Bahnhof Nordhausen
| Nordhausen | |
|---|---|
| Daten | |
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 4 |
| Abkürzung | UN |
| IBNR | 8010256 |
| Preisklasse | 3 |
| Eröffnung | 1866 |
| Profil auf bahnhof.de | Nordhausen |
| Architektonische Daten | |
| Baustil | Historismus |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Nordhausen |
| Land | Thüringen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 51° 29′ 36″ N, 10° 47′ 21″ O |
| Höhe (SO) | 183 m ü. NHN |
| Eisenbahnstrecken | |
|
| |
| Bahnhöfe in Thüringen | |
Der Bahnhof Nordhausen (lokal auch als Hauptbahnhof bezeichnet) ist ein Eisenbahnknotenpunkt in Nordthüringen und der wichtigste Bahnhof der Stadt Nordhausen. Er liegt südlich des Stadtzentrums im Tal der Zorge.
Geschichte
Die erste Eisenbahn erreichte Nordhausen am 10. Juli 1866 mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Halle, die schon am 9. Juli 1867 nach Westen bis Eichenberg verlängert wurde. 1869 kamen Verbindungen in Richtung Northeim (Südharzstrecke) und über Straußfurt nach Erfurt hinzu. Die 1897 eröffnete schmalspurige Harzquerbahn nach Wernigerode komplettiert das entstandene Netz; sie beginnt am Bahnhof Nordhausen Nord[1] an der Nordseite des Bahnhofs. Im Kursbuch 1991 der Deutschen Reichsbahn war die Entfernung zwischen den Bahnhöfen Nordhausen und Nordhausen Nord mit 300 Metern angegeben. Die gleichfalls meterspurige Straßenbahn Nordhausen ist eine Verbindung zu den meisten Stadtteilen; seit 2004 bestehen teilweise durchgehende Kurse.
Zwischen 1867 und 1869 entstand ein repräsentatives Empfangsgebäude mit Speisesaal und Warteräumen, das im Laufe der Jahre oft erweitert beziehungsweise umgebaut wurde. 1880 wurden Bahnsteigüberdachungen sowie die erste Unterführung zu den Bahnsteigen gebaut.
1994 wurde der Bahnhof elektrifiziert. Er ist auch im Ost-West-Güterverkehr von Bedeutung; deshalb befindet sich östlich des Personenbahnhofs ein großer Güterbahnhof.
1997/98 begannen umfangreiche Rekonstruktions- und Umbauarbeiten am Bahnhofsgebäude sowie später auch auf dem Bahnhofsvorplatz.[2]
Anlagen
Stellwerke
Der Bahnhof Nordhausen wird (Stand 2025) durch vier mechanische Stellwerke gesteuert: Das Fahrdienstleiter-Stellwerk Nb wurde 1906 in Betrieb genommen und befindet sich am östlichen Ende der Bahnsteige. Weiterhin sind die Wärterstellwerke No (Inbetriebnahme 1922) an der Strecke nach Halle, Nw (Inbetriebnahme 1902) am westlichen Ende der Bahnsteige sowie Ns (Inbetriebnahme 1906) im südlichen Bahnhofsbereich in Betrieb.
Die mechanischen Stellwerke an den Ablaufbergen im Rangierbahnhof Nro und Nrw wurden 1999 und 2002 außer Betrieb genommen, das Wärterstellwerk Nzo an der Ausfahrt des Güterbahnhofes Richtung Heringen und Halle im Jahr 1997 und das Wärterstellwerk Nzw an der Ausfahrt Richtung Wolkramshausen im Jahr 2014. Die vier Stellwerke wurden nach ihrer Stilllegung zurückgebaut.[3]
Für das Jahr 2027 ist die Inbetriebnahme eines Elektronischen Stellwerks in Nordhausen geplant, das die vier in Betrieb befindlichen mechanischen Stellwerke ersetzen und sieben weitere elektronische Stellwerke an der Strecke Halle–Hann. Münden fernsteuern soll.[4]
Bahnsteige
Alle Bahnsteige sind stufenfrei erreichbar, u. a. durch Aufzugsanlagen.[5] Zusätzlich sind die Bahnsteige über Treppen zu erreichen.
| Gleis | Länge in m[5] | Höhe in cm[5] |
|---|---|---|
| 1 | 155 | 55 |
| 1a | 146 | 55 |
| 2 | 143,7 | 55 |
| 2a | 156,8 | 55 |
| 2n | 100 | 30 |
| 3 | 212,5 | 55 |
Verkehrsanbindung
Im Fahrplanjahr 2025/26 halten folgende Linien am Bahnhof Nordhausen:
| Linie | Linienverlauf | Takt (min) | Verkehrsunternehmen |
|---|---|---|---|
| RE 8 | Halle – Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde – Kassel-Wilhelmshöhe | 120 | Abellio |
| RE 9 | Halle – Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde – Kassel-Wilhelmshöhe | 120 | Abellio |
| RE 55 | Nordhausen – Wolkramshausen – Sondershausen – Straußfurt – Erfurt | 120 | DB Regio Südost |
| RE 56 | Nordhausen – Wolkramshausen – Sondershausen – Straußfurt – Erfurt | 120 | DB Regio Südost |
| RB 57 | Sangerhausen – Nordhausen – Wolkramshausen – Leinefelde – Heilbad Heiligenstadt | einzelne Züge (Sangerhausen–Nordhausen) 120 (Nordhausen–Heilbad Heiligenstadt) |
Abellio |
| RB 80 | Nordhausen – Walkenried – Herzberg – Northeim – Göttingen | 120 | DB RegioNord |
| RB 81 | Nordhausen – Walkenried – Herzberg – Northeim – Bodenfelde | 120 | DB Regio Nord |
| HSB | Nordhausen Nord – Ilfeld – Eisfelder Talmühle – Drei Annen Hohne | einzelne Züge | HSB |
| 1 | Krankenhaus – Rathaus/Kornmarkt – Bahnhofsplatz | 15 (Mo–Fr) 30 (Sa–So) |
Stadtwerke Nordhausen |
| 10 | Krankenhaus – Bahnhofsplatz – Niedersachswerfen Ost – Ilfeld Neanderklinik | 60 (Mo–Fr) 120 (Sa–So) |
Stadtwerke Nordhausen in Kooperation mit der HSB |
Literatur
- Paul Lauerwald: Nordhausen. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 37. u. 131. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 2002, 2017, ISSN 0949-2127 (3 Bl., 10 S.).
- Paul Lauerwald: Bahnknoten Nordhausen. Wolfgang Herdam Fotoverlag, Wesselig u. Quedlinburg 1998. ISBN 3-9804798-8-9.
Weblinks
- Gleise in Serviceeinrichtungen (UN). DB InfraGO (PDF; Gleisplan)
Einzelnachweise
- ↑ Harzquerbahnhof auf Nordhausen.de
- ↑ Sehenswürdigkeiten - Stadt Nordhausen. Abgerufen am 17. Dezember 2021.
- ↑ Betriebsstelle Nordhausen (UN) | Stellwerksdatenbank. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ Nordhausen. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ a b c Stationsausstattung Nordhausen. Deutsche Bahn, abgerufen am 2. April 2023.