Bahnhof Herdorf

Herdorf
Empfangsgebäude mit Triebwagen der Baureihe 796 (1993)
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Anschlussbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung EHF
IBNR 8002770
Eröffnung 1861
Profil auf bahnhof.de Herdorf
Lage
Stadt/Gemeinde Herdorf
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 46′ 43″ N, 7° 57′ 11″ O
Höhe (SO) 238 m ü. NN
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Herdorf
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
i16

Der Bahnhof Herdorf ist eine Betriebsstelle der Bahnstrecke Betzdorf–Haiger und der hier beginnenden Bahnstrecke Herdorf–Unterwilden auf dem Gemeindegebiet von Herdorf in Rheinland-Pfalz.

Geschichte

Der Bahnhof wurde 1861 eröffnet, ab hier bestanden Direktverbindungen nach Betzdorf und Dillenburg.

Das heute geschlossene Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz.[1] Für den Personenverkehr waren ursprünglich drei Bahnsteige vorhanden, heute existieren nur noch zwei Bahnsteige. Im Güterverkehr waren Anschlussgleise zur Friedrichshütte und zum Herdorfer Chamottewerk von Bedeutung, die restlichen Güteranlagen befanden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Empfangsgebäudes.[2]

Zwei Stellwerke entstanden 1901, die 1928/1931 umfassend erneuert wurden. Beide werden auch heute noch genutzt, das an der östlichen Bahnhofsseite als Sitz des Fahrdienstleiters, das auf der Westseite als Wärterwerk.[3][4] Am Wolfsweg befand sich ursprünglich ein Bahnübergang, der 1912 durch eine darüberführende Brücke ersetzt wurde. Zeitweise führten 12 Gleise unter der Brücke hindurch. Die Betonbrücke wurde wiederum 1987 durch einen Neubau ersetzt.[5]

Anlagen für den Güterverkehr bestehen außer dem Übergabebahnhof der Bahnstrecke Herdorf–Unterwilden nicht mehr. Das Areal der ehemaligen Friedrichshütte ist überbaut, das des Schamottewerks teilweise eine Brache.

Anschlussbahnhof der Freien Grunder Eisenbahn

Die Bahnstrecke Herdorf–Unterwilden wurde 1907 eröffnet, dazu entstand nordöstlich des Staatsbahnhofs ein Übergabebahnhof der Kleinbahn. Diese hatten fünf Gleise, zusätzlich wurde ein eher einfaches einstöckiges Empfangsgebäude am einzigen Bahnsteig, ein Lokschuppen und ein Wasserturm errichtet. Anfang der 1920er entstand noch ein Wohnhaus für Bahnbeamte.[6]

Der Lokschuppen diente ab 1938 zunächst nur noch als Lagerraum, ab den 1950er Jahren dann als Busgarage. Um die Strecke nach Unterwilden teilweise stilllegen zu können, wurde ab 1951 am östlichen Bahnhofskopf ein neuer zweiständiger Lokschuppen errichtet.[7] Dieser Lokschuppen wird auch heute noch genutzt. Die Gleisanlage besteht außer dem Gleis zum Lokschuppen aus fünf Gleisen, davon drei einseitig aus Richtung Unterwilden angebundene Stumpfgleise.

Betrieb

Der Bahnhof Herdorf wird durch die Linie RB96 nach dem Rheinland-Pfalz-Takt täglich im Stundentakt angefahren. Die Strecke wird durch die Hessische Landesbahn bedient und liegt im Verbundgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM).

Linie Linienverlauf Takt Regelgleis
RB 96 Hellertal-Bahn:
Betzdorf (Sieg) – Grünebacherhütte – Grünebach Ort – Sassenroth – Königstollen – Herdorf – Struthütten – Altenseelbach – Neunkirchen (Kr Siegen) – Wahlbach (Kr Siegen) – Burbach (Kr Siegen) – Würgendorf (Ort) – Würgendorf – Holzhausen (Kr Siegen) – Niederdresselndorf – Allendorf (Dillkr) – Haiger Obertor – Haiger – Sechshelden – Dillenburg
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
120 min 1

Am Bahnhof befindet sich eine Haltestelle der Buslinie R23 von Zeppenfeld nach Daaden sowie der Buslinien 295 von Betzdorf/Kirchen (Sieg) ebenfalls nach Daaden.

Commons: Bahnhof Herdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rheinland-Pfalz Generaldirektion Kulturelles Erbe: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler − Kreis Altenkirchen. Abgerufen am 9. November 2025.
  2. Gerhard Schäfer: Die Talbahn im Freien Grund – Die Geschichte der Freien Grunder Eisenbahn (= EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte Band 24). EK-Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-88255-438-X, S. 26.
  3. www.stellwerke.de: Herdorf Hf. Abgerufen am 9. November 2025.
  4. www.stellwerke.de: Herdorf Ho. Abgerufen am 9. November 2025.
  5. Gerhard Schäfer: Die Talbahn im Freien Grund – Die Geschichte der Freien Grunder Eisenbahn (= EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte Band 24). EK-Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-88255-438-X, S. 28.
  6. Gerhard Schäfer: Die Talbahn im Freien Grund – Die Geschichte der Freien Grunder Eisenbahn (= EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte Band 24). EK-Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-88255-438-X, S. 25.
  7. Gerhard Schäfer: Die Talbahn im Freien Grund – Die Geschichte der Freien Grunder Eisenbahn (= EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte Band 24). EK-Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-88255-438-X, S. 25 ff.