Arugam Bay
| Arugam Bay | ||
|---|---|---|
| Strand von Arugam Bay | ||
| Staat: | Sri Lanka | |
| Provinz: | Ostprovinz | |
| Distrikt: | Ampara | |
| Nächste Stadt: | Pottuvil | |
Arugam Bay (Tamil: அறுகம் குடா, Umschrift: Aṟukam kuṭā; Singhalesisch: ආරුගම් බොක්ක, Umschrift: ārugam bokka), lokal bekannt als „Arugam Kudah“, ist eine Ortschaft am Indischen Ozean in der Trockenzone der Südostküste Sri Lankas und ist eine historische Siedlung der historischen Region Batticaloa (Mattakallappu Desam). Die wörtliche Übersetzung von Arugam Kudah aus dem Tamilischen lautet „Bucht des Hundszahngrases“.
Geografie und Bevölkerung
Die Bucht liegt 117 km südlich von Batticaloa, 320 km östlich von Colombo und etwa 4 km südlich der Marktstadt Pottuvil. Das überwiegend von Moors (Muslime mit tamilischer Muttersprache) bevölkerte Pottuvil ist mit ca. 35.000 Einwohnern (2012)[1] Zentrum für Handel und Verkehr, während sich die Touristenunterkünfte entlang des Strandes befinden. Arugam Bay ist zudem Tor und einzige Straßenverbindung zum Yala East National Park. In 2,2 km Entfernung befindet sich der Pasarichenai Beach. In der Umgebung leben zahlreiche Elefanten, die häufig zwischen den Nationalparks Lahugala und Kumana hin- und herwandern.
Auch Ullae, die wichtigste Siedlung in der Region, wird überwiegend von den Moors (Muslime) bewohnt.[2] In Arugam Bay gibt es auch eine bedeutende srilankisch-tamilische und singhalesische Bevölkerung.[3][4]
Wirtschaft
Während die Fischerei traditionell die lokale Wirtschaft dominiert hat, ist der Tourismus in der Region inzwischen der dominante Wirtschaftszweig. Der Tourismus in Arugam Bay wird dank mehrerer bekannter Surfspots in der Region vom Surftourismus dominiert. Touristen werden jedoch auch von den lokalen Stränden, Lagunen, historischen Tempeln und dem nahe gelegenen Kumana-Nationalpark angezogen.
Ein Großteil der Gebäude in Arugam Bay sowie in Pottuvil wurden durch den Tsunami von 2004 zerstört.[5][6]
Konflikt zwischen Fischerei und Tourismus
Während des Bürgerkriegs in Sri Lanka zwischen der Zentralregierung und den tamilischen Separatisten war der Tourismus noch bescheiden, und die Hotels kauften oft den Fang der Fischer auf. Infolge eines Friedensabkommens zwischen den Tamil Tigers und der Regierung 2002 nahm der Tourismus deutlich zu, und viele Fischer, die in weniger vom Konflikt betroffene Gebiete gezogen waren, kehrten zurück. Hotelbesitzer begannen sich über den Geruch von trocknendem Fisch und den Blick auf die Fischerhütten zu beschweren. Nach dem Tsunami wurde den Fischern die Rückkehr verboten, offiziell aus Sicherheitsgründen, aber angeblich aufgrund des Drucks der Hotelbesitzer.[7]
Israelische Touristen
Arugam Bay ist ein beliebtes Reiseziel für israelische Touristen. Jedes Jahr besuchen zehntausende israelische Touristen Sri Lanka.[8][9] Viele Restaurants, Spas und andere Einzelhandelsgeschäfte in der Gegend haben Hinweisschilder auf Hebräisch. Israelische Touristen haben in der Gegend ein Chabad-Haus eingerichtet.[8]
Am 23. Oktober 2024 verstärkte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen in Arugam Bay, nachdem sie über eine mögliche Bedrohung für israelische Touristen informiert worden war.[10] Die Warnung Israels erfolgte nach Aufrufen in den sozialen Medien, israelische Unternehmen in der Region zu boykottieren, mutmaßlich aufgrund der Wut der muslimischen Gemeinschaft über Israels Kriege gegen die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah.[11][12] Der Lokalpolitiker Rehan Jayawickreme warf israelischen Unternehmen vor, illegal in Sri Lanka zu operieren und eine „ernsthafte Sicherheitsbedrohung zu schaffen, die Sri Lankas Bemühungen um eine Erholung des Tourismus zunichtemachen könnte“.[12]
Am 24. Oktober 2024 wurden drei Sri Lanker wegen Drohungen gegen israelische Touristen festgenommen.[13]
Surfkultur
Arugam Bay ist ein beliebter Surfspot. Er gilt als einer der zehn besten Surfspots des Landes. Seit 2004 finden hier auch die meisten internationalen Surfwettbewerbe in Sri Lanka statt.[14] Außerdem war es Austragungsort der So Sri Lanka Pro 2019.[15]
Einzelnachweise
- ↑ Census of Population and Housing - 2012¨.
