August Prien Verwaltung

August Prien Verwaltung

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1873
Sitz Hamburg-Harburg, Deutschland
Leitung Markus Buchhorn, Michael Groß und Kai Holsten
Mitarbeiterzahl 760 (Konzernmuttergesellschaft August Prien Verwaltung GmbH)[1]
Umsatz 328,5 Mio. € (Konzernmuttergesellschaft August Prien Verwaltung GmbH)[1]
Branche Bauwesen, Projektentwicklung, Immobilieninvestment
Website augprien.de
Stand: 2023

Die August Prien Verwaltung ist die Konzernmutter mehrerer Bauunternehmen mit Hauptsitz in Hamburg-Harburg. Gegründet im Jahr 1873[1], zählt das Unternehmen zu den 50 größten Bauunternehmen Deutschlands. Im Jahr 2023 erbrachte der Konzern eine Bauleistung in Höhe von 547 Millionen Euro.[2] Die Gruppe vereint vier zentrale Geschäftsbereiche: Bauunternehmung, Projektentwicklung, Invest und blu – eine Gesellschaft für nachhaltiges Bauen.

Geschichte

Die Ursprünge der Aug. Prien Gruppe gehen auf den Zimmerermeister August Wilhelm Wiegels zurück, der 1873 eine Tischlerei in Harburg übernahm. 1898 wurde der Mitarbeiter August Prien Teilhaber und im Jahr 1901, nach dem altersbedingten Ausscheiden Wiegels', Alleininhaber.[3] Das Unternehmen firmierte fortan als Aug. Prien & Co. Baugeschäft GmbH und verlegte 1902 seinen Sitz an den Dampfschiffsweg in Harburg.[4] In den folgenden Jahrzehnten profitierte das Unternehmen vom starken Wachstum Harburgs als Industriestadtteil, was mit der Errichtung von Gewerbebauten und öffentlichen Gebäuden verbunden war.[5] Im Jahr 1907 hatte das Unternehmen rund 1000 Mitarbeiter.[6] Für das Jahr 1909 ist die ständige Anstellung eines Berufstauchers für Arbeiten im Wasser überliefert.[7] Im Jahr 1911 wurde das Unternehmen in der Lokalpresse als größtes Baugeschäft der Provinz Hannover bezeichnet.[8] August Prien junior, der Sohn des Geschäftsführers, trat im Jahr 1936 als persönlich haftender Gesellschafter in das Unternehmen ein.[9] Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1944 übernahm er die Leitung.[3]

Das Unternehmen setzte im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter ein, sowohl tschechische Jüdinnen aus dem Frauenaußenlager Neugraben des KZ Neuengamme[10] als auch italienische Militärinternierte.[11]

Im Jahr 1950 eröffnete die Aug. Prien Gruppe eine erste Niederlassung in Bremen. Mit der Beteiligung an der Brünnich Bau GmbH in Kühlungsborn ab 1990 erweiterte das Unternehmen sein Spektrum im Bereich Wasserbau und Küstenschutz. In den Jahren 1995 bis 2015 folgten weitere Standorte, darunter Köln, Dortmund[12] und Sylt.[13] Nach der Übernahme der Taucher Knoth im Jahr 2002 entstand eine spezialisierte Tochtergesellschaft für Unterwasserarbeiten und Wasserbau.[14] 2022 wurde die Gesellschaft Blu gegründet, mit der nachhaltige Immobilienprojekte umgesetzt werden sollen.[15] 2024 wurde die Invest und Asset Management Gesellschaft gegründet.[16]

Struktur

Die Aug. Prien Gruppe ist als GmbH & Co. KG organisiert. Persönlich haftende Gesellschafterin und Muttergesellschaft des Konzerns ist die August Prien Verwaltung GmbH. Die Geschäftsführung liegt bei Markus Buchhorn, Michael Groß und Kai Holsten.[1]

Operativ tätige Tochtergesellschaften sind:

  • Taucher Knoth:[1] Spezialisiert auf Unterwasserarbeiten, Kampfmittelbergung, Bergungen und Wasserbau. Seit 2002 Teil der Aug. Prien Gruppe. Sitz in Hamburg.
  • Brünnich Bau:[1] Tätig im Wasserbau, Küstenschutz, Tief- und Straßenbau sowie Renaturierung. Seit 1990 mit Aug. Prien verbunden. Sitz in Kühlungsborn.
  • Aug. Prien Invest und Asset Management: Strategische Steuerung und Verwaltung von Immobilieninvestments.[16]

Nachhaltigkeit

Mit der Tochtergesellschaft blu by Aug. Prien wird die Wertschöpfungskette des Bauens unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet[17] – von der Projektidee über die Planung bis zur späteren Recyclingfähigkeit der Gebäude.[3]

