Babatunde Apalowo

Babatunde Apalowo (auch Tunde Apalowo) ist ein nigerianischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmeditor. Sein Langfilmdebüt All the Colours of the World Are Between Black and White gewann 2023 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin den Teddy Award für den besten Spielfilm.[1]

Leben und Werk

Apalowo wurde in Ogbagi-Akoko (Nigeria) geboren und ist als Regisseur und Drehbuchautor im Vereinigten Königreich tätig. Zu Apalowos frühen Arbeiten zählen die Kurzfilme A Place of Happiness und Crack.[2] Sein Spielfilmdebüt All the Colours of the World Are Between Black and White wurde 2023 bei der Berlinale uraufgeführt und mit dem Teddy Award ausgezeichnet.[3] Als Filmeditor gewann er 2022 bei den Africa Magic Viewers’ Choice Awards (AMVCA) den Preis in der Kategorie „Best Picture Editor“ für For Maria Ebun Pataki.[4]

Apalowos Langfilmdebüt All the Colours of the World Are Between Black and White spielt in Lagos und erzählt von der Annäherung zweier Männer (Bambino und Bawa). Der Stoff ist in Nigeria gesellschaftlich hoch tabuisiert und rechtlich riskant: Menschenrechtsorganisationen verweisen auf den Same-Sex Marriage (Prohibition) Act (2014), der unter anderem „öffentliche Zurschaustellung“ gleichgeschlechtlicher Beziehungen kriminalisiert.[5][6]

Die Berliner Zeitung zitierte aus der Jurybegründung zum Teddy Award, der Film entstehe in einem „feindseligen sozialen und politischen Umfeld“ und betonte ausdrücklich auch den Mut Apalowos und seiner Crew, ihn zu realisieren.[7] Apalowo schilderte zudem, dass Dreharbeiten im öffentlichen Raum in Lagos häufig nur mit improvisierten, schnellen Abläufen möglich gewesen seien („guerrilla mode“).[8]

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl)

  • 2022: Africa Magic Viewers’ Choice Awards (AMVCA) – Best Picture Editor (für For Maria Ebun Pataki)[4]
  • 2023: Teddy Award – Bester Spielfilm (für All the Colours of the World Are Between Black and White)[1]
  • 2023: AMVCA – Nominierung „Best Writer in Movie or TV Series“ (Kanaani; mit Jeffery Musa David)[9]
Commons: Babatunde Apalowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b 37. TEDDY AWARD – Die Gewinner:innen / The Winners (Pressemitteilung). (PDF) In: teddyaward.org. 24. Februar 2023, abgerufen am 10. Januar 2026.
  2. Babatunde Apalowo. In: Festival des 3 Continents. Abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  3. Teddy Talents Talks: Queer Visions | Berlinale Talents -. Abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  4. a b Here’s the Full List of Winners – AMVCA 8. In: DStv / Africa Magic. 14. Mai 2022, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  5. Nigeria: Anti-LGBT Law Threatens Basic Rights. In: Human Rights Watch. 14. Januar 2014, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  6. Nigeria: Same-Sex Marriage (Prohibition) Act, 2013 – Briefing. (PDF) In: Human Dignity Trust. 1. April 2014, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  7. Wir kuscheln in einer politischen Welt: Der queere Teddy Award auf der Berlinale. In: Berliner Zeitung. 25. Februar 2023, abgerufen am 10. Januar 2026.
  8. Babatunde Apalowo: ‘Telling about impossible feelings’. In: Next Is Africa. 24. Juni 2024, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  9. Full List: Here are all our AMVCA 9 Nominees. In: DStv / Africa Magic. Abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).