Astrid Ley (Architektin)

Astrid Ley (* 30. Dezember 1974 in Köln) ist eine deutsche Stadtforscherin. Seit Oktober 2014 ist sie Professorin für den Lehrstuhl Internationale Urbanistik und Entwerfen am Städtebau-Institut der Universität Stuttgart und Ko-Leiterin des Städtebau-Instituts der Universität.[1]

Leben und Wissenschaftliche Laufbahn

Astrid Ley absolvierte 2001 ihr Studium der Architektur mit Schwerpunkt Städtebau an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Bis 2009 promovierte sie an der TU Berlin zu Interaktionsdynamiken zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren in der Wohnungsversorgung für einkommensschwache Haushalte in Südafrika.[2]

Von 2003 bis 2013 arbeitete sie an der Habitat-Unit an der Technischen Universität Berlin als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Lehre und Forschung. Unter anderem leitete sie hier das DFG-Projekt: “Housing for the Urban Poor: From Local Action to Global Networks”.[3] Im Jahr 2010 hatte sie eine Dozentur an der School of Architecture and Planning der University of the Witwatersrand (Johannesburg, Südafrika) inne.

Ab 2004 war sie als Beraterin für Stadtentwicklung in verschiedenen Entwicklungsagenturen tätig, u. a. bei der Agenda Transfer, einer Agentur für Nachhaltigkeit, in Bonn.[4] 2014 war sie Referentin für Stadtentwicklung beim Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU).

Im Oktober 2014 wurde sie auf den Lehrstuhl für Internationale Urbanistik, vormals Internationaler Städtebau, in Nachfolge von Philipp Misselwitz an die Universität Stuttgart berufen. Sie ist Ko-Leiterin des Städtebau-Instituts an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung und hat bzw. hatte seit ihrer Berufung unterschiedliche akademische Ämter inne, u. a. Prodekanin der Fakultät[5], Internationalisierungsbeauftragte der Fakultät, Mitglied des Direktoriums des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT)[6]. Sie leitet den internationalen Masterstudiengang Integrated Urbanism and Sustainable Design (IUSD)[7], ein Masterprogramm der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Ain Shams University in Kairo. Der Studiengang konzentriert sich auf die komplexen Herausforderungen zeitgenössischer Stadtentwicklung, wird auf Englisch gelehrt und bildet Studierende für nachhaltige urbane Transformation aus.

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen verschiedene Themen im Zusammenhang mit Urbanisierungsprozessen, insbesondere im Globalen Süden. Schwerpunkte liegen hier auf Wohnungswesen, Informalität und Upgradingprozessen, sowie Governance, Partizipation und Koproduktion in der Stadtentwicklung.[8] Unter Astrid Leys Leitung wurden und werden eine Reihe von lokalen sowie internationalen Forschungsvorhaben durchgeführt.[9] Zudem betreut sie eine Reihe von Promotionsarbeiten mit Case Studies in Afrika, Asien und Europa[10].

Veröffentlichungen

  • Astrid Ley publiziert in internationalen Fachzeitschriften und beteiligt sich regelmäßig an Konferenzen und Tagungen.[11][12] Ihre Promotion wurde 2010 im LIT Verlag unter dem Titel “Housing as Governance. Interfaces between Local Government and Civil Society Organisations in Cape Town, South Africa” veröffentlicht.[13] Gemeinsam mit Peter Herrle und Josefine Fokdal war sie Herausgeberin der im Ashgate Verlag erschienen Publikation “Housing for the Urban Poor: From Local Action to Global Networks”.[14] 2025 entstand “Urban Contact Zones: Reflecting on International Urbanism” als gemeinsame Reflexion der Themen und Projekte des Lehrstuhls für Internationale Urbanistik unter der Leitung von Astrid Ley.[15] Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin der Reihe „Habitat-International – Schriften zur internationalen Urbanistik“, die im Transcript Verlag erscheint.[16]

Einzelnachweise

  1. Mitarbeiterprofil auf der Seite des Lehrstuhls für Internationale Urbanistik, Universität Stuttgart. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  2. Astrid Ley: Housing as Governance. Interfaces between Local Government and Civil Society Organisations in Cape Town, South Africa (Dissertation). Münster/Berlin 2010: LIT Verlag, ISBN 978-3-643-10330-7.
  3. Website der Habitat-Unit: Forschungsprojekte: Housing for the Urban Poor: From Local Action to Global Networks. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  4. Expertinnen und Experten der Universität Stuttgart: Prof. Dr. Astrid Ley. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  5. Dekaninnen und Dekane der Fakultät Architektur und Stadtplanung, Universität Stuttgart. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  6. Mitglieder des Direktoriums des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart. Abgerufen am 14. Dezember 2025
  7. Homepage des Studiengangs International Urbanism and Sustainable Design, Universität Stuttgart
  8. Mitarbeiterprofil auf der Seite des Lehrstuhls für Internationale Urbanistik, Universität Stuttgart. Abgerufen am 24. Oktober 2019
  9. Homepage des Lehrstuhls für Internationale Urbanistik: Forschungsprojekte. Abgerufen am 14. Dezember 2025
  10. Homepage des Lehrstuhls für Internationale Urbanistik: PhD Research. Abgerufen am 14. Dezember 2025
  11. ORCID: Astrid Ley. Abgerufen am 14. Dezember 2025
  12. Research Gate: Astrid Ley. Abgerufen am 14. Dezember 2025
  13. Astrid Ley: Housing as Governance. Interfaces between Local Government and Civil Society Organisations in Cape Town, South Africa (Dissertation). Münster/Berlin 2010: LIT Verlag, ISBN 978-3-643-10330-7.
  14. Herrle P., Ley A., Fokdal J. (Hrsg.): From Local Action to Global Networks: Housing the Urban Poor. 2015: Ashgate Verlag ISBN 978-1472450517
  15. Ley A., Fokdal J. (Hrsg.): Urban Contact Zones: Reflecting on International Urbanism
  16. Website Transcript Verlag: Publikationsreihe Habitat-International. Abgerufen am 14. Dezember 2025