Im Rahmen des Pilotprojekts UBS4 in Norderstedt wurde erstmals in Europa Geopolymer-Beton im Hochbau eingesetzt.[18] Dieser zementfreie Beton ermöglicht CO₂-Einsparungen von bis zu 75 % und wurde speziell für dieses Projekt zugelassen.[19]

Bekannte von Aug. Prien errichtete Gebäude

Einzelnachweise

  1. a b c d e f August Prien Verwaltung GmbH, Hamburg, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023, abgerufen über unternehmensregister.de.
  2. Die 50 größten Bauunternehmen, Auswertung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, online verfügbar.
  3. a b c d e f g Olaf Wunder: Rathaus, Bahnhof, Brücken: Was dieser Hamburger Unternehmer nicht alles gebaut hat!, Hamburger Morgenpost vom 1. September 2023.
  4. Prien sprüht vor Ideen, Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 23. Juni 2012.
  5. Architekt Aug. Prien 85 Jahre alt, Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 21. April 1942, Seite 5, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  6. Hannoverscher Kurier vom 11. April 1907, Seite 3, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  7. Der Erweiterungsbau der Eisenbahn-Elbbrücke, Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 19. Oktober 1909, Seite 2, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  8. Neubautätigkeit auf Neuhof, Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 22. Dezember 1911, Seite 3, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  9. Neubautätigkeit auf Neuhof, Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 1. Dezember 1936, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  10. Hamburg-Neugraben. Abgerufen am 8. Januar 2026.
  11. Schultz, Karl Heinz: „Das Barackenlager am Falkenbergsweg 1936–1976. Entstehung – Nutzung – Ende“, in: Peter de Knegt, Olinka. Eine Freundschaft, die im Krieg begann, Hamburg 2014, S. 125.
  12. Baufirma wächst, Rheinische Post vom 28. Juni 2012.
  13. August Prien Verwaltung GmbH, Hamburg, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015, abgerufen über unternehmensregister.de.
  14. Handelsregister A des Amtsgerichts Hamburg, Chronologischer Auszug zur Registernummer 97463, abgerufen unter handelsregister.de.
  15. Handelsregister B des Amtsgerichts Hamburg, Chronologischer Auszug zur Registernummer 175853, abgerufen unter handelsregister.de.
  16. a b Handelsregister B des Amtsgerichts Hamburg, Chronologischer Auszug zur Registernummer 105033, abgerufen unter handelsregister.de.
  17. Friedhelm Feldhaus: Blu baut 71 Wohnungen aus zementfreiem Beton, Immobilien Zeitung vom 6. Juni 2024.
  18. Projektentwicklerpreis für Pilotprojekt „UBS4“ in Norderstedt. In: Stadtmagazin Norderstedt, 12. November 2024.
  19. Frank Hajasch: Klimafreundlich und bezahlbar: Neues Wohnhaus in Norderstedt, Norddeutscher Rundfunk vom 24. November 2024, online verfügbar.
  20. Die neue ev-luth. St. Pauluskirche zu Heimfeld, Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 27. Juli 1907, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  21. Wilhelmsburger Gemeindezeitung vom 30. April 1910, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  22. Wilhelmsburger Zeitung vom 9. Juni 1926, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.
  23. Willkommen im Club! Die Elbschloß-Brauerei in Hamburg ist verkauft, Immobilien Zeitung vom 22. April 1999.
  24. Hamburg: Erste Zuschläge für die Hafencity, Immobilien Zeitung vom 9. August 2001.
  25. Aus dem Springer-Parkplatz wird das BrahmsQuartier, Immobilien Zeitung vom 3. August 2006.
  26. Kaispeicher D erweitert die "Perlenkette" vor Altona, Immobilien Zeitung vom 21. November 2007.
  27. Friedhelm Feldhaus: Hamburg: Aug. Prien und DC Developments bauen am Strandkai, Immobilien Zeitung vom 18. Juli 2017.
  28. Vertrag für Ausbau der Hamburger Messe geschlossen, Immobilien Zeitung vom 18. Februar 2004.
  29. Thorsten Karl: Bonn: Baustart für Rheinwerk 3, Immobilien Zeitung vom 2. April 2012.
  30. Friedhelm Feldhaus: Hamburg: Grundstein für die Zentrale von Euler Hermes liegt, Immobilien Zeitung vom 31. Mai 2018.
  31. Friedhelm Feldhaus: Rockstone feiert Richtfest für 126 Wohnungen in Pinneberg, Immobilien Zeitung vom 11. April 2024.
  32. Ulrich Gaßdorf: Hier gibt‘s exklusive Luxuswohnungen für 7,10 Euro pro Quadratmeter, Hamburger Abendblatt vom 2. September 2024.