Aristarchos (Spartaner)

Aristarchos (griechisch Ἀρίσταρχος Arístarchos) war 400/399 v. Chr. spartanischer Garnisonskommandant (Harmost) von Byzantion (heute Istanbul) in Kleinasien.

Als Nachfolger des Kleandros übernahm Aristarchos gegen Ende 400 v. Chr. das Amt des Harmosten von Byzantion. Jene griechischen Söldner, die unter der Führung Xenophons von ihrer misslungenen Militärexpedition (Zug der Zehntausend) – dem Kampf für Kyros den Jüngeren gegen den persischen Großkönig Artaxerxes II. – zurückgekehrt waren, lagerten damals in der Umgebung von Byzantion. Kleandros hatte die Griechen freundlich empfangen und kranke Söldner pflegen lassen. Etwa 400 Söldner hatten ihre Waffen verkauft und sich in Byzantion angesiedelt. Aristarchos traf in Kyzikos den spartanischen Nauarchen Anaxibios, der ihn anwies, alle in Byzantion lebenden Söldner als Sklaven zu verkaufen. Dieser Anordnung, die Kleandros ignoriert hatte, kam Aristarchos nach seiner Ankunft in Byzantion umgehend nach. Als Anaxibios kurz darauf nach Sparta zurückkehrte, änderte er seine Meinung gegenüber den Söldnern, da er enttäuscht über den persischen Satrapen Pharnabazos war. Dieser hatte sich nämlich nicht wie versprochen erkenntlich dafür gezeigt, dass Anaxibios die Söldner nach Byzantion geholt und damit aus Pharnabazos’ Satrapie entfernt hatte. Anaxibios beredete aus Rache Xenophon, zu den Söldnern zurückzukehren und mit ihnen in Pharnabazos’ Satrapie einzufallen. Der Satrap bestach jedoch Aristarchos, dies zu verhindern. Mit Drohungen erreichte Aristarchos, dass die in Perinth versammelten griechischen Krieger nicht mit Schiffen weiterfuhren. Er verbot allen Reedern, Schiffe an die Griechen zu verleihen und antwortete auf Xenophons Einwand, im Auftrag des Anaxibios zu handeln, dass dieser nicht mehr Nauarch sei und nun er, Aristarchos, als neuer Harmost hier gebiete. Die Söldner zogen auf den thrakischen Chersones und begaben sich in den Dienst des thrakischen Herrschers Seuthes.[1]

Auch weiterhin zeigte sich Aristarchos den Söldnern gegenüber unfreundlich, indem er ihnen etwa nicht erlaubte, Perinth zu betreten.[2] Über sein weiteres Leben liegen keine Nachrichten vor.

Literatur

Anmerkungen

  1. Xenophon, Anabasis 7, 2, 5–16; dazu Wolfgang Will: Der Zug der 10 000, 2022, S. 194 f.
  2. Xenophon, Anabasis 7, 3, 2 f.; 7, 6, 13; 7, 6, 24.