Bad Honnefer Linie

Die Bad Honnefer Linie (ersatzweise Honnefer Linie) bzw. Dorp-Dorf-Linie, Eifelschranke oder Eifel-Schranke ist in der Germanistik eine Isoglosse des Deutschen innerhalb des Rheinischen Fächers des Kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums. Sie trennt die Gebiete mit den örtlichen Dialektbezeichnungen Dorp und Dorf für das hochdeutsche Wort Dorf und damit ripuarische und ostbergische (sofern Wendener Platt dazugezählt wird) von nördlichen moselfränkischen Mundarten, also zwei Gebiete mit unterschiedlich vollzogener zweiter deutscher Lautverschiebung voneinander.

Verlauf

Vom deutschsprachigen Teil Belgiens, nördlich von Sankt Vith, im Westen verläuft die Bad Honnefer Linie über die nördliche Eifel, etwa auf der Nordseite der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, entlang dieser Grenze und überquert bei Bad Honnef, südlich von Bonn, den Rhein, um der Landesgrenze weiterhin auf der nördlichen Seite bis zum östlichsten Bergischen Land und zum Wildenburgischen Land zu folgen. Ungefähr an der Grenze zum Kreis Siegen-Wittgenstein vereint sich die Dorp-Dorf-Isoglosse mit Uerdinger und Benrather Linie, also der Grenze zwischen dem historischen sächsischen und fränkischen Siedlungsgebiet, die hier die Sprachgrenze zwischen westniederdeutschen und westmitteldeutschen Dialekten darstellt, um in östlicher Richtung weiterzuverlaufen.

Namen

Der aus dem Rheinland stammende Sprachwissenschaftler Georg Wenker benannte im späten 19. Jahrhundert die im von ihm erstellten Sprachatlas des Deutschen Reichs erkennbaren Sprachgrenzen des Rheinischen Fächers nach den Orten, an denen sie den Rhein überqueren. Die linksrheinische Eifel dient neben Bad Honnef, das seit 1901 Kurort ist und den Namenszusatz „Bad“ seit 1960 trägt, als Namensgeber für die Isoglosse.