Bahnhof Nürnberg-Neusündersbühl

Nürnberg-Neusündersbühl
Ehemalige Bahnsteige und Stationsgebäude
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
(ursprünglich Bahnhof und Abzweigstelle)
Bauform Zwischenbahnhof
(ursprünglich Trennungsbahnhof)
Bahnsteiggleise 2
(ursprünglich 3)
Abkürzung NNSL
Eröffnung 1. Oktober 1894
Schließung 10. Dezember 2006
Lage
Stadt/Gemeinde Nürnberg
Ort/Ortsteil Seeleinsbühl
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 27′ 9″ N, 11° 2′ 15″ O
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Nürnberg-Neusündersbühl
Bahnhöfe in Bayern
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Der Bahnhof Nürnberg-Neusündersbühl war ein Bahnhof in Nürnberg, der Ausgangspunkt der Bahnstrecke Nürnberg-Neusündersbühl–Nürnberg Rangierbahnhof war und als Zufahrt zum Bahnbetriebswerk Nürnberg West genutzt wurde.[1] Darüber hinaus hatte er eine Funktion als Überhol- und Ausweichbahnhof auf der besonders stark belasteten Strecke Nürnberg–Fürth. Nach dem Abbau der Weichen diente er bis 2006 noch als Haltepunkt im Personenverkehr. Er lag an der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg und befand sich im Westen der Stadt im Stadtteil Seeleinsbühl bzw. Eberhardshof, nordwestlich der Kreuzung des Frankenschnellwegs mit der Ringstraße. Insgesamt war er von 1894 bis 2006 in Betrieb, eine Wiederinbetriebnahme wird seit 2020 im Zuge des Ausbauprogramms S-Bahn Nürnberg untersucht.[2][3]

Geschichte

Der ursprünglich dreigleisige Bahnhof wurde am 1. Oktober 1894 von der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen mit Aufnahme des Vorortverkehrs zwischen Nürnberg und Erlangen eröffnet. Neben seiner Funktion als Personenverkehrshalt und Ausweichbahnhof diente der Bahnhof auch als Zufahrt zum Bahnbetriebswerk Nürnberg Hauptbahnhof (heute Nürnberg West).[4] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 ein neues mechanisches Stellwerk mit Wechselstromblock errichtet. Ein neues Empfangsgebäude für den Personenverkehr sowie ein Betriebsgebäude für das angrenzende Bahnbetriebswerk Nürnberg Hauptbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz wurden 1962 gebaut. Am 18. Juli 1971 erfolgte die Stilllegung des Stellwerks.[5]

Der Bahnhof Neusündersbühl war spätestens ab dem 1. Januar 1975 Ausgangspunkt der Bahnstrecke Nürnberg-Neusündersbühl–Nürnberg Rangierbahnhof über Nürnberg Hauptgüterbahnhof und Viehhof.[1]

Zwischen dem 20. November 1988 und dem 13. September 2009 diente die Abzweigstelle Nürnberg Jansenbrücke bei Kilometer 3,2 als Zufahrt. Diese wurde vom Stellwerk des Nürnberger Hauptbahnhofs ferngesteuert.[6] Zwischen 1992 und 2015 diente das bis dahin geschlossene Empfangsgebäude dem Modelleisenbahnclub Nürnberg e. V. als Vereinsheim und Standort für ihre Modelleisenbahnanlage.[7][8][9]

Im Vorgriff auf die 2007 begonnenen Bauarbeiten für den viergleisigen Ausbau des Streckenabschnitts Nürnberg–Fürth wurde der Haltepunkt am 10. Dezember 2006 aufgelassen. Begründet wurde die Schließung mit dem nahe gelegenen U-Bahnhof Maximilianstraße und der dadurch geringen Frequentierung des Haltepunkts sowie betrieblichen Zwängen (eingleisige Trasse für die S-Bahn), die sich durch das vorgesehene Betriebsprogramm (20-Minuten-Takt) der S-Bahn-Linie ergeben werden.[10] Der Seitenbahnsteig sowie der nur noch auf der Nordseite bediente Mittelbahnsteig wurden im Zuge der Bauarbeiten für die zwei zusätzlichen Gleise im Sommer 2008 abgebrochen. Die Inbetriebnahme der gesamten viergleisigen Strecke erfolgte am 21. November 2011.

