Badenia Automobilwerke

Badenia Automobilwerke AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung Oktober 1923
Auflösung 1925 (Eröffnung des Konkursverfahrens)
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung
  • Chr. Schickel (Vorstand)
  • Otto Theodor Albrecht Hassel (Aufsichtsrat)
  • Gustav Carl Kaufmann (Aufsichtsrat)
  • Gerhard Maria Fritze (Aufsichtsrat)
  • Oskar Brickenstein (Aufsichtsrat)
Branche Automobilindustrie

Die Badenia Automobilwerke AG war ein deutsches Unternehmen zur Herstellung von Automobilen mit Sitz in Hamburg und Produktionsanlagen in Ladenburg.[1] Es wurde 1923 gegründet und ging 1925 in Konkurs.

Unternehmensgeschichte

Das Unternehmen wurde im Oktober 1923 von Karl Guido Thetard, Carl Alexander Günther Nette, Christoph Friedrich Kuhlmann, Walter Julius Ernst Ebner und Alfred Carl Eduard Hassel gegründet.[2] Unter den Gründern befanden sich wohl mehrere ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens C. Benz Söhne.[3][4] Der Markenname lautete Badenia.[1][3] Der Unternehmenszweck wurde mit „Betrieb eines Automobilwerks in Ladenburg, Herstellung und Vertrieb von Kraftfahrzeugen, allen dazugehörenden Teilen und sonstigen Maschinenteilen, Handel mit diesen Gegenständen sowie deren Reparatur“ angegeben.[2]

Bei der Gründung kurz vor dem Ende der Hochinflation betrug das Aktienkapital 30 Milliarden Mark, es wurde offiziell erst im Februar 1925 auf 24.000 Reichsmark umgestellt.[2] Vorstand der Gesellschaft war Chr. Schickel, im Aufsichtsrat saßen zuletzt Otto Theodor Albrecht Hassel (Hamburg), Gustav Carl Kaufmann (Hamburg), Bankdirektor Gerhard Maria Fritze (Amsterdam) und Oskar Brickenstein (Düsseldorf-Oberkassel).[2]

Zur Produktion wurde Teile des Werkes von C. Benz Söhne in Ladenburg gemietet.[5] Im August 1925 wurde das Konkursverfahren eröffnet, zum Verwalter wurde der Mannheimer Rechtsanwalt Beyerlen bestellt.[2] Einige Quellen datieren das Ende der Produktion auf 1926.[4][6][7]

Fahrzeuge

Angeboten wurde mit dem 8/40 PS nur ein Modell, wobei die 8 für die Steuer-PS stand. Sein Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 66 mm Bohrung und 97 mm Hub hatte 1991 cm³ Hubraum. Er leistete 40 PS bei 4000 Umdrehungen in der Minute. Der Motor stammte von der Hessischen Automobil-AG (HAG), deren Firmenleitung mit der von Badenia verknüpft war. Die Kolben waren aus Aluminium, die Ventile hängend angeordnet. Das Blockgetriebe hatte vier Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Vorder- und Hinterachse waren an Halbelliptikfedern aufgehängt. Fuß- und Handbremse wirkten nur auf die Hinterräder Das Auto hatte Rechtslenkung und Drahtspeichenräder mit der Reifengröße 820 × 120 mm. Der Radstand betrug 300 cm, die Spurweite 134 cm.[8] Nur wenige Fahrzeuge fanden einen Käufer.[9] Eine andere Quelle meint, dass unklar ist, ob mehr als ein Exemplar entstand.[5]

Ältere Quellen nennen davon abweichend die Bezeichnung 10/40 PS,[4][6] was nicht zum Hubraum passt, und dass der Motor einem von C. Benz Söhne entsprach[4][10], obwohl die nie einen Sechszylindermotor bauten.

Außerdem fertigte das Unternehmen im Auftrag der Schmidt & Bensdorf GmbH deren Dreiräder, die unter dem Markennamen Mops angeboten wurden. Die Bauzeit war von 1924 bis 1925. Der Absatz blieb gering.[11]

Literatur

  • Dietrich Conrad: Mannopolis. Verlag Waldkirch, Mannheim 2022, ISBN 978-3-86476-167-6, S. 98–102.
Commons: Badenia Automobilwerke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-87943-519-7, S. 434.
  2. a b c d e Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften. 30. Ausgabe 1925, Band 3, S. 4956.
  3. a b Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8, Kapitel Badenia.
  4. a b c d (D) Badenia (Memento vom 18. Februar 2019 im Internet Archive) Auf gtue-oldtimerservice.de.
  5. a b Michael Hundt: Ein Hundeleben. In Oldtimer Markt, Ausgabe 10/2012, S. 174–176.
  6. a b Badenia. Auf deautogids.nl, abgerufen am 13. Mai 2017 (niederländisch).
  7. Badenia. Auf allcarindex.com, abgerufen am 13. Mai 2017 (englisch).
  8. Dietrich Conrad: Mannopolis. Verlag Waldkirch, Mannheim 2022, ISBN 978-3-86476-167-6, S. 172.
  9. Dietrich Conrad: Mannopolis. Verlag Waldkirch, Mannheim 2022, ISBN 978-3-86476-167-6, S. 98–102.
  10. Ulrich Kubisch: Deutsche Automarken von A–Z. VF Verlagsgesellschaft, Mainz 1993, ISBN 3-926917-09-1, S. 16.
  11. Michael Wolff Metternich: 100 Jahre auf 3 Rädern. Deutsche Dreispur-Fahrzeuge im Wandel der Zeiten. Neue Kunst Verlag, München, ISBN 3-929956-00-4, S. 253.