August Jaeger (Musikverleger)

August Johannes Jaeger (* 18. März 1860 in Düsseldorf, Preußen; † 18. Mai 1909) war ein britischer Musikverleger, den eine enge Freundschaft mit dem englischen Komponisten Edward Elgar verband. Er stand Elgar und anderen Musikern tatkräftig und beratend bei der Veröffentlichung ihrer Kompositionen zur Seite. Elgar verewigte ihn in den Enigma-Variationen (‘Nimrod’).

Frühes Leben

Jaeger wurde in Düsseldorf (damals Königreich Preußen) geboren.[1] Er war der Sohn von Gottfrid Jaeger (1821–1880) und Carolina Obenstintenberg (1826–1910). Sein Bruder Wilhelm Jaeger, der ebenfalls nach England ging, starb 1934 in London.

Werdegang

Jaeger kam 1878 nach London, wo er zunächst in einer Druckerei für Landkarten arbeitete.[1]

1890 trat er dem Londoner Musikverlag Novello als Notenlektor bei. Er wurde schließlich Leiter des Verlagsbüros.[2]

Edward Elgars Beziehung zu Jaeger ist in Percy M. Youngs Buch „Letters to Nimrod“ dokumentiert, das einen elfjährigen Briefwechsel wiedergibt und auswertet. Jaeger lernte Elgar Ende 1897 kennen, als er Leiter des Verlagsbüros bei Novello war. Ihre frühe Korrespondenz betraf die Veröffentlichung von Elgars Te Deum und Benedictus.[2] Jaegers Rat, seine Freundschaft und seine Ermutigung wurden für Elgar von unschätzbarem Wert und veranlassten den Komponisten beispielsweise, viele berühmte Musikpassagen zu überarbeiten, darunter das Finale seiner „Variationen über ein Originalthema“ (Enigma-Variationen) und zentrale Passagen von „Der Traum des Gerontius“. Jaeger ermutigte Elgar persönlich und künstlerisch in Zeiten des Selbstzweifels und der Niedergeschlagenheit.

Jaeger wurde in der berühmten neunten Enigma-Variation „Nimrod“ verewigt, die an ein Gespräch Elgars und Jaegers über die langsamen Sätze Beethovens anknüpft. Der verschlüsselte Titel ‘Nimrod’ bezieht sich auf die Figur des biblischen Jägers aus dem Buch Genesis; es handelt sich um ein Wortspiel mit dem deutschen Wort Jäger/Jaeger.

Jaeger setzte sich auch für das Werk des jungen schwarzen Komponisten Samuel Coleridge-Taylor ein und bezeichnete Coleridge-Taylor gegenüber Elgar als Genie. Jaeger unterstützte das Frühwerk des 'Afrikanischen Mahler',[3] der westliche und afrikanische Musikformen integrierte, um 1900 internationale Anerkennung fand, jedoch jung starb und in der späteren Musikgeschichte lange Zeit in Vergessenheit geriet.[3]

Privatleben

1898 heiratete Jaeger am 22. Dezember 1898 in St. Mary Abbots in London Isabella Donkersley (1864–1938) aus Magdale, Honley bei Holmfirth in West Yorkshire,[4] eine versierte Violinistin und Schülerin von Henry Holmes am Royal College of Music. Sie hatten zwei Kinder, darunter Mary Jaeger (1900 – 1991, East Sussex).

Anfang 1905 erkrankte Jaeger an Tuberkulose und ging für eine Weile nach Davos in der Schweiz zu einem Sanatoriumsaufenthalt, der jedoch zu keiner nachhaltigen Verbesserung seines Zustandes führte.[2] Er bezog dabei weiterhin eine Rente von Novello. Nach einem langen und deprimierenden Krankheitsverlauf, während dessen er und Elgar weiterhin über musikalische Angelegenheiten korrespondierten, starb Jaeger am 18. Mai 1909 im Alter von 49 Jahren in Muswell Hill.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg änderte die Familie ihren Namen und anglisierte ‘Jaeger’ in 'Hunter'. Isabella Hunter starb am 9. Oktober 1938 im Haus ihrer Tochter in North Finchley.[5]

Werke

Analytische und beschreibende Anmerkungen zu Werken von Elgar: Die Apostel (1903); Der Traum des Gerontius (1904); Das Königreich (1906); Falstaff (1913, Elgar begann das Werk bereits 1901)

Anmerkungen und Kontexte zu Elgars Konzertprogrammen in der Queens Hall (1903–1906).

Einzelnachweise

  1. a b Michael Kennedy: The Oxford Dictionary of Music. Oxford University Press., Oxford 1985, ISBN 0-19-311333-3.
  2. a b c d Percy M. Young: Letters to Nimrod. Dobson Books Ltd., London 1965.
  3. a b Ballade in A Minor. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. Huddersfield Chronicle. 20. Januar 1885, S. 3.
  5. Huddersfield Examiner. 15. Oktober 1938, S. 11.