August Holler (Botaniker)
August Holler (* 30. September 1835 in Kastl; † 8. November 1904 in Memmingen) war ein deutscher Mediziner, Botaniker und einer der bedeutendsten bayerischen Bryologen seiner Zeit. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Holler“.
Leben
August Holler studierte nach dem Abschluss 1853 am Gymnasium bei St. Stephan (Augsburg) an den Universitäten München, Prag und Berlin Medizin und legte 1860 in München das Staatsexamen ab. Nach seiner Promotion zum Dr. med. wirkte er 1861 zunächst als Arzt in Glonn und dann ab 1862 für 18 Jahre als Arzt in Mering bei Augsburg.
Als Botaniker kam er durch seine Bekanntschaft mit Otto Sendtner zu den Moosen, schrieb eine Moosflora der Umgebung von Augsburg, machte botanische Sammelexkursionen in den Alpen und publizierte über seine dabei gewonnenen Erkenntnisse.
Er bekannte sich zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[1] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Dr. A. Holler pract. Arzt zu Mering bei Augsburg wurde er auf Blatt 17 in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[2]
In Mering initiierte er die Errichtung eines Krankenhauses und einer Leichenhalle und 1870 den Bau eines Lazaretts. Für sein ärztlich-/sanitätsdienstliches Wirken im Rahmen des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71 wurde er mit dem Verdienstkreuz für die Jahre 1870/71 und dem preußischen Kronenorden IV. Klasse ausgezeichnet.
August Holler übersiedelte 1880 nach Memmingen, wurde zum Bezirksarzt ernannt, erhielt 1899 für seine ärztlichen Verdienste den Titel eines Königlichen Medizinalrates verliehen und wurde 1902 mit dem Verdienstorden vom heiligen Michael IV. Klasse ausgezeichnet.
Sein Moosherbar wurde aus seinem Nachlass für 5.000 Mark vom Königlichen Staatsherbar aufgekauft und 1906 in dessen Beständen aufgenommen.
Schriften (Auswahl)
- Beiträge und Bemerkungen zur Moosflora von Tirol und der angrenzenden bayerischen Alpen. In: Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins in Innsbruck, 29, 1906, S. 71–108 (PDF)
Literatur
- Anonymous: Dr. August Holler. In: Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und Neuburg, 37, 1904, S. 279–282 (PDF)
- Hermann Paul: Dr. August Holler. In: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, 10, 1905, S. 1–6 (PDF)
- Jan-Peter Frahm & Jens Eggers: Lexikon deutschsprachiger Bryologen. Band 1, Bonn 2001, S. 204–206 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
Weblinks
- Autoreneintrag für August Holler (Botaniker) beim IPNI
- August Holler. In: ZOBODAT.at. OÖ Landes-Kultur GmbH.
Anmerkungen
- ↑ Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
- ↑ Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)