Bahnhof Siershahn
| Siershahn | |
|---|---|
Empfangsgebäude, Gleisseite (2025)
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| Daten | |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 3 |
| Abkürzung | KSIH |
| IBNR | 8000060 |
| Eröffnung | 1884 |
| Profil auf bahnhof.de | Siershahn |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Siershahn |
| Land | Rheinland-Pfalz |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 50° 29′ 9″ N, 7° 46′ 17″ O |
| Höhe (SO) | 300 m |
| Eisenbahnstrecken | |
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| Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz | |
Der Bahnhof Siershahn ist der Bahnhof von Siershahn im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Er ist ein lokaler Eisenbahnknotenpunkt an der hier von der Bahnstrecke Engers–Au abzweigenden Bahnstrecke Limburg-Staffel–Siershahn. Auch viele Züge auf den heute größtenteils stillgelegten Bahnstrecken Grenzau–Hillscheid und Herborn–Montabaur waren bis Siershahn durchgebunden. Dem Bahnhof kam vor allem Bedeutung im Güterverkehr (Tonindustrie) und als Standort einer Lokstation zu.
Geschichte
Der Bahnhof wurde am 30. Mai 1884 zusammen mit den Abschnitten Siershahn–Limburg und Engers−Altenkirchen eröffnet, obwohl eine Konzession dafür bereits seit den 1870er Jahren bestand. Das Empfangsgebäude wurde aus Basaltstein ähnlich zu anderen Bahnstationen im Westerwald errichtet. Daran angebaut war der Güterschuppen, der später erweitert wurde. Auch die restliche Bahnhofsanlage wurde sehr großzügig gestaltet. Trotzdem wurden die Bahnanlagen in den 1890er Jahren erweitert.[1]
Mit dem Ausbau der Strecken nach Herborn/Westerburg (1906 bis 1910) und nach Hillscheid (1911) stieg die Bedeutung das Bahnhofs erheblich. 1913/14 erhielt der Bahnhof zwei Stellwerke und ein Wärterwerk.[2][3][4] Auch entstand eine Gleiswaage mit 30 t Tragkraft. Die Tonindustrie, weswegen die zahlreichen Bahnstrecken vorrangig gebaut worden waren, weitete ihre Produktion ebenfalls umfangreich aus. Zudem entstanden einige metallverarbeitende Betriebe. Ausgehend von Siershahn wurden viele der umliegenden Bahnhöfe daher mit Übergaben bedient.
In den 1930er Jahren wurde Siershahn von der Bahnhofsklasse II zur I aufgewertet.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt der Bahnhof schwere Schäden, so wurde die Station im März 1945 zweimal bombardiert.[5] Bis nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Bahnhof betrieblich zu Reichsbahndirektion Frankfurt/Main und wechselte 1946 zur Reichsbahndirektion Mainz.[6][7]
Bis in die 1960er Jahre war Siershahn der Halt einiger Eilzugverbindungen mit dem Laufweg Betzdorf–Altenkirchen–Siershahn–Koblenz.
In den 1980er Jahren sank die Bedeutung der Bahnstation deutlich, da auf den anliegenden Bahnstrecken der Reiseverkehr teilweise eingestellt wurde. Nach der Einstellung des Personenverkehrs nach Altenkirchen 1984 und Engers 1989 besteht heute noch die Anbindung nach Limburg. Der deutlich umfangreichere Güterverkehr kam bis auf die Tonverladung und die Anschlussbahn der Schütz-Werke Siershahn in den 1990er Jahren komplett zum Erliegen. Das Stellwerk wurde 2004 außer Betrieb genommen, fortan sitzt der Fahrdienstleiter im ehemaligen Wärterwerk.[4]
Lokstation
Errichtet wurde die Lokstation Siershahn um 1908,[8] nach anderen Angaben gab es sie bereits zur Streckeneröffnung 1884.[1] Sie gehörte betrieblich zum Bahnbetriebswerk Altenkirchen (Westerw),[6] bevor dieses aufgelöst und der Lokbahnhof Siershahn den Bahnbetriebswerk Koblenz-Mosel zugeteilt wurde.[9] Die Lokstation befand sich an der südlichen Bahnhofsausfahrt zwischen den Streckengleisen nach Limburg und Engers. Neben einem vierständigen Ringlokschuppen war auch eine Drehscheibe vorhanden. Ursprünglich mit nur 12 m Durchmesser wurde sie in den 1930er oder 1940er Jahren[1] durch ein Exemplar mit 20 m Durchmesser ersetzt. Eine ursprünglich vorgesehene großzügige Erweiterung des Lokschuppens wurde nicht umgesetzt.[8]
Von den 1990er Jahren bis 2002 wurde das Areal von einem Eisenbahnverein genutzt.[8] Der Lokschuppen wurde 2016 abgerissen, heute ist das Gelände mit einem Parkplatz überbaut.
