Autendorf

Autendorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Autendorf
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Horn (HO), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Horn
Pol. Gemeinde Drosendorf-Zissersdorf
Koordinaten 48° 52′ 7″ N, 15° 35′ 56″ Of1
Höhe 428 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 34 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 3,43 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03921
Katastralgemeindenummer 10201
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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34

BW

Autendorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Drosendorf-Zissersdorf im Bezirk Horn in Niederösterreich mit 34 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1967 war Autendorf eine eigenständige Gemeinde.[2]

Geografie

Das westlich von Drosendorf gelegene Dorf wird seitlich von der Landesstraße L1257 gestreift, von wo man in die Ortsstraße abbiegen kann. Nördlich des Ortes befindet sich ein Golfplatz.[3]

Geschichte

Autendorf wurde urkundlich im Jahr 1531 erwähnt.[4]

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 18 Häusern genannt, das nach Drosendorf eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Drosendorf besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Drosendorf und Primersdorf.[5]

Die Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens beschreibt „Auttendorf“ um 1840 als Dorf mit 40 Häusern. Die nächstgelegene Poststation befand sich in Horn. Kirchlich und schulisch war der Ort, wie schon 1822 in der Topographie von Steinius erörtert, mit Drosendorf verbunden, wo sich auch das Landgericht sowie die Orts- und Konskriptionsherrschaft befanden. Grundherrschaftliche Rechte lagen bei der Herrschaft, der Pfarre und der Stadt Drosendorf. Militärisch gehörte Auttendorf zum Werbbezirk des Linieninfanterieregiments Nr. 14.[6]

Die Einwohner waren überwiegend Landwirte mit mittelgroßem Grundbesitz, jedoch ohne Wiesen und mit geringem Waldbestand. Im Ort lebten außerdem ein Kleinhäusler, ein Schmied, ein Weber und ein Wagner. Ackerbau und Viehzucht bildeten die wichtigsten Erwerbszweige. Der Ackerbau wurde als recht ordentlich beschrieben, obwohl viele Böden nur mäßige bis schlechte Erträge lieferten. Angebaut wurden neben Getreide auch Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Flachs, Kohl, Krautrüben, Karotten und Klee. Die Viehzucht befand sich im Aufschwung, wurde jedoch noch ohne Stallfütterung betrieben. Als Obst wurden ausschließlich Zwetschgen angebaut, die in guten Jahren Erträge lieferten, die für den Handel ausreichten.[6]

Die Ortsbevölkerung bestand aus 27 Familien mit 48 Männern, 55 Frauen und 8 schulpflichtigen Kindern. Der Viehbestand umfasste 46 Ochsen, 57 Kühe, 76 Schafe, 9 Ziege und 55 Schweine. Die Umgebung wird als „einförmig und langweilig“ charakterisiert. Die Jagd brachte Hasen, Rehe und Rebhühner hervor. Das Klima galt als weniger rau als in der übrigen Umgebung, und das Brunnenwasser wurde als gesund und ausreichend bezeichnet. Als einzige bemerkenswerten Gebäuden werden ein herrschaftlicher Meierhof sowie eine etwa zehn Jahre vor der Fertigstellung der Darstellung Schweickhardts in einfachem Stil errichtete Betkapelle.[6]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Autendorf eine Gastwirtschaft und einige Landwirte mit Direktvertrieb ansässig.[7]

Autendorf wurde im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung mit dem 1. Jänner 1968 mit Drosendorf Stadt, Elsern, Heinrichsreith und Thürnau zu Drosendorf Stadt fusioniert[2], mit 1. Jänner 1971 ging die Gemeinde Drosendorf Stadt dann in Drosendorf-Zissersdorf auf.[8]

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 58 (Ausgabe 1769; Autendorf in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel Ober-Manhardsberg. 6 von 34 Bänden. 5. Band: Herrschaft Drosendorf bis Strahlbach. Anton Benko, Wien 1840, S. 5 (AuttendorfInternet Archive).
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 139.
Commons: Autendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 18. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 10. November 2024.
  3. Autendorf auf drosendorf.at
  4. Kurt Klein: Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Niederösterreich, 2. Teil – Hollabrunn, Horn, Korneuburg, Krems (Land), Lilienfeld, Melk. (PDF; 1,1 MB) In: oeaw.ac.at. 31. August 2016, S. 39, abgerufen am 5. Januar 2026.
  5. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 44 (Autendorf in der Google-Buchsuche).
  6. a b c Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogtums Oesterreich unter der Ens. 5. Band: Viertel Ober-Manhardsberg. Wien 1840, S. 5–7 (Volltext).
  7. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 201
  8. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 31. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 10. November 2024.