August von Kospoth

August Karl Hermann David Hans-Ewald Arthur Hugo Heinrich Klemens Graf von Kospoth, kurz Graf August von Kospoth, (* 1. März 1864 in Kritschen, Niederschlesien; † 23. April 1917 in Obernigk) war ein preußischer Landrat.

Leben

Graf Kospoth war der älteste Sohn von Karl August Graf von Kospoth und dessen erster Ehefrau Gräfin Maria von Paumgarten (* 17. August 1843 in Leopoldskron bei Salzburg; † 29. März 1875 in Kritschen), Tochter des kgl. bayrischen Kammerherrn Graf Hermann von Paumgarten-Ering und der Baronesse Mary Erskine.

Kospoth studierte Rechtswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Georg-August-Universität Göttingen. Er wurde Mitglied der Corps Saxo-Borussia (1883) und Saxonia Göttingen (1885).[1] Von 1896 bis 1914 war er Landrat des Kreises Oels in Schlesien.[2] In der Zeit um 1914 stand Kospoth als Landrat von mehreren Seiten in der Kritik, auch seitens des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, wegen seines wankelmütigen Kurses gegen die regionalen Antisemiten. Nach seiner Auffassung wäre die Durchführung des trad. Mutzelmarktes an jüdischen Feiertagen eine Art Provokation gewesen, ein zu starkes Entgegenkommen der jüdischen Gemeinde gegenüber.[3]

August von Kospoth war verheiratet mit Gisela von Reinersdorff-Paczensky und Tenczin (1876–1948), Tochter des Reinersdorfers Gutsbesitzers und Offiziers Georg von Reinersdorff-Paczensky und Tenczin und der Agnes von Lieres und Wilkau. Gisela und August hatten drei Kinder. Der Sohn Karl August (1898–1917) starb früh, der zweite Sohn Erich (1900–1968) wurde Erbe und adoptierte seinen Neffen Graf Carl-Christian von Kospoth-Crompusch. Die Tochter Marie-Agnes (1903–1994) heiratete auf Schloss Briese 1929 den kath. Friedrich-Josef Graf von Westphalen zu Fürstenberg, der 1945 als Volkssturmmann in Ostpreußen verschollen ist.

Graf August von Kospoth beendete seine Laufbahn in der Preußischen Armee als Rittmeister d. R. Er starb kurz nach seinem 53. Geburtstag; infolge der Überanstregenung im Frontkrieg.

Einzelnachweise

  1. Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne-Jever-Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 66 Corps), 883; 45, 359 (Lfd. Nr. dort).
  2. Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Kreis Oels (Territorial.de.)
  3. Curt Bürger: Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Jahrgang 14, Nr. 13, Hrsg. Hauptbureau, Verlag Max Hoffschläger (Fr. Sommer), Berlin, 30. März 1904, S. 102.

Literatur