August von Schmidt (General, 1801)
August Schmidt, seit 1850 August von Schmidt (* 26. Oktober 1801 in Marburg; † 18. April 1868 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Feldmarschalleutnant und Autor von Fachbeiträgen mit Bezug zur Artillerie.
Leben
August von Schmidt wurde als Sohn eines Großherzoglichen Hoflakaien geboren, trat nach seiner Schulausbildung in die Dienste der k. k. Armee und wurde Unterkanonier beim Artillerie-Regiment Nr. 2. Bevor er 1841 zum Kapitänleutnant und Oberfeuerwerkmeister befördert wurde, war er 1819 Kadett, 1821 Leutnant und 1831 Oberleutnant. Er war in verschiedenen Artillerieeinheiten (Feldartillerie-Regimenter 1, 2, und 4, Artillerie-Regiment 5) eingesetzt und wirkte von 1823 an als Mathematiklehrer an verschiedenen Militärschulen.
1848 zeichnete er sich, inzwischen zum Major befördert, bei der Niederschlagung der Wiener Massendemonstration aus. Während des Ungarischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1849 hatte Schmidt großen Anteil an den Erfolgen in den Schlachten von Komorn am 11. Juli 1849, Szőreg am 5. August 1849 und Temesvár am 9. August 1849. Wegen seiner Verdienste wurde er 1850 nobilitiert und zum Oberstleutnant ernannt.
1854 bestand die Artillerie der k.k.Armee aus zwölf Feld-Artillerieregimentern, einem Küsten-Artillerieregiment und einem Raketeurregiment. Die Artillerietruppe wurde vom General-Artillerie-Direktor Vincenz von Augustin befehligt, dem drei Obristen, darunter Schmidt als Sektionschef bei der Gen.Art.Dion., unterstellt waren[1].
Von 1857 bis 1860 war er Leiter des Artillierie-Komitees und schließlich unterstand ihm die Artillerie-Akademie in Mährisch-Weißkirchen und das Raketeur-Regiment. Nach Auflösung des Regiments im Jahre 1864 übernahm Schmidt die Führung des Feldartillerie-Regiments 9. 1859, inzwischen Generalmajor, führte er ein neues Batteriegeschützsystem ein und sorgte noch im selben Jahr für die Verwendung gezogener Rohre. Damit wurde eine bahnbrechende Entwicklung in der Artillerie eingeleitet. 1860 ging er als Feldmarschalleutnant in den Ruhestand.
Literatur
- Universität Innsbruck/Universitäts- und Landesbibliothek Tirol:Die österreichische Armee von 1700 bis 1867, Artillerie 1849–1867 Digitalisat
Werke (Auswahl)
- 1857 rief er das Publikationsorgan des Artilleriekomitees ins Leben
- 1857/1858 Versuche der k. k. Art. mit Shrapnels
- 1858 Das projektirte neue Material für die k. k. Feldartillerie
- 1859 In den vereinigten Staaten von Nordamerika angestellte Versuche über den Guss eiserner Geschützrohre und Ansicht des Engländers Mallet über die Molekular-Lagerung in gegossenen und gearbeiteten Eisen
- 1860 Arbeiten des k. k. Art.-Comité von 1854–59 für die Aufstellung eines neuen Batteriegeschützsistems
Einzelnachweise
- ↑ Hof- und Staats-Handbuch des Kaiserthumes Österreich für das Jahr 1856. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1856 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).