August von Mitschke-Collande

August Aloys Joseph von Mitschke-Collande (* 9. August 1810 in Kalisch; † 19. Mai 1877 in Militsch) war ein preußischer Landrat und Politiker.

Familie

Mitschke-Collande war der Sohn des polnischen und später preußischen Justizrates Johannes Leopold Anton von Mitschke-Collande. Der preußische Adelsstand für den Vater und seine Nachkommen wurde am 4. Februar 1846 in Berlin bestätigt. Die Mutter war Henriette geborene Schede. Mitschke-Collande, der katholischer Konfession war, heiratete am 20. Oktober 1841 in Sonnenberg, Kreis Falkenberg in Oberschlesien Auguste von Donat (* 27. Juli 1817 in Sonnenberg; † 17. Dezember 1902 in Breslau), die Tochter des Landrates Franz von Donat (* 1786; † 1862) auf Sonnenberg[1] und dessen erster Ehefrau Franziska Freiin von Hannet (* 1795; † 1823).

Leben

Mitschke-Collande besuchte das Friedrich-Wilhelm- und Joachimsthalsches Gymnasium in Berlin. Dort studierte er an der Bauakademie. 1830 bis 1831 arbeitete er bei der Regierung in Frankfurt. 1831 begann er ein Studium an der Universität in Berlin. 1835 war er Bauinspektor und dann Regierungs- und Baureferendar in Oppeln und Posen. Er wirkte 1850 interimistisch als Landrat im Kreis Schildberg der Provinz Posen und als Landrat im Kreis Löbau (Westpreußen) (1852–1857) der Provinz Preußen. Zudem war er 1850 Mitglied im Erfurter Unionsparlament und Mitglied im Preußischen Abgeordnetenhaus von 1852 bis 1858 sowie von 1863 bis 1873.

1840 erwarb er das Rittergut Schützendorf im Kreis Grottkau und 1856 kaufte er die Herrschaft Collande/Kollande im Kreis Militsch. 1876 wurde ihm die Revisorat der evangelischen Kirchen in Bartnig und Wildbahn übertragen.[3] Seine Güter verpachtete er zeitweise um 1880 an die Familie von Salisch und an P. Sulmierzyce.[4]

August von Mitschke-Collande war Mitglied im schlesischen Forst-Verein.[5]

Werke

  • Der Preußische Staat und die Entwickelung seiner Verfassung, Breslau, 1847.

Genealogie

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1910. Jahrgang 4, Justus Perthes, Gotha 1909, S. 528 f.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1940. Jahrgang 32, Justus Perthes, Gotha 1939. Siehe FamilySearch
  • Walter von Hueck, Klaus von Andrian-Werburg: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B. (Briefadel). 1993. Band XX, Band 104 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1993, ISSN 0435-2408, S. 291 f.

Literatur

  • Bärbel Holtz (Bearb.): Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38. Band 4/II. In: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Neue Folge. Olms-Weidmann, Hildesheim 2003, ISBN 3-487-11827-0, S. 613f. (Online; PDF 1,9 MB).
  • Jochen Lengemann: Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850. Ein Handbuch: Mitglieder, Amtsträger, Lebensdaten, Fraktionen. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Große Reihe Band 6; Urban & Fischer, München 2000, ISBN 3-437-31128-X, S. 222.

Einzelnachweise

  1. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, u. v. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. (Uradel). 1955. Band II, Band 11 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1955, ISSN 0435-2408, S. 137 f.
  2. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie. Band 9, Selbstverlag, Berlin 1866/1867. Blatt Collande.
  3. Amts-Blatt der Regierung in Breslau. 1876 Graß, Barth & Comp., Breslau 1876, S. 203.
  4. Meyer & Bilitz Welt-Adressenbuch der Industriellen, Kaufleute, Gewerbetreibenden, Advocaten, Notare, Grossgrundbesitzer, Banken u. Credit-Institute. Band XVI: Schlesien und Posen. Jahrgang 5, Selbstverlag, Wien/Berlin 1880, S. 391.
  5. Ad. Tramnitz (Hrsg.): Jahrbuch des Schlesischen Forst-Vereins für 1874. E. Morgenstern, Breslau 1875, S. 466.