Bahnstrecke Hyrynsalmi–Kuusamo
| Hyrynsalmi–Kuusamo | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckenlänge: | 178 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 750 mm (Schmalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Hyrynsalmi–Kuusamo war eine von der deutschen Wehrmacht während des Fortsetzungskrieges in den 1940er Jahren erbaute Schmalspurbahn in der Mitte Finnlands nahe der sowjetischen Grenze. Ursprünglich sollte die für den Nachschub an der Front Kiestinki–Uhtua geplante Strecke bis Kiestinki führen.[2]
Die Strecke verlief durch die Gemeinden Hyrynsalmi, Suomussalmi, Taivalkoski und Kuusamo.
Geschichte
Nachdem Hyrynsalmi 1939 Eisenbahnanschluss erhalten hatte, war die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg bestrebt, die 178 km entfernt liegende Stadt Kuusamo zu erreichen. Gebaut wurde eine Heeresfeldbahn in der Spurweite von 750 mm.
Während des Fortsetzungskrieges entwickelte sich Kuusamo zu einem wichtigen Versorgungszentrum für deutsche und finnische Truppen, die in Richtung Kiestinki kämpften. Ziel der deutschen Wehrmacht war es, die sowjetische Eisenbahnverbindung nach Murmansk bei Louhe zu unterbrechen, eine wichtige Nachschubroute für sowjetische Truppen. Die Sowjets hatten eine Bahnverbindung von Louhe nach Kiestinki gebaut, die beim Rückzug der Sowjets östlich von Kiestinki teilweise zerstört wurde.
Im Juni 1944 war die Feldbahnstrecke von Hyrynsalmi nach Sänkikangas in Kuusamo in Betrieb. Die Bahnverbindung Hyrynsalmi–Kuusamo sollte den Nachschub des Versorgungszentrums in Kuusamo sicherstellen. Von dort sollte die Schmalspurbahn nach Kiesting weitergeführt und an die Breitspurbahn von Kiesting nach Louhe angeschlossen werden. Etwa 7 km der Bahnstrecke von Sänkikangas in Kuusamo in Richtung Kiestinki und einige Kilometer in Richtung des Dorfes Kuusamo waren fertiggestellt, bis der Bau durch den Rückzug der deutschen Truppen unterbrochen wurde.
Insgesamt arbeiteten fast 3000 Menschen an der Feldbahn. Die Bahn und die dazugehörigen Gebäude wurden an vielen verschiedenen Stellen entlang der Bahnstrecke gleichzeitig errichtet. Die meisten Arbeiter waren russische Kriegsgefangene. Darüber hinaus wurden Strafgefangene und Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern, vorwiegend aus Polen, eingesetzt. Diese wurden auf engen Raum untergebracht, wobei mit dem Mannschaftszelt Motti 3 Zelte aus Sperrholz zur Anwendung kamen.
Mit dem Vorrücken der Sowjetarmee musste der Bahnbetrieb und der Weiterbau aufgegeben werden. Die Deutschen zerstörten die wichtigsten Bauwerke, Ausrüstungen und Gebäude der Feldbahn während ihres Rückzugs im September 1944. 1948 wurden die Gleise abgebaut.
In den Jahren 1956–1961 wurde zwischen Hyrynsalmi und Taivalkoski die Bahnstrecke Kontiomäki–Taivalkoski in russischer Breitspur errichtet, die bis Korvua die alte Trasse zumeist mitbenutzte. Diese Bahnstrecke ist seit 2004 nur noch bis zum Trennungsbahnhof Pesiökylä in Betrieb.
Details
Im Zeitraum vom Januar bis September 1943 wurden als Untergrund 34,653 km Astteppich verlegt.[3] Es erfolgten 94.800 Sprengungen und 600.000 m³ Boden wurden bewegt.[3] Bis einschließlich 25. September 1943 waren 80 km Zugmeldeleitung und 77,5 km Fernmeldeleitung verlegt. Die Strecke hatte 50 Brücken mit 1140 laufenden Metern Länge. Es gab 338 Durchlässe mit 453 laufenden Metern Länge.[3] In Hyrynsalmi wurde eine Lokwerkstatt und ein Betriebswerk sowie an der Strecke 70 Betriebsgebäude errichtet.[3] Bis zu diesem Zeitpunkt waren mit der Bahn 40.000 t Güter mit bis zu 40 Lokomotiven befördert worden.[3]
Einrichtungen
Bahnhof Isokumpu
Der Bahnhof Isokumpu war der größte Güterbahnhof zwischen Hyrynsalmi und Kuusamo. Er wurde am 13. Januar 1944 eingeweiht und im Herbst desselben Jahres, in der Nacht vom 14. auf den 15. September 1944, zerstört. Dort sind noch Reste der zu sehen, darunter die Fundamente des Lokschuppens, ein Unterstand, ein Schützengraben und die Fundamente des Bahnbetriebswerkes.[2]
Galerie
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HF130C mit Schneepflug
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HF130C
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HF130C
Literatur
- Lars Westerlund: Saksan vankileirit Suomessa ja raja-alueilla 1941-1944, Helsinki: Tammi, 2008, ISBN 978-951-31-4277-3.
- DVD „Kuolemanrata“. Ein Film von Timo Koivisto, Nimbus-Filmi, 1999.
Weblinks
- Oula Seitsonen, Mari Olafson Lundemo: “Railroad of Death”: History and Archaeology of the German-built Second World War Hyrynsalmi–Kuusamo Railway 1942–1944. September 2021, abgerufen am 5. Januar 2026 (englisch, ISSN 2490-0443).
Einzelnachweise
- ↑ Hyrynsalmi-Kuusamo kenttärata – Feldbahn. In: kenttarata-feldbahn.weebly.com. Abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ a b Kulttuuripalvelut. Kenttärata. In: taivalkoski.fi. Abgerufen am 2. Januar 2026 (finnisch).
- ↑ a b c d e K. Vollmer: Feldbahnbau piirustusnide. Baufortschritt von Januar bis September 1943. In: kenttarata-feldbahn.weebly.com. Abgerufen am 2. Januar 2026.