Bündner Urkundenbuch

Das Bündner Urkundenbuch (kurz BUB) ist eine aus acht Bänden bestehende Edition wichtiger Quellen für die Erforschung des Bündner Mittelalters (Urkundenbuch).[1] Der achte Band besteht aus zwei Teilbänden.[1]

Geschichte

Das Editionsvorhaben brachte 1955 den ersten Band mit Urkunden von 390 bis 1199 hervor, wurde 1970 unterbrochen und ab 1991 wieder aufgenommen. Mit der Veröffentlichung aller acht Bände ist das Projekt abgeschlossen und bietet 5100 edierte Urkunden.[1]

Zielsetzung und Editionspraxis

Das Staatsarchiv Graubünden betont die Bedeutung der Urkunden als „die hauptsächlichsten Quellen zur Erforschung des Mittelalters“, weshalb man sie im Rahmen des Bündner Urkundenbuch-Projekts zugänglich machen wollte.[1]

Auf der Website des Staatsarchivs Graubünden heißt es zur Editionspraxis: „Es ist ein Quellenwerk, das zum Ziel hat, sämtliche Urkunden bis zum Jahr 1400, die in irgendeiner Weise das Gebiet des heutigen Kantons Graubünden betreffen, zu sammeln und herauszugeben. Bei einem bündnerischen Aussteller, Empfänger oder Rechtsobjekt wird die Urkunde vollständig abgedruckt; bei bündnerischen Zeugen, Schiedsrichtern, Bürgen, Ausstellorten u.a. wird sie in Regestenform mit kurzer Inhaltsangabe publiziert.“[1]

Finanzierung

Das Projekt wurde durch den Kanton Graubünden, durch den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, durch die Historischen Gesellschaft Graubünden und die Stadt Chur ermöglicht.[1]

Bündner Urkundenbuch online

Das Staatsarchiv Graubünden hat alle acht Bände auf seiner Website als PDF-Datei bereitgestellt, so dass die edierten Urkunden für die Jahre 390 bis 1400 online zugänglich sind.[1]

Ausgaben

  • Bündner Urkundenbuch. Bd. I: Urkunden 390–1199. Erarbeitet von Elisabeth Meyer-Marthaler und Franz Perret. Hrsg. durch die Historisch-antiquarische Gesellschaft von Graubünden. Chur: Verlag Bischofberger & Co. 1955. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. II: Urkunden 1200–1272. Neubearbeitung. Bearbeitet von Otto P. Clavadetscher. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Ostfildern: Thorbecke 2004. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. III: Urkunden 1273–1303. Neubearbeitung. Bearbeitet von Otto P. Clavadetscher und Lothar Deplazes. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Sigmaringen: Thorbecke 1997. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. IV: Urkunden 1304–1327. Bearbeitet von Otto P. Clavadetscher und Lothar Deplazes. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Stuttgart: Thorbecke 2001. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. V: Urkunden 1328–1349. Bearbeitet von Otto P. Clavadetscher und Lothar Deplazes. Unter Mitarbeit von Immacolata Saulle Hippenmeyer. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Ostfildern: Thorbecke 2005. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. VI: Urkunden 1350–1369. Bearbeitet von Lothar Deplazes und Immacolata Saulle Hippenmeyer. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Ostfildern: Thorbecke 2010. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. VII: Urkunden 1370–1385. Bearbeitet von Lothar Deplazes und Immacolata Saulle Hippenmeyer. Unter Mitarbeit von Josef Ackermann. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Ostfildern: Thorbecke 2014. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. VIII Teil 1: Urkunden 1386–1400. Bearbeitet von Lothar Deplazes (†), Immacolata Saulle Hippenmeyer, Thomas Bruggmann und Ursus Brunold. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Ostfildern: Thorbecke 2018. PDF
  • Bündner Urkundenbuch. Bd. VIII Teil 2: Urkunden 1386–1400. Bearbeitet von Lothar Deplazes (†), Immacolata Saulle Hippenmeyer, Thomas Bruggmann und Ursus Brunold. Hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden. Ostfildern: Thorbecke 2018. PDF

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Vgl. Bündner Urkundenbuch online. Auf den Seiten des Staatsarchiv Graubünden. Zuletzt abgerufen am 13. Dezember 2025.