Bahnstrecke Hyrynsalmi–Kuusamo

Hyrynsalmi–Kuusamo
Streckenlänge:178 km
Spurweite:750 mm (Schmalspur)
Kiestinki/Кестеньга (geplant) 65,9° N, 31,83° O
178,0 Vanttaja II (Luftwaffenbahnhof) 65,88° N, 29,35° O
176,8 Vanttaja I (Futterbahnhof)
Vanttajajoki (64 m) 65,91° N, 29,22° O
Kuusamo II (Güterbahnhof)
171,2 Kuusamo I (Betriebsbahnhof) 65,91° N, 29,23° O
Kuusamo Ort
161,3 Sänkikangas 65,85° N, 29,13° O
Lokschuppen
155,0 Penttilä 65,81° N, 29,04° O
146,3 Käsmä 65,78° N, 28,88° O
137,4 Inkee pohjoinen 65,73° N, 28,76° O
127,5 Inkee eteläinen 65,68° N, 28,63° O
119,1 Harjajoki 65,63° N, 28,5° O
Gleisdreieck
110,2 Isokumpu 65,56° N, 28,42° O
102,1 Iijoki 65,5° N, 28,39° O
93,6 Yli-Outujoki 65,43° N, 28,4° O
83,9 Korvua 65,35° N, 28,38° O
74,0 Leino 65,28° N, 28,51° O
65,2 Lippo 65,22° N, 28,63° O
56,6 Junnojärvi 65,16° N, 28,63° O
49,8 Vääkkiö II 65,1° N, 28,63° O
47,6 Vääkkiö I 65,08° N, 28,6° O
38,5 Syrjä 65° N, 28,6° O
28,8 Pesiökylä 64,93° N, 28,57° O
18,6 Laaja 64,84° N, 28,54° O
12,5 Hallavaara 64,78° N, 28,52° O
Hafen Kyrynjärvi
3,4 Hyrynjärvi 64,7° N, 28,48° O
Tuomijoki (44,7 m)
nach Taivalkoski
0,0 Hyrynsalmi 64,68° N, 28,46° O
Betriebswerk
Lokschuppen
nach Kontiomäki

Quellen: [1]


Die Bahnstrecke Hyrynsalmi–Kuusamo war eine von der deutschen Wehrmacht während des Fortsetzungskrieges in den 1940er Jahren erbaute Schmalspurbahn in der Mitte Finnlands nahe der sowjetischen Grenze. Ursprünglich sollte die für den Nachschub an der Front Kiestinki–Uhtua geplante Strecke bis Kiestinki führen.[2]

Die Strecke verlief durch die Gemeinden Hyrynsalmi, Suomussalmi, Taivalkoski und Kuusamo.

Geschichte

Nachdem Hyrynsalmi 1939 Eisenbahnanschluss erhalten hatte, war die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg bestrebt, die 178 km entfernt liegende Stadt Kuusamo zu erreichen. Gebaut wurde eine Heeresfeldbahn in der Spurweite von 750 mm.

Während des Fortsetzungskrieges entwickelte sich Kuusamo zu einem wichtigen Versorgungszentrum für deutsche und finnische Truppen, die in Richtung Kiestinki kämpften. Ziel der deutschen Wehrmacht war es, die sowjetische Eisenbahnverbindung nach Murmansk bei Louhe zu unterbrechen, eine wichtige Nachschubroute für sowjetische Truppen. Die Sowjets hatten eine Bahnverbindung von Louhe nach Kiestinki gebaut, die beim Rückzug der Sowjets östlich von Kiestinki teilweise zerstört wurde.

