebiet, die teilweise, wie die Rosenthal AG, mit einer eigenen Diesellokomotive, oder – wie bei Heinrich & Co. – mit einer Dampfspeicherlokomotive den Verschub im Werksgelände durchführten.

Auf der weiterführenden Strecke nach Holenbrunn wurde der Reiseverkehr 1986 eingestellt. Seit 1993 ist sie stillgelegt. Die Anlagen im Bahnhof Selb Stadt wurden sukzessive auf ein Bahnsteiggleis reduziert. Heute ist Selb Stadt betrieblich lediglich ein Haltepunkt. In der früheren Lokomotiveinsatzstelle richtete der Verein Modell- und Eisenbahnclub Selb/Rehau e. V. ein Eisenbahnmuseum ein.

Betrieb

In den Jahren 1938/39 verkehrte ein Eiltriebwagenpaar zwischen Selb und Nürnberg Hauptbahnhof, das über Hof, Neuenmarkt-Wirsberg und Bayreuth geführt wurde.[4]

Im Zuge der Fahrplangestaltung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Selb an die Bahnstrecke Schnabelwaid–Bayreuth (Fichtelgebirgsbahn) angebunden. Bereits 1950 gab es eine erste durchlaufende Triebwagenverbindung zwischen Selb und Bayreuth über Marktredwitz. Ab 1953 verkehrte ein Uerdinger Schienenbus als „Stadtschnell­verkehrs­schienen­omnibus“ in der Relation Selb–Schnabelwaid, dazu liefen Triebwagen als Nahverkehrszüge bald auch nach Hof (Saale) und Pegnitz. Ein morgendlicher Durchlauf existierte von Hof über Selb nach Bayreuth. 1976 wurde ein schnelllaufender Nahverkehrszug ab Hof eingeführt, der in Schnabelwaid Anschluss an den Eilzug Hof–Neuenmarkt-Wirsberg–NürnbergStuttgart hatte.[4]

Im Jahresfahrplan 2025 verkehren Reisezüge der Linie RB96 (Hof-Neuhof–Selb Stadt) täglich im Stundentakt. Beauftragtes Eisenbahnverkehrsunternehmen ist die Agilis Verkehrsgesellschaft.[5]

Fahrzeugeinsatz

Die Deutsche Bundesbahn setzte ab 1953 ihre damals hochmodernen „Schienenbusse“ der Baureihe VT 95 auf der Strecke ein. Einige Züge bestanden auch aus Lokomotiven der DB-Baureihe V 100 und n-Wagen („Silberlinge“). Agilis setzt seit 2011 niederflurige Triebwagen des Typs Regio-Shuttle RS1 auf der Strecke ein.

Literatur

  • Hans Kundmann: (Eger –) Selb-Plößberg – Oberkotzau und Holenbrunn – Selb-Plößberg. In: Dieter Fuchs, Hans-Wolfgang Scharf (Hrsg.): Streckenarchiv Deutsche Eisenbahnen (= (12c) S. 173–210). EK-Verlag, Freiburg im Breisgau 2001, 2003 (5. u. 6. Ergänzungslieferung, 38 S.).
Commons: Bahnstrecke Selb-Plößberg–Selb Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  2. Infrastrukturregister
  3. Haltestelle Selb Stadt.
  4. a b Hans Kundmann: 100 Jahre Fichtelgebirgsbahn. 2. Auflage. MEC Modelleisenbahn Club / Hofer Eisenbahnfreunde e. V., Hof (Saale) 1985, S. 28 f.
  5. Jahresfahrplan 2025