Aufham (Anger)
Aufham Gemeinde Anger
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| Koordinaten: | 47° 47′ N, 12° 52′ O |
| Höhe: | 520 m ü. NHN |
| Einwohner: | 690 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 83454 |
| Vorwahl: | 08656 |
Blick auf Aufham
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Aufham ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Anger und eine Gemarkung im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Bis Ende April 1978 bestand die Gemeinde Aufham.
Geographie
Die Gemarkung Aufham (099939) umfasst 10,245 km² und 1857 Einwohner.[2]
Geschichte
Die Besiedelung des Ortes reicht bis in die jüngste Steinzeit zurück. Auf dem Bergrücken des Högl, am linken Ufer der Saalach, sind Funde wie Bronzeschwerter, Äxte und Urnen, aber auch Reste römischer Bauten zu verzeichnen.[3]
Die auf die Silben „-ing“ und „-ham“ endenden frühbayerischen Ortsnamen rund um Anger weisen darauf hin, dass der Högl im frühen Mittelalter von den Bayern besiedelt wurde. Für eine Siedlungskontinuität sprechen u. a. auch die bajuwarischen Reihengräber des 6. bis 8. Jahrhunderts in Aufham.[3]
Aufham kam um 1000 als Schenkungsgut an das Kloster St. Peter in Salzburg. Den wirtschaftlichen, kulturellen und geistig religiösen Mittelpunkt der Gegend bildete dann vom frühen 12. Jahrhundert bis 1817 das Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth, das auch Aufham seelsorgerisch betreute.[3] Als Gotteshaus diente in Aufham bereits eine 1312 erbaute Kirche, an deren Stelle im 15. Jahrhundert die spätgotische Saalkirche St. Jakobus major errichtet wurde.[4] Höglwörth blieb bis 1817 als einziges Stift in Bayern von der Säkularisation verschont, da es mit Aufham erst 1810 als Teil des ehemals Salzburgischen Rupertiwinkels an Bayern fiel.
1818 entstand die Gemeinde Aufham durch das bayerische Gemeindeedikt. Gemeinsam mit den anderen Gemeinden des Landkreises Berchtesgaden ist Anger am 1. Juli 1972 dem neuen und erweiterten Landkreis Bad Reichenhall angegliedert worden, der am 1. Mai 1973 in Landkreis Berchtesgadener Land umbenannt wurde.
Die Gemeinde Aufham bestand 1970 aus den Gemeindeteilen Aufham, Jechling, Reitberg und Unterberg[5] und wurde zum 1. Mai 1978 nach Anger eingemeindet.[6]
Wappen
| Blasonierung: „In Gold (Gelb) zwei gekreuzte rote Schlüssel, darüber ein rot gezungter schwarzer Löwenkopf, darunter eine rote Pilgermuschel.“[7] | |
| Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1967 vom bayerischen Innenministerium verliehen. Die Feldfarbe Gold und der schwarze Löwenkopf erinnern an die über tausendjährige Landesherrschaft des Erzstifts Salzburg. Die gekreuzten Schlüssel, Attribute des heiligen Petrus, erinnern daran, dass Aufham schon um 1000 als Schenkungsgut an das Kloster St. Peter in Salzburg und später als Stiftungsgut an das Augustinerkloster Höglwörth kam, das als Referenz an den Stiftspatron ebenfalls die gekreuzten Schlüssel im Wappen führte. Die Pilgermuschel verweist als Attribut des heiligen Jakob auf das örtliche Kirchenpatrozinium. |
Baudenkmäler
In der Liste der Baudenkmäler in Anger (Berchtesgadener Land) sind für Aufham drei Baudenkmäler aufgeführt:
- Katholische Filialkirche St. Jakobus major[8]
- Gasthaus Altwirt
- Bauernhaus
Weblinks
- Offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Anger
- Aufham in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 8. Januar 2026.
Einzelnachweise
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 70 (Digitalisat).
- ↑ Gemarkung Aufham (Anger) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 30. November 2025.
- ↑ a b c Allgemeine Infos – Geschichte zu Aufham auf der offiziellen Internetpräsenz der Gemeinde Anger
- ↑ Siehe S. 72 In: Georg_Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag, München 2006. ISBN 978-3-422-03115-9.
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 11 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 597 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Unser Bayern. Heimatbeilage der Bayerischen Staatszeitung, 1967, S. 80
- ↑ Georg_Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag, München 2006, ISBN 978-3-422-03115-9, S. 72.