Bärendenkmal (Ramberg)
Das Bärendenkmal im deutschen Mittelgebirge des Harzes ist ein Gedenkstein auf dem Ramberg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Es erinnert an den letzten in Anhalt erlegten Bären im Herbst des Jahres 1696.
Lage
Das Bärendenkmal befindet sich im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt im Stadtgebiet von Quedlinburg zwischen dem zu Thale gehörenden Ortsteil Friedrichsbrunn und dem zu Harzgerode gehörenden Ortsteil Mägdesprung. Nördlich oberhalb vom Tal des Krebsbaches steht es im Wald des Rambergmassivs zwischen der Viktorshöhe und dem Bremer Teich neben dem bewaldeten Bärenweg (auch Bärweg) auf etwa 472 m ü. NHN.[1]
Das Bärendenkmal ist als Stempelstelle 184[2] in die Harzer Wandernadel einbezogen.
Geschichte
Der Harz war über Jahrhunderte als Reichsbannforst der deutschen Könige ausgewiesen. Bis ins späte Mittelalter hinein waren in den Harzwäldern noch Bären beheimatet. Mit dem Aufkommen und der Entwicklung der Feuerwaffen verschob sich das lebensräumliche Gleichgewicht, und die Harzer Bewohner begannen, die großen Raubtiere auszurotten. In der Folge verschwanden Bär, Luchs und Wolf aus den Mischwäldern des Harzes.
Der Bär ist das Wappentier der Askanier und aller anhaltischen Länder; als Begründer des Fürstentums Anhalt gilt Albrecht der Bär.
Letzter Bär in Anhalt
Das Bärendenkmal kennzeichnet die Stelle, an der im November 1696 in den anhaltischen Forsten/Wirtschaftswäldern (im Fürstentum Anhalt-Harzgerode) der letzte Braunbär erlegt worden ist.[3] Errichtet wurde das Denkmal um das Jahr 1900. Es handelt sich um einen Findling, an dem eine gusseiserne Platte mit folgender Inschrift angebracht wurde: „Der letzte Bär in den Anhaltischen Forsten wurde hier Ende des siebzehnten Jahrhunderts erlegt.“ Das Kleindenkmal steht auf geschichteten Feldsteinen.
Letzter Bär im Harz
Der letzte Großbär (Europäischer Braunbär) im gesamten Harz soll nach unbestätigten Angaben etwa neunzig Jahre später bei Wernigerode erlegt worden sein. Der Fuhrknecht Buchtekirch soll ihn zwischen 1786 und 1788 zur Strecke gebracht und dafür vom Grafen zu Stolberg-Wernigerode eine Belohnung von zwei Reichstalern erhalten haben.
Literatur
- Volker Ebersbach: „Bärenzeit“. In: Geschichte der Stadt Bernburg in zwei Bänden. Band 1, Anhaltische Verlagsgesellschaft, Dessau 1998, S. 28, ISBN 3-910192-65-3.
- Hercynia. Neue Folge. Für die Sektionen Biowissenschaften, Geographie, Pflanzenproduktion. Band 25, hrsg. im Auftrage der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig, Leipzig 1988, S. 49 (mit Abbildung und abweichender Jahreszahl 1686).
Weblinks
- Matthias Blazek: „Puck“, der letzte Wolf in Niedersachsen, wurde 1872 bei Bergen erlegt, Göttinger Tageblatt vom 6. Januar 2014
Einzelnachweise
- ↑ Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
- ↑ Harzer Wandernadel: Stempelstelle 184 / Bärendenkmal, auf harzer-wandernadel.de
- ↑ Hercynia, 1988, S. 49, danach erlegte bereits 1686 der Forstlehrling Kersten den Bären bei Friedrichsbrunn.
Koordinaten: 51° 40′ 56,1″ N, 11° 5′ 45,5″ O