Bahnstrecke Šternberk–Lichkov

Šternberk–Lichkov
1913: Sternberg–Wichstadtl-Lichtenau
Kursbuchstrecke (SŽ):024, 290, 292
Streckenlänge:95,123 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:Šternberk–Šumperk: D4
Šumperk–odb. Morava: C3
odb. Morava–Červený Potok : A1
Červený Potok –Lichkov: C3
Stromsystem:Šternberk–Bludov: 3 kV =
Maximale Neigung: 25 
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
von Nezamyslice–Olomouc (vorm. KNFB)
0,000 Šternberk früher Sternberg
Sitka
2,615 Babice u Šternberka
5,856 Mladějovice früher Bladowitz
10,110 Újezd u Uničova früher Augezd
12,955 Uničov zastávka
vlečka Uničovské strojírny
Oskava
15,055 Uničov früher Mährisch Neustadt
19,305 Troubelice früher Treublitz-Meedl
20,218 Troubelice střed
22,116 Troubelice zastávka
23,344 Nová Hradečná früher Markersdorf
29,980 Libina früher Deutsch Liebau
33,242 Hrabišín früher Rabersdorf
38,490 Nový Malín früher Frankstadt b. Mähr. Schönberg
von Sobotín
Desná
43,822 Šumperk früher Mährisch Schönberg
45,700 Šumperk zastávka
48,967 Bludov früher Blauda
nach Zábřeh na Moravě
Verbindungsbahn von odb. Sudkov
50,072 Odbočka Chromeč
52,617 Bludov lázně früher Krumpisch
55,069 Bohutín
57,237 Bartoňov früher Böhmisch Märzdorf
Morava
59,335 Ruda nad Moravou früher Eisenberg a. d. March
Morava
Morava
62,300 Komňátka früher Kömeth
Morava
64,367 Bohdíkov
66,156 Raškov
68,450 Hanušovice Holba
Morava
70,102 Hanušovice früher Hannsdorf
nach Głuchołazy (vorm. ÖLEG)
71,929 Odbočka Morava
nach Staré Město pod Sněžníkem (vorm. LB Hannsdorf–Mährisch Altstadt)
73,238 Hanušovický (92 m)
73,540 Vlaské früher Blaschke
75,351 Vlaský (158 m)
Morava
Morava
77,626 Podlesí früher Grumberg-Mohrau
Morava
Morava
84,224 Červený Potok früher Rothfloss
86,587 Prostřední Lipka früher Mittel Lipka
von Štíty (vorm. LB Mährisch Schildberg–Grulich)
90,268 Dolní Lipka früher Grulich
92,444 Odbočka Orlice
Verbindungsbogen nach Międzylesie (1939–1947)
von Międzylesie (vorm. ÖNWB)
95,123 Lichkov früher Wichstadtl-Lichtenau
nach Chlumec nad Cidlinou (vorm. ÖNWB)

Frühere Namen Stand 1913.[1][2][3]

Die Bahnstrecke Šternberk–Lichkov ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich von der k.k. priv. Mährischen Grenzbahn (MGB) errichtet und betrieben wurde. Sie schließt in Šternberk (Sternberg) an die Bahnstrecke Nezamyslice–Šternberk an und führt südlich des Altvatergebirges und Glatzer Schneegebirges über Šumperk (Mährisch Schönberg) und Hanušovice (Hannsdorf) nach Lichkov (Lichtenau), wo sie in die Bahnstrecke Chlumec nad Cidlinou–Międzylesie einmündet.

Der Abschnitt Bludov–Hanušovice ist als gesamtstaatliche Bahn („celostátní dráha“) klassifiziert. Die Teilstrecken Šternberk–Šumperk und Hanušovice–Lichkov wurden nach 1995 zur regionalen Bahn („regionální dráha“) abgestuft.[4]

Geschichte

Die Hauptbahnverbindung Sternberg–Nieder Lipka bei Grulich wurde 1873 in Form zweier an die bereits seit 1872 bestehende Verbindung Hohenstadt–Zöptau anschließender Verbindungen errichtet. Sie war Eigentum der Mährischen Grenzbahn (MGB), an der die Firma der Gebrüder Klein aus Zöptau beteiligt war. Die Hauptstrecke der Mährischen Grenzbahn von Sternberg nach Nieder Lipka wurde am 5. Oktober 1873 (Blauda–Nieder Lipka) und 15. Oktober 1873 (Sternberg–Mährisch Schönberg) eröffnet. Die Betriebsführung oblag ab 1. Jänner 1893 der k.k. Staatsbahnen (kkStB), die 1895 auch die Infrastruktur erwarb.

Der Fahrplan von 1912 verzeichnete zwischen Sternberg und Hannsdorf vier Personenzugpaare 2. und 3. Klasse, die mehrheitlich von Nezamislitz über Olmütz und Mährisch Schönberg nach Jägerndorf durchgebunden waren. Ein weiteres Zugpaar bediente die Relation Nezamislitz–Mährisch Schönberg. Zwischen Hannsdorf und Wichstadtl-Lichtenau verkehrten drei Personenzugpaare. Dazu kamen drei weitere Züge zwischen Grulich und Wichstadtl-Lichtenau, die zum Teil von und nach Mährisch Schildberg durchgebunden waren.[5]

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns infolge des Ersten Weltkrieges und der folgenden Gründung der Tschechoslowakei ging die Strecke 1918 an die neugegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland zum 1. Oktober 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Breslau. Die Deutsche Reichsbahn baute unmittelbar nach dem Staatsübergang eine neue Verbindungskurve zwischen Nieder Lipka und dem schlesischen Mittelwalde. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 125h und 125k enthalten. Der Zugverkehr auf der Strecke wurde fortan in der Relation Sternberg–Mährisch Schönberg–Mittwelwalde abgewickelt. Der Abschnitt Nieder Lipka–Lichtenau wurde von den Personenzügen von und nach Mährisch Schildberg bedient. Über die Verbindungskurve gab es fortan auch drei durchlaufende Eilzugpaare zwischen Mährisch Schönberg, Glatz und Breslau, von denen zwei von und nach Sternberg durchgebunden waren.[6][7] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder zu den ČSD.

