Bürgernetz Dresden
Das Bürgernetz Dresden war die Organisation zum Betrieb vom Bürgernetz in Dresden. Dazu bestand ein Netzwerk, insbesondere per Funk, innerhalb der Stadt und Umgebung. Das Bürgernetz Dresden war eines der größten derartigen Netze in Deutschland. Der Verein war Mitglied im übergreifenden Bürgernetzverband.
Das Bürgernetz als Verein bestand seit 1999. Somit wurde eine erste Form für den bestehenden Betrieb gefunden.
Einerseits gab es den ursprünglichen Förderverein mit über 800 Mitgliedern. Der Förderverein diente der Bildung, insbesondere zum Betrieb von Netzwerken und den eigenen (persönlichen) Computern. Der Verein baute das Netzwerk und war daher dessen Eigentümer.
Andererseits gab es von 2012[1] bis 2024[2] die Genossenschaft mit fast 500 Mitgliedern. Die Genossenschaft übernahm den wirtschaftlichen Teil, wobei sie als Provider galt. Dazu pachtete die Genossenschaft das Netzwerk vom Verein und bot es an. Wie für eine Genossenschaft üblich, erhielten Mitglieder der Genossenschaft die Leistungen – den Zugang zum Internet – preisgünstiger. Dazu musste mindestens ein Genossenschaftsanteil im Wert von 60 € erworben werden. Davon abweichend bedurfte es für die Nutzung durch ein Gewerbe mindestens fünf Anteilen. Aber auch ohne Mitgliedschaft konnte ein Dienstleistungsvertrag für den Zugang zum Internet abgeschlossen werden.
Konzept war es, dass per Funkübertragung mit eigener Infrastruktur ein Netzwerk betrieben wird. Dabei kam zur Überbrückung längerer Strecken Richtfunk zum Einsatz. Letztlich gab es eine Vielzahl von Wireless Access Points, zu denen die Mitglieder – auch Kunden – Zugang hatten.
Das Bürgernetz Dresden stellte eine Alternative zu den üblichen kommerziellen Telekommunikationsdiensteanbietern dar. Einerseits war dies relevant für Regionen, die sehr schlecht mit Breitbandzugängen zum Internet versorgt sind. Andererseits war das ein Ansatz für Menschen, die gern selbstverwaltete Infrastruktur mit anderen Menschen vor Ort nutzen wollen. Seit der Gründung verschob sich der Fokus von der Bereitstellung von Zugang zum Internet selbst, hin zum gemeinsamen und kostengünstigen Nutzen vom Netzwerk mit Internet.
Modellhaft bot das Bürgernetz Dresden im World Trade Center Dresden freien Zugang zum eigenen Netzwerk und daher auch zum Internet an.[3]
Eine Zusammenarbeit mit Freifunk gab es nicht.
Da die Genossenschaft nicht mehr zahlungsfähig war, mussten zum 19. Juli 2021 bzw. Dezember 2021 alle Dienste des Bürgernetzes eingestellt werden.
Auch die Website der Genossenschaft ist nicht mehr online.
Eberhard Mittag, einer der Mitbegründer des Bürgernetzes und zuletzt Vorstand der Genossenschaft,[2] starb im Juli 2022 bei einem Flugunfall. In seiner Funktion als Vorsitzender des Fernsehturmvereins Dresden war er auf dem Weg zu einer Besprechung mit Geschäftspartnern.[4]
Weblinks
- Website des Vereins abgerufen am 14. März 2025
- Website der Genossenschaft ( vom 7. März 2021 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Website (des Vereins vom) Bürgernetz Dresden: Geschichte ( vom 15. Juli 2015 im Internet Archive)
- ↑ a b Registerauszug Amtsgericht Dresden GnR 495
- ↑ Website (des Vereins vom) Bürgernetz Dresden: WLAN im WTC Dresden ( vom 15. Juli 2015 im Internet Archive)
- ↑ Sandro Pohl-Rahrisch: Die letzten Minuten vor dem Flugzeugabsturz im Bayerischen Wald. In: Sächsische Zeitung. 19. Oktober 2022, abgerufen am 16. November 2025.