2018 erfolgte mittels Aufstockung, dem Einbau weiterer Fenster und einem Anbau ein Komplettumbau des Empfangsgebäudes zu einem privaten Wohnhaus.[11]

Ausblick

Die Stilllegung des Haltepunkts 2006 sorgte bereits im Vorfeld zu heftiger Kritik seitens des Fahrgastverbands Pro Bahn, da hier eine optimale Umsteigemöglichkeit zwischen Stadtbusverkehr (Ringbuslinie 35 sowie Linien 38, 39) und Bahnverkehr bestünde. In einem Gutachten von Intraplan sei ein jährlicher volkswirtschaftlicher Nutzen von 204.500 Euro (inflationsbereinigt 2025: etwa 325.000 Euro) errechnet worden.[12][13] Im Zuge des Ausbauprogramms S-Bahn Nürnberg wird innerhalb des Punkts 11 Knotenuntersuchung Nürnberg und Fürth die Wiedereinrichtung einer S-Bahnstation auf Höhe der Jansenbrücke geprüft.[14]

Bilder

Siehe auch

Commons: Bahnhof Nürnberg-Neusündersbühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c DV 407 A/1/III - Örtliche Ausführungsbestimmungen, Streckenverzeichnis und Kilometertafeln zur Vorschrift für die Ermittlung der Betriebsleistungen, Bundesbahndirektion Nürnberg, gültig vom 1. Januar 1975 an. Einführungsbestimmungen: Strecke Nürnberg Hgbf–Viehhof–Nürnberg Rbf beginnt in Nürnberg-Neusündersbühl. Seite 41: Abzw. Nürnberg-Neusündersbühl–Nürnberg Hgbf–Nürnberg Rbf – Streckennummer 025 Richtung Rbf und Streckennummer 026 Richtung Neusündersbühl. Entfernungstafel: Nl (Neusündersbühl) als Ausgangspunkt, Ng (Hgbf, 1,40 km), Vh (Viehhof, 2,61 km), Nr (Rbf Stw 22, 4,81 km), Nra (Rbf A, 6,23) und Nre (Rbf E mit 3,00 km, gemessen von Stw. 22).
  2. Nürnberg-Neusündersbühl auf stellwerke.info, abgerufen am 24. September 2025
  3. Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg (AuSbauNü) – Liste der zu untersuchenden Maßnahmen. In: online-service2.nuernberg.de. 14. Oktober 2021, abgerufen am 25. September 2025.
  4. Bahnbetriebswerk Nürnberg West – ehem. Bw Nürnberg Hauptbahnhof, vorm. "Centralwerkstätte" (Memento vom 10. Februar 2012 im Internet Archive). Online auf www.nuernberginfos.de; abgerufen am 25. September 2025.
  5. Nürnberg-Neusündersbühl auf stellwerke.info, abgerufen am 24. September 2025
  6. Nürnberg Hbf Nhf auf stellwerke.info, abgerufen am 24. September 2025
  7. Über uns auf mec-nuernberg.de, abgerufen am 25. September 2025
  8. Nürnberg-Neusündersbühl auf bahnrelikte.net, abgerufen am 24. September 2025
  9. Charlotte Bühl: Bahnhöfe. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 96 (Gesamtausgabe online).
  10. DB ProjektBau GmbH (Hrsg.): Ausbau der S-Bahn-Linie S1 Teilabschnitt Nürnberg–Fürth–Erlangen–Forchheim (–Bamberg). Info-Faltblatt (Stand: 7. November 2008).
  11. Der ehemalige Haltepunkt Neusündersbühl auf dernuernberger.blogspot.com, vom 31. Dezember 2021, abgerufen am 24. September 2025
  12. Bahnstrecke Nürnberg – Fürth „richtig“ viergleisig ausbauen! [PDF] auf pro-bahn.de, vom 19. Dezember 2001, abgerufen am 25. September 2025
  13. Weichenstellungen für die Zukunft Nürnbergs auf pro-bahn.de, vom 25. November 2011, abgerufen am 25. September 2025
  14. Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg (AuSbauNü) – Liste der zu untersuchenden Maßnahmen. In: online-service2.nuernberg.de. 14. Oktober 2021, abgerufen am 25. September 2025.