Am 1. Jänner 1993 ging die Strecke im Zuge der Dismembration der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC), heute: Správa železnic.

Am 11. Dezember 2011 wurde der Personenverkehr zwischen Hanušovice und Dolní Lipka eingestellt.[8] Seit dem 2. Februar 2013 verkehren jedoch wieder einige Züge am Wochenende[9].

Zwischen Šternberk und Šumperk wurde die Strecke bis Ende 2022 elektrifiziert. Zwischen Olomouc und Uničov wurde eine Streckengeschwindigkeit von 160 km/h realisiert. Auf der weiteren Strecke wurde die Streckengeschwindigkeit von 65 auf 100 km/h angehoben.[10][11]

Die Elektrifizierung des Abschnittes Dolní Lipka–Lichkov ist bis 2029 geplant. Zwischen Bludov und Hanušovice (und weiter nach Jeseník) ist die Elektrifizierung im Rahmen der Dekarbonisierung des Eisenbahnbetriebs bis 2031 vorgesehen.[12][13] Eine Ausschreibung zur Elektrifizierung der Relation Lichkov–Moravský Karlov gewann die Firma Sudop Brno, die mit 31 Millionen Kronen das günstigste Angebot abgegeben hatte. Es handelt sich dabei um eine sogenannte „einfache Elektrifizierung“ ohne umfassende Erneuerung von Gleisen und Anlagen.[14]

Im Jahresfahrplan 2025 verkehren die Personenzüge der Linie M20 (Vyškov na Moravě–Šumperk) im Zweistundentakt. Weitere Züge bedienen die Relation Nezamyslice–Uničov, so dass bis Uničov ein Stundentakt besteht. Werktags ist dieser Fahrplan im Berufsverkehr noch durch einige Eilzüge – halbstündlich versetzt – verdichtet. Die Personenzüge kreuzen jeweils zur vollen Stunde kurz nach der üblichen Symmetrieminute in Újezd u Uničova.[15]

Der Abschnitt Šumperk–Hanušovice wird von Personenzügen im Zweistundentakt bedient, der werktags im Berufsverkehr zu einem Stundentakt verdichtet ist. Einzelne Züge sind nach Jeseník durchgebunden. Zweistündlich versetzt verkehren Eilzüge in der Relation Zábřeh na Moravě–Hanušovice–Jeseník.[16]

Zwischen Hanušovice und Lichkov verkehren lediglich im Sommerhalbjahr samstags und sonntags zweistündlich Personen- und Eilzüge von Leo Express, im Winter entfällt jeder zweite Zug. Werktags beschränkt sich das Angebot auf einige wenige Züge im Berufs- und Schülerverkehr. Die Züge sind mehrheitlich bis Letohrad oder Ústí nad Orlicí durchgebunden.[17]

Fahrzeugeinsatz

Die ČD setzen auf der elektrifizierten Strecke zwischen Šternberk und Šumperk elektrische Triebzüge der ČD-Baureihe 640 ein. Leo Express setzt Triebwagen des Typs Alstom Coradia LINT ein.

Commons: Railway line 025 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Railway line 290 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Railway line 292 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Streckendaten auf atlasdrah.net
  3. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  4. Karte M02 mit Stand vom 12. November 2013 und Karte M02 mit Stand vom 2. November 2015
  5. Sommerfahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912
  6. Deutsches Kursbuch KBS 125h, Jahresfahrplan 1944/45 – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  7. Deutsches Kursbuch KBS 125k, Jahresfahrplan 1944/45 – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  8. Jahresfahrplan 2012 der ČD – gültig ab 11. Dezember 2011
  9. Pressemeldung über die Wiederaufnahme des Wochenendverkehrs (CZ)
  10. Trať mezi Olomoucí a Uničovem bude první regionální rychlodráhou v republice (Memento des Originals vom 5. November 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hanackenoviny.cz auf hanackenoviny.cz vom 2. März 2018, abgerufen am 5. November 2018
  11. „Fiasko zkoušky modernizované trati do Uničova. Vlak nedojel kvůli výpadku napětí“ auf zdopravy.cz
  12. „Koncepce rozvoje elektrické Trakce v České republice“ auf zdopravy.cz (PDF; 2,7 MB)
  13. „Do Jeseníku pod dráty. Centrální komise schválila elektrizaci trati z Bludova“ auf zdopravy.cz
  14. „Další prostá elektrizace. Projekt na úpravu trati kolem Tiché Orlice připraví Sudop Brno“ auf zdopravy.cz
  15. Jahresfahrplan der Kursbuchstrecke 290 - gültig ab 9. März 2025
  16. Jahresfahrplan der Kursbuchstrecke 292 - gültig ab 15. Juni 2025
  17. Jahresfahrplan der Kursbuchstrecke 024 - gültig ab 15. Juni 2025