Im Juni 1944 war die Feldbahnstrecke von Hyrynsalmi nach Sänkikangas in Kuusamo in Betrieb. Die Bahnverbindung Hyrynsalmi–Kuusamo sollte den Nachschub des Versorgungszentrums in Kuusamo sicherstellen. Von dort sollte die Schmalspurbahn nach Kiesting weitergeführt und an die Breitspurbahn von Kiesting nach Louhe angeschlossen werden. Etwa 7 km der Bahnstrecke von Sänkikangas in Kuusamo in Richtung Kiestinki und einige Kilometer in Richtung des Dorfes Kuusamo waren fertiggestellt, bis der Bau durch den Rückzug der deutschen Truppen unterbrochen wurde.

Insgesamt arbeiteten fast 3000 Menschen an der Feldbahn. Die Bahn und die dazugehörigen Gebäude wurden an vielen verschiedenen Stellen entlang der Bahnstrecke gleichzeitig errichtet. Die meisten Arbeiter waren russische Kriegsgefangene. Darüber hinaus wurden Strafgefangene und Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern, vorwiegend aus Polen, eingesetzt. Diese wurden auf engen Raum untergebracht, wobei mit dem Mannschaftszelt Motti 3 Zelte aus Sperrholz zur Anwendung kamen.

Mit dem Vorrücken der Sowjetarmee musste der Bahnbetrieb und der Weiterbau aufgegeben werden. Die Deutschen zerstörten die wichtigsten Bauwerke, Ausrüstungen und Gebäude der Feldbahn während ihres Rückzugs im September 1944. 1948 wurden die Gleise abgebaut.

In den Jahren 1956–1961 wurde zwischen Hyrynsalmi und Taivalkoski die Bahnstrecke Kontiomäki–Taivalkoski in russischer Breitspur errichtet, die bis Korvua die alte Trasse zumeist mitbenutzte. Diese Bahnstrecke ist seit 2004 nur noch bis zum Trennungsbahnhof Pesiökylä in Betrieb.

Details

Im Zeitraum vom Januar bis September 1943 wurden als Untergrund 34,653 km Astteppich verlegt.[3] Es erfolgten 94.800 Sprengungen und 600.000 m³ Boden wurden bewegt.[3] Bis einschließlich 25. September 1943 waren 80 km Zugmeldeleitung und 77,5 km Fernmeldeleitung verlegt. Die Strecke hatte 50 Brücken mit 1140 laufenden Metern Länge. Es gab 338 Durchlässe mit 453 laufenden Metern Länge.[3] In Hyrynsalmi wurde eine Lokwerkstatt und ein Betriebswerk sowie an der Strecke 70 Betriebsgebäude errichtet.[3] Bis zu diesem Zeitpunkt waren mit der Bahn 40.000 t Güter mit bis zu 40 Lokomotiven befördert worden.[3]

Einrichtungen

Bahnhof Isokumpu

Der Bahnhof Isokumpu war der größte Güterbahnhof zwischen Hyrynsalmi und Kuusamo. Er wurde am 13. Januar 1944 eingeweiht und im Herbst desselben Jahres, in der Nacht vom 14. auf den 15. September 1944, zerstört. Dort sind noch Reste der zu sehen, darunter die Fundamente des Lokschuppens, ein Unterstand, ein Schützengraben und die Fundamente des Bahnbetriebswerkes.[2]

Galerie

Literatur

  • Lars Westerlund: Saksan vankileirit Suomessa ja raja-alueilla 1941-1944, Helsinki: Tammi, 2008, ISBN 978-951-31-4277-3.
  • DVD „Kuolemanrata“. Ein Film von Timo Koivisto, Nimbus-Filmi, 1999.
Commons: Hyrynsalmi–Kuusamo light railway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hyrynsalmi-Kuusamo kenttärata – Feldbahn. In: kenttarata-feldbahn.weebly.com. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  2. a b Kulttuuripalvelut. Kenttärata. In: taivalkoski.fi. Abgerufen am 2. Januar 2026 (finnisch).
  3. a b c d e K. Vollmer: Feldbahnbau piirustusnide. Baufortschritt von Januar bis September 1943. In: kenttarata-feldbahn.weebly.com. Abgerufen am 2. Januar 2026.