- ↑ Lyn Robinson, Jim K. Jarvie: Post-disaster community tourism recovery: the tsunami and Arugam Bay, Sri Lanka. In: Disasters. Band 32, Nr. 4, 2008, ISSN 1467-7717, S. 631–645, doi:10.1111/j.1467-7717.2008.01058.x (englisch, Online [abgerufen am 27. November 2025]).
- ↑ Meera Srinivasan: As Sri Lanka expresses solidarity with Palestine, Israeli tourists dominate island's scenic Arugam Bay In: The Hindu, 23. Oktober 2024. Abgerufen am 24. Oktober 2024 (indisches Englisch).
- ↑ Arugam Bay: Delving beneath the waves | Daily FT. Abgerufen am 31. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Kavan Ratnatunga: Lost to the sea. In: lakdiva.org.lk. 9. Januar 2005, abgerufen am 24. Oktober 2024 (englisch).
- ↑ Surviving the Tsunami at Arugam Bay. In: Thuppahi's Blog. 16. März 2023, abgerufen am 18. Oktober 2023 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Naomi Klein: The Shock Doctrine: The Rise of Disaster Capitalism. Allen Lane, 2007, ISBN 978-1-84614-028-0, S. 388–97 (englisch, Google Books [abgerufen am 27. November 2025]).
- ↑ a b Meera Srinivasan: As Sri Lanka expresses solidarity with Palestine, Israeli tourists dominate island's scenic Arugam Bay In: The Hindu, 23. Oktober 2024. Abgerufen am 24. Oktober 2024 (indisches Englisch).
- ↑ US warns of attack threat in Sri Lanka surf haven popular with Israelis. In: South China Morning Post. 23. Oktober 2024, abgerufen am 26. Oktober 2024 (englisch).
- ↑ Sri Lanka police raise security at popular surf site over threat to Israelis. 23. Oktober 2024, abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
- ↑ Troops deployed to Jewish community center in Sri Lanka surfing town after U.S. warns of possible attack in area. In: CBS News. 23. Oktober 2024, abgerufen am 24. Oktober 2024 (amerikanisches Englisch).
- ↑ a b Hannah Ellis-Petersen: Israelis told to urgently leave Sri Lankan tourist areas after terrorist threat In: The Guardian, 23. Oktober 2024. Abgerufen am 24. Oktober 2024 (britisches Englisch).
- ↑ Claire Moses: 3 Arrested in Sri Lanka Over Possible Threats Against Israeli Tourists ( des vom 24. Oktober 2024 im Webarchiv archive.today) In: The New York Times, 24. Oktober 2024. Abgerufen am 26. Oktober 2024 (englisch).
- ↑ Surfing. Abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
- ↑ Gamini Gunaratna, Sri Lanka News Paper by LankaPage.com (LLC)- Latest Hot News from Sri Lanka: Sri Lanka : So Sri Lanka Pro 2019 surfing from Sept 25 to 29. Archiviert vom am 23. September 2019; abgerufen am 27. November 2025 (englisch).