Athanase Apartis
Athanase Apartis (Apartoglou) (griechisch Αθανάσιος Απάρτης; * 24. Oktober 1899 in Smyrna; † 1. April 1972 in Athen) war ein griechischer Bildhauer, der vor allem für seine neoklassizistischen Porträts und Plastiken bekannt ist.[1][2]
Leben
Athanase Apartis besuchte bis 1917 die evangelische Schule in Izmir. Parallel dazu erhielt er künstlerischen Unterricht bei dem Maler Vasilios Ithakissios und dem armenischen Bildhauer Papazian. Ab 1919 hielt er sich in Paris auf, wo er an der Académie Julian bei Paul Landowski und bei Alfred Boucher, einem Schüler von Antoine Bourdelle, studierte. Zusätzlich besuchte er die École des Beaux-Arts und frequentierte regelmäßig das Musée Rodin sowie den Louvre. 1921 nahm Apartis erstmals mit drei Werken am Salon d’Automne teil und lernte Antoine Bourdelle kennen, der sein wichtigster Lehrer wurde. Von 1921 bis 1927 studierte er an der Académie de la Grande Chaumière. 1923 war er an der Eröffnung des Salon des Tuileries beteiligt, den Bourdelle ins Leben gerufen hatte. Eine Reise nach Griechenland im Jahr 1925 führte ihn unter anderem zur Akropolis und nach Olympia. Nach dem Tod Bourdelles im Jahr 1929 kehrte Apartis nach Athen zurück, blieb jedoch weiterhin regelmäßig in Paris durch Ausstellungen präsent. 1936 wurde er Mitglied der Gutachterkommission des Salon des Tuileries und 1939 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Im selben Jahr erwarb der französische Staat sein Marmorwerk Mère et enfant. Von 1940 bis 1945 lebte Apartis ausschließlich in Athen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte er erneut seinen Wohnsitz nach Paris.[1][2]
1960 wurde er mit dem Komturkreuz des griechischen Phönix-Ordens ausgezeichnet. 1961 wurde er zum Professor an der Kunsthochschule Athen berufen. 1967 wurde er korrespondierendes Mitglied der Académie des Beaux-Arts in Paris. Im Jahr 1962 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel Vom Osten in den Westen.[1][2]
Werk
Athanase Apartis schuf vorwiegend Porträts und figürliche Plastiken von Persönlichkeiten sowie von Menschen aus seinem persönlichen Umfeld. Sein Werk ist neoklassizistisch geprägt. In seiner künstlerischen Entwicklung lassen sich zwei Hauptphasen unterscheiden: die Pariser Phase von 1919 bis 1939 und die Athener Phase von 1940 bis 1972.[1][2]
In der frühen Phase stand sein Schaffen deutlich unter dem Einfluss von Antoine Bourdelle und Charles Despiau, wobei Porträts den Schwerpunkt bildeten. In der späteren Phase entwickelte Apartis einen eigenständigen Stil und erweiterte seinen Themenkreis um Motive aus der antiken griechischen Bildhauerei. Das realistische Porträt von Kindern, Frauen und Männern blieb jedoch stets zentral. Dabei strebte er eine differenzierte Darstellung geschlechtsspezifischer Charakteristika an: kindliche Unschuld, weibliche Schönheit und Hingabe sowie männliche Kraft, geistige Ausstrahlung und heroische Haltung. Seine Plastiken sind durch die Rückbesinnung auf altgriechische Vorbilder gekennzeichnet. Sie zeichnen sich durch eine strenge Tektonik, Klarheit der plastischen Volumina und den Verzicht auf überflüssige Details aus. Zu seinen Hauptwerken zählen Männlicher Torso (1924), Phycharis (1929), Mutter und Kind (1939), Die Wäscherin und Abschied des Soldaten (beide 1943), Frau, die Holz trägt (1945), Das Lächeln von Athen (1948), Marie-Thérèse (1949), Paul, Kinderplastik (1951), Der Gekreuzigte und Henri Bergson (beide 1954), Die Hündin (1955), Nikos Kazantzakis (1956), Diskuswerfer, El Greco und Odysseas Androutsos (alle 1958). Bauern (1959) und Chrysostomos, Metropolit von İzmir (1965). Werke von Apartis befinden sich unter anderem in der Nationalpinakothek und im Pnevmatiko Kentro Dimon Athinaion in Athen, bei der Bank von Griechenland, im Rathaus von Paris sowie in weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen in Thessaloniki, Korfu und Iraklio.[1][2]
Literatur
- Angelos Prokopiou: Istoria tis technis 1750–1950, Band II, Athen 1967.
- Tony Spiteris: Treis aiones neoellinikis technis, Band II, Athen 1979.
- Christos Christou, Maria Koumwakali: Neoelliniki glyptiki 1800–1940, Athen 1982.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.