Ava-Brücke

Ava-Brücke
Eingestürzte Ava-Brücke, 2025
Nutzung Eisenbahn und Straße
Überführt Bahnverkehr RangunMyitkyina, Straßenverkehr MandalaySagaing
Querung von Irrawaddy
Ort Nähe von Inwa
Unterhalten durch Ministry of Transportation
Konstruktion Fachwerkträgerbrücke
Gesamtlänge 1128 m
Anzahl der Öffnungen 16
Längste Stützweite 107 m
Pfeilerstärke 8,8 m
Tragfähigkeit weniger als 15 t im Straßenverkehr
Lichte Höhe 12 m über Hochwasser
Fertigstellung 1934
Lage
Koordinaten 21° 52′ 18″ N, 95° 59′ 31″ O

Die Ava-Brücke, auch Inva-Brücke oder Inwa-Brücke, war lange Zeit eine der größten Brücken in Myanmar. Bis zu ihrem Einsturz bei dem Erdbeben Ende März 2025 führte die Fachwerkträgerbrücke sowohl Straße wie Eisenbahn in der Nähe von Inwa (vormals Ava) über den Irrawaddy. Sie trägt den Namen nach den in der Nähe liegenden Ruinen der ehemaligen Hauptstadt Birmas, einem beliebten Touristenziel.

Geschichte

Vorgeschichte: Das Trajekt

Der erste Abschnitt der heutigen Bahnstrecke Mandalay–Myitkyina wurde zum 1. Juli 1891 in Betrieb genommen[1], nur wenige Jahre, nachdem die Briten auch den nördlichen Teil Burmas erobert hatten. Die Querung des Irrawaddy unmittelbar südwestlich von Mandalay stellte ein Trajekt sicher. Die dabei überbrückte Strecke zwischen den beiden Anlegern betrug etwa 7 km, für die eine halbe Stunde zum Übersetzen benötigt wurde. Transportiert wurden dabei Güterwagen, Reisende mussten umsteigen. Trajektiert wurden die Wagen auf Schuten, die Dampfschlepper beförderten. Die Schuten waren 58 m lang und 11 m breit. Die 12 Gleise lagen quer zur Längsrichtung der Schuten. Jedes der Gleise konnte zwei Wagen aufnehmen, so dass mit einer Überfahrt maximal 24 Wagen befördert wurden. Der Ladevorgang dauerte ebenfalls etwa eine halbe Stunde. Die Wagen fuhren über eine bewegliche Ladebrücke auf die Schuten. Die Ladebrücke war in der Lage, den saisonal um 9 m variierenden Wasserstand des Irrawaddy auszugleichen. Der Fährbetrieb wurde mit der Inbetriebnahme des Awa-Brücke aufgegeben.[2]

Die Brücke

Die Brücke wurde 1934 in Betrieb genommen, ersetzte das Trajekt und war bis 1988 die einzige Brücke über den Fluss. Es ersetzte eine Fähre für Eisenbahn- und Straßenfahrzeuge im Zuge der heutigen Bahnstrecke Mandalay–Kalay und der Straße zwischen den Städten Mandalay und Sagaing.

Während des Zweiten Weltkriegs sprengten britische Truppen die Brücke beim Rückzug. Nach der Unabhängigkeit Birmas wurde sie 1954 wieder aufgebaut.[3]

1992 musste das maximal zulässige Gewicht der die Brücke passierenden Straßenfahrzeuge auf 15 t reduziert werden, so dass für die zu schweren Fahrzeuge erneut ein Fährbetrieb eingerichtet werden musste. Es kamen Fähren mit Schottel-Ruderpropeller zum Einsatz.[4] Erst 2008 konnte die neue, 700 m flussaufwärts liegende Irrawaddy-Brücke eröffnet werden, die für den heutigen Verkehr ausgelegt ist.

Am 28. März 2025 stürzten große Teile der Ava-Brücke nach einem schweren Erdbeben ein. Auf Satellitenbildern ist zu sehen, dass nur zwei der neun langen sowie der kürzere Fachwerkträger am Nordwestufer weiterhin auf ihren Pfeilern aufliegen.[5]

Bauwerk

Die 1128 m lange Brücke bestand aus neun 107 m langen, einem 76 m langen und sechs 18 m langen Trägern. Sie trug innerhalb der Fachwerkträger die eingleisige Eisenbahnstrecke und außerhalb der Träger beidseitig auf Kragarmen je eine Fahrbahn der Straße. Die längsten Träger wogen 1036 t. Die Brückenpfeiler wurden mit 18 m langen und 8,8 m breiten Senkkasten erstellt. Sie sind in verschiedenen Tiefen im felsigen Flussbett verankert, die tiefsten reichen 32 m in den Baugrund. Die Pfeilerhöhe des Bauwerks wurde so gewählt, dass bei Hochwasser des Irrawaddy eine lichte Höhe von 12 m für die Schifffahrt zur Verfügung stand. Dabei musste berücksichtigt werden, dass der Pegel des Flusses über das Jahr bis zu 12 m schwankt. Die Pfeiler wurden verstärkt ausgeführt, um sie vor Beschädigung bei Erdbeben zu schützen.[6]

Commons: Ava-Brücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024. ISBN 978-91-7266-207-0, S. 51.
  2. Steve Barron: Train Ferries. The Americas, Asia & Africa. Ferry Publications / Lily Publications, Ramsey 2021. ISBN 978 1 9112 6841 3, S. 158f.
  3. Ava Bridge Across The Irrawaddy River Near To Mandalay Myanmar Stock Photo. In: gettyimages.com. Archiviert vom Original am 29. August 2016; abgerufen am 29. März 2025.
  4. Yan Gyi Aung: Ayeyawady Bridge (Yadanabon) facilitates transportation and commodity flow. In: The New Light of Myanmar. Volume 17, Nr. 179, 12. Oktober 2009, S. 1 und 8 (burmalibrary.org [PDF]).
  5. The Inwa Bridge. In: Google Maps. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  6. Burma's Metre-gauge System. In: mikes.railhistory.railfan.net. Abgerufen am 29. August 2016.