Arnt von Aich
Arnt von Aich, („Aich“ = „aus Aachen“) auch Arnd von Aich, (* 15./16. Jahrhundert in Aachen (?); † zwischen vor dem 28. Juni 1530) war ein Kölner Buchdrucker.[1]
Von Aich war Besitzer der Lupuspresse in Köln.[2] Er hatte um 1514/16, unter dem Titel „75 hubscher Lieder myt Discant, Alt, Bas und Tenor“[3] ein vierstimmiges Liederbuch herausgegeben. Mit 75 anonymen Stücken ist es die umfangreichste gedruckte weltliche Liedersammlung Deutschlands dieser Zeit[2][1] Bei der Sammlung handelt es sich allerdings um einen "Raubdruck". Sie enthält Stücke aus mindestens zwei nicht erhaltenen Drucken mit Liedern, die vor 1513 von Peter Schöffer dem Jüngeren in Mainz herausgegeben wurden.[4] Die Stücke lassen sich dem Repertoire Hofkapellen Kaiser Maximilians I. und des Augsburger Bischofs Friedrich II. von Zollern zuordnen († 1505).[1] Als Komponisten wurden Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Erasmus Lapicida, Adam von Fulda, Adam Rener, Wolfgang Grefinger, Matthaeus Pipelare und Georg Brack sowie deren Umfeld nachgewiesen.[1]
Um 1526 zog sich von Aich aus der Druckerei zurück.[2] Sein Schwiegersohn Laurenz von der Mülen führte nach Aichs Tod die Druckerei für die Witwe und den noch nicht volljährigen Sohn Johann von Aich († 1553) weiter.
Ausgabe des Liederbuches
- Das Liederbuch des Arndt von Aich : Gesamtausgabe, herausgegeben von Dieter Eichler und Dieter Klöckner, Stuttgart : Cornetto-Verlag 2011, ISMN: M-50100-979-4.
Quellen
- Aich, Arnt von. In: Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. 12. völlig neubearbeitete Auflage. Band 1: Personenteil A–K. B. Schotts-Söhne, Mainz 1959, S. 15 (Erstausgabe: 1882).
- Arnt von Aich. In: Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. 12. völlig neubearbeitete Auflage. Band 4: Ergänzungsband, Personenteil A–K. B. Schotts-Söhne, Mainz 1972, S. 9 (Erstausgabe: 1882).
- Leonhard Ennen: Aich, Arnd von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 166.
- Josef Benzing: Aich, Arnd. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 114 (deutsche-biographie.de).
- Arnold Feil: Liederbuch des Arnt von Aich in Köln (um 1510). In: Metzler Musik Chronik: Vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. 2016, S. 74 (books.google.de [abgerufen am 6. April 2019]).
- Grantley McDonald, Sanna Raninen: The Songbooks of Peter Schöffer the Younger and Arnt von Aich: a Typographical Assessment. In: Senfl-Studien 3 (Wiener Forum für ältere Musikgeschichte Bd. 9). 2018, S. 29–53.
Einzelnachweise und Bemerkungen
- ↑ a b c d Aich, Arnt von. In: Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. 12. völlig neubearbeitete Auflage. Band 1: Personenteil A–K. B. Schotts-Söhne, Mainz 1959, S. 15 (Erstausgabe: 1882).
- ↑ a b c Josef Benzing: Aich, Arnd. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 114 (deutsche-biographie.de).
- ↑ Neudruck: E. Bernoulli und H. J. Moser, 1930.
- ↑ Grantley McDonald und Sanna Raninen konnten dies durch genaue Vergleiche der Schrifttypen nachweisen. Der Druck von Aichs ist als Holzschnitt ausgeführt, die Drucke Schöffers sind mit beweglichen Lettern gesetzt. Mindestens einer dieser Drucke ging vermutlich wiederum auf einen Liederband zurück, der 1512 bei Erhart Oeglin in Augsburg verlegt wurde.