Fahrzeugeinsatz
Der Lokbahnhof setzte in den Anfangsjahren zwei Loks der Baureihe T 3 ein, später ergänzt um die Baureihe T 9.3. Stationiert waren ab da immer circa fünf Loks in Siershahn.[10] Ab den 1930er Jahren setzte man Loks der Baureihe 94.5−17 ein, so waren 1940 ebenfalls fünf Lokomotiven dieser Baureihe in Siershahn stationiert.[6] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese ab 1951 durch Neubaudampfloks der Baureihe 82 ersetzt.[11] Auch für Loks der Baureihe 93.5−12 gab es Umlaufpläne.[12] Erst in den 1970er Jahren kurz vor der endgültigen Abstellung der BR 82 wurden aushilfsweise nochmals Loks der BR 94.5–17 in Siershahn stationiert.[9] Ebenso kamen planmäßig Loks der Baureihe 50 und V 60 sowie Schienenbusse nach Siershahn.
Betrieb heute
Der Bahnhof wird durch die RB 29 Siershahn–Montabaur–Limburg (Lahn) annähernd im Stundentakt bedient.
Bis heute wird in Siershahn auch noch Güterverkehr durchgeführt. So werden regelmäßig Ganzzüge mit Ton beladen, die hauptsächlich nach Italien transportiert werden.[13] Die Anschlussbahn des Schütz-Werkes Siershahn wird für den innerbetrieblichen Transport zum Hauptwerk in Selters ebenfalls befahren.[14]
Weblinks
- doku-des-alltags.de Bilderserie über den Bahnhof Siershahn
Einzelnachweise
- ↑ a b c Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald : zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, ISBN 3-88255-579-3, S. 318.
- ↑ www.stellwerke.de: Siershahn Sf. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ www.stellwerke.de: Siershahn Sn. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ a b www.stellwerke.de: Siershahn Sf (Ss). Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald : zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, ISBN 3-88255-579-3, S. 132.
- ↑ a b c Hans-Jürgen Wenzel: Die Baureihe 94 - Die preußischen Tenderloks T 16 und T 161, EK-Verlag, Freiburg 2018, ISBN 978-3-8446-6017-3, S. 95 f.
- ↑ Hans-Jürgen Wenzel: Die Baureihe 94 - Die preußischen Tenderloks T 16 und T 161, EK-Verlag, Freiburg 2018, ISBN 978-3-8446-6017-3, S. 210
- ↑ a b c www.ahrtalbahn.de: Bw-Außenstelle Siershahn. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ a b Hans-Jürgen Wenzel: Die Baureihe 94 - Die preußischen Tenderloks T 16 und T 161, EK-Verlag, Freiburg 2018, ISBN 978-3-8446-6017-3, S. 287
- ↑ Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald : zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, ISBN 3-88255-579-3, S. 319.
- ↑ Hans-Jürgen Wenzel: Die Baureihe 94 - Die preußischen Tenderloks T 16 und T 161, EK-Verlag, Freiburg 2018, ISBN 978-3-8446-6017-3, S. 282
- ↑ Das 1958-Projekt: »Im Dienste der Keramik-Industrie und Tongruben: BR 93.5 in Siershahn. 22. Mai 2020, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Lok-Report: Tonzugumleiterverkehr im Westerwald. 26. August 2017, abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ WW-Kurier: Neue Waggons im Einsatz. 14. September 2020, abgerufen am 2. November 2025.