Avihu Ben-Nun
Avihu Ben-Nun (hebräisch אביהו בן-נון; * 24. Dezember 1939 in Givʿat Ada) ist ein ehemaliger israelischer Offizier, der unter anderem zwischen 1987 und 1992 elfter Kommandeur der Israelischen Luftstreitkräfte (IAF) war.
Leben
Avihu Ben-Nun trat nach dem Schulbesuch 1957 in die Kommandeur der Israelischen Luftstreitkräfte (IAF) ein und wurde nach seiner Pilotenausbildung 1963 auf dem einstrahligen Jagdflugzeug Dassault Mirage III als Jagdflieger eingesetzt.[1] Kurz vor Ausbruch des Sechstagekrieges (5. bis 10. Juni 1967) wurde er stellvertretender Kommandeur der 116. Staffel „Löwen des Südens“, die Dassault Mystère IV flog. Er übernahm vorübergehend das Kommando über die Staffel, nachdem deren Kommandeur Major Yonatan Shahar zu Beginn des Krieges mit dem Schleudersitz aussteigen musste. Nach dem Krieg wurde er der 119. Staffel zugeteilt, die damals auf dem Luftwaffenstützpunkt Tel Nof stationiert war. Im Juli 1967 schoss er eine MiG-21 der ägyptischen Luftstreitkräfte über dem Suezkanal ab, eine weitere im Oktober 1967. Im März 1969 gehörte er zu den ersten Piloten, die ein Kampfflugzeug vom Typ F-4 „Phantom“ flogen. Im September 1969 übernahm er den Posten als Kommandeur der 69. Staffel „Die Hämmer“, die er während des gesamten Abnutzungskrieges (Juni 1968 bis 7. August 1970) führte. Im Verlauf des Krieges leitete er das „Phantom“-Kontingent, das unter dem Kommando von Mordechai Hod,[2] Jiftach Spektor und Amos Amir an der „Operation Rimon 20“ (30. Juli 1970) teilnahm und eine von Ägypten aus operierende sowjetische MiG-21 abschoss. Am 9. September 1972, einen Monat nach der Übergabe des Kommandos über die 69. Staffel an Amnon Arad, schossen Ben-Nun und sein Navigator Zvi Edan Kesler eine Suchoi Su-7 der syrischen Luftstreitkräfte ab.[3][4]
Während des Jom-Kippur-Krieges (6. Oktober bis 25. Oktober 1973) leitete Ben-Nun das Offensivoperationskommando der Luftstreitkräfte, flog aber dennoch acht operative Einsätze mit seinem ehemaligen Geschwader. 1975 übernahm er die Leitung der taktischen Operationen im Hauptquartier der israelischen Luftwaffe und fungierte im Anschluss zwischen 1977 und 1982 als Kommandeur der Luftwaffenstützpunkte Chazor und Tel Nof, ehe er 1982 Leiter der Operationsabteilung der Luftstreitkräfte wurde. 1983 wurde er mit der Leitung der Bauarbeiten innerhalb der Verteidigungsstreitkräfte (IDF) betraut. Am 7. Juni 1985 übernahm er nach seiner Beförderung zum Generalmajor (Aluf) von Menachem Einan[5] den Posten als Leiter der Planungsdirektion der Verteidigungsstreitkräfte und verblieb in dieser Verwendung bis zum 24. Juli 1987, woraufhin Generalmajor Dani Jatom[6] ihn ablöste. Er selbst wurde im September 1987 Nachfolger von Amos Lapidot[7] elfter Kommandeur der Israelischen Luftstreitkräfte (IAF) und hatte dieses Kommando bis zu seiner Ablösung durch Herzl Bodinger[8] im Januar 1992.[9][10] Unter seiner Führung nahmen die Luftstreitkräfte den Einsatz des Kampfhubschraubers Boeing AH-64 „Apache“ in Betrieb und erhielt zusätzliche Kampfflugzeuge vom Typ F-16 „Fighting Falcons“. Gleichzeitig führten die Luftstreitkräfte 500 Operationen gegen im Libanon ansässige Terrorgruppen durch.[3][3]
Literatur
- Samuel M. Katz: Israel’s air force. 1948 to today, 1991, S. 45–46, 75–77, 90, 101 (Onlineversion (Auszug))
- Lon O. Nordeen: Fighters over Israel, Greehnhill, 1991, S. 156, 186, 187 (Onlineversion (Auszug))
- Abraham Gal: Land of War. Memories from Israel, Gilar Press, 1993, S. 221, 228, 229 (Onlineversion (Auszug))
- Aircraft of the Aces. Legends of the Skie, Osprey 2007, S. 132 ff.(Onlineversion (Auszug))
- John W. Golan: Lavi. Israels Lost Winged Lion, Potomac Books, Incorporated, 2016, S. 124, 125-26, 158 (Onlineversion (Auszug))
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Eliezer Cohen: Israel’s best defense. The first full story of the Israeli Air Force, Orion Books, 1993, S. 172
- ↑ IAF Commanders: Mordechai Hod ( vom 10. Oktober 2013 im Internet Archive)
- ↑ a b c IAF Commanders: Avihu Ben-Nun ( vom 13. Oktober 2013 im Internet Archive)
- ↑ Avihu Ben-Nun. Prabook, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
- ↑ Menachem Einan. Prabook, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
- ↑ Danny Yatom. Prabook, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
- ↑ IAF Commanders: Amos Lapidot ( vom 10. Oktober 2013 im Internet Archive)
- ↑ IAF Commanders: Herzl Bodinger ( vom 11. Oktober 2013 im Internet Archive)
- ↑ Anthony H. Cordesman, Abraham R. Wagner: The Lessons of Modern War. The Arab-Israeli Conflicts, 1973–1989, Westview Press, 1991, S. 258
- ↑ Rodger Claire: Raid on the Sun. Inside Israel’s Secret Campaign that Denied Saddam the Bomb, Broadway, 2004, S. 186
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Amos Lapidot | Kommandeure der Israelischen Luftstreitkräfte 1987–1992 | Herzl Bodinger |