Astrid Dröse
Astrid Dröse (* 1983 in München) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin. Seit 2025 ist sie Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).[1]
Leben
Sie studierte Germanistik, Geschichte sowie Musik- und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und legte 2008 das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Von 2009 bis 2012 war sie Doktorandin am Internationalen Doktorandenkolleg „Textualität in der Vormoderne“ des Elite-Netzwerks Bayern (Max-Weber-Programm).[2] 2014 wurde sie an der LMU München mit einer interdisziplinären Studie über den Barockdichter Georg Greflinger und das Lied im 17. Jahrhundert promoviert.[2]
Von 2012 bis 2024 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und akademische Rätin auf Zeit an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 2023 habilitierte sie sich dort mit der Arbeit Journalpoetik. Literatur im Medienwandel (1770–1840) Mit Studien zu Wieland, Schiller, Goethe, Kleist u.a. und erhielt die Venia Legendi für Neuere deutsche sowie allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft. Im Sommersemester 2023 vertrat sie die Professur für Neuere Deutsche Literatur (Frühe Neuzeit) an der Universität Rostock. 2022 bis 2024 war sie Stipendiatin der Daimler- und Benz-Stiftung.[3] In den Jahren 2023 und 2024 forschte sie als Marie-Skłodowska-Curie-Fellow der Europäischen Union (MSCA) an der Università degli Studi di Verona.[4]
Seit 2025 ist sie Professorin (W3) am Institut für Germanistik des Karlsruher Instituts für Technologie. Einen Ruf an die Universität Osnabrück (2024) lehnte sie ab.[2]
Forschung und Funktionen
Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die deutschsprachige Literatur und Kultur vom 16. bis zum 19. Jahrhundert im europäischen Kontext. Zu ihren Schwerpunkten zählen Intermedialität (insbesondere Text und Musik), Mediengeschichte (Zeitschriften und Journalkultur), Kulturtransfer und Übersetzung sowie editorische Verfahren. Weitere Forschungsfelder umfassen genderhistorische Themen, v. a. Autorinnen der Frühen Neuzeit und der (Früh-)Aufklärung.[2]
Astrid Dröse ist Herausgeberin der entstehenden Edition der Werke Christiana Mariana von Zieglers, einer Schriftstellerin aus der Zeit der Aufklärung[5] sowie Mitherausgeberin der Reihe Frühe Neuzeit (De Gruyter).[6] Sie gehört dem Vorstand des Deutschen Germanistenverbandes an und ist Mitglied im Beirat der FONTE-Stiftung.
Publikationen (Auswahl)
- Georg Greflinger und das weltliche Lied im 17. Jahrhundert. Berlin, Boston: De Gruyter 2015 (= Reihe Frühe Neuzeit 191). https://doi.org/10.1515/9783110363401
- Das Lied in der Frühen Neuzeit. Europäische und interdisziplinäre Perspektiven. Themenheft ARTES. Zeitschrift für Literatur und Künste der frühmodernen Welt 2023.
- mit Chiara Conterno (Hrsg.): Deutsch-italienischer Kulturtransfer im 18. Jahrhundert. Medien – Konstellationen – Kontexte. Bologna: Bononia University Press 2020.
- mit Oliver Bach (Hrsg.): Andreas Gryphius (1616–1664): Zwischen Tradition und Aufbruch. Berlin, Boston: De Gruyter 2020 (= Frühe Neuzeit 231). https://doi.org/10.1515/9783110664898
- Moralische und vermischte Sendschreiben – Ausgewählte Werke von Christiana Mariana von Ziegler. Unter Mitarbeit von Marisa Irawan. Berlin, Zürich: Secession 2019.
- Die Arbeit des Übersetzens: Rilke und Michelangelo („Se ‘l mie rozzo martello“). In: German Life and Letters 78, 1 (2025), 1–23 (zusammen mit Jörg Robert). DOI: https://doi.org/10.1111/glal.12438
- Zwischen Propaganda und innerer Emigration – Intermediale Schiller-Rezeption vor 1945. In: Dominic Graf: Die Geliebten Schwestern. Annäherungen an einen Klassiker des Literaturfilms. Hg. von Markus May und Friedrich Vollhardt. Berlin u. a. 2024, 103–126. DOI: https://doi.org/10.1515/9783110987591-008
- Journalpoetik und Luisenkult. Kleists ‚Berliner Abendblätter‘ im Spektrum der Hauptstadtpresse. In: Kleist Jahrbuch 2024, 315–330. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-69998-0_15
- Werthers Welt. Realismus beim jungen Goethe. In: Themenschwerpunkt ‚250 Jahre Werther‘ Zeitschrift für Germanistik. Hg. von Frieder von Ammon und Alexander Košenina NF 34,2 (2024), 281–297. DOI:https://doi.org/10.3726/92174_281
Einzelnachweise
- ↑ Prof. Dr. Astrid Dröse | University of Tübingen. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ a b c d KIT - Inst. f. Germanistik - Institut und Mitarbeiter:innen. 23. Oktober 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ Daimler und Benz Stiftung – Was haben Barocklieder mit unserer heutigen Kultur zu tun? Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Journal Poetics - Literature and Media in the Age of Goethe | Journal Poetics | Projekt | Ergebnisse | HORIZON | CORDIS | Europäische Kommission. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Ziegler-Edition | Christiana Mariana von Ziegler: Aufklärungsfeminismus und Kulturtransfer. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Frühe Neuzeit. Abgerufen am 26. Oktober 2025.