Archiv Historische Bildpostkarten – Universität Osnabrück
| Archiv Historische Bildpostkarten – Universität Osnabrück | |
|---|---|
(Universitätsbibliothek Osnabrück) | |
| Archivtyp | Hochschularchiv |
| Ort | Osnabrück |
| Besucheradresse | Alte Münze 16, 49074 |
| Gründung | 2010 |
| Umfang | ca. 40.000 Postkarten |
| ISIL | DE-3066 |
| Träger | Universitätsstiftung Osnabrück |
| Leitung | Dietrich Helms |
| Webseite | www.bildpostkarten.uni-osnabrueck.de |
Das Archiv Historische Bildpostkarten – Universität Osnabrück ist eine Einrichtung der Universität Osnabrück. Die Bestände sind im Besitz der Universitätsstiftung Osnabrück und werden in den Räumlichkeiten der Universitätsbibliothek Osnabrück aufbewahrt. Das Archiv sammelt illustrierte historische Postkarten und verwandte Materialien von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Es dient der Erforschung vorwiegend kultur- und musikhistorischer Fragestellungen, möchte aber u. a. mithilfe von Ausstellungen auch über die Geschichte der Postkarte informieren.
Geschichte und Namensgebung
Das Archiv wurde 2010 durch die Zustiftung der Postkartensammlung von Sabine Giesbrecht an die Universitätsstiftung Osnabrück gegründet. Die Sammlung Giesbrecht war bereits zuvor ab 2002 als ein frühes Digitalisierungsprojekt der Universität Osnabrück im Internet zugänglich.[1] Nach der Übergabe an die Universitätsstiftung wurden die Bestände mithilfe verschiedener Förderer neu und tiefgehend erschlossen und die Online-Datenbank den aktuellen Standards zur Digitalisierung der DFG angepasst.[2]
Mit dem Zustiftungsvertrag erhielt das Archiv den Namen „Historische Bildpostkarten – Universität Osnabrück“. „Bildpostkarte“ meint hier nicht den amtlichen Begriff einer Ganzsache mit Bild auf der Adressseite, sondern will als übergeordneter Terminus für alle Postkarten mit Eindruck von Abbildungen, Noten oder Texten verstanden werden, d. h. auch und vor allem für die klassischen Ansichtskarten.[3]
Sammlungsschwerpunkte
Das Archiv sammelt Karten von kultur-, sozial- und musikgeschichtlichem Interesse sowie historische Sammlungen von den Anfängen der Postkarte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis ca. 1945. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf Motivpostkarten im weitesten Sinne. Topografische Karten, d. h. die klassischen Ansichtskarten von Orten und Sehenswürdigkeiten, stellen einen verhältnismäßig kleinen Anteil dar und stammen vorwiegend aus dem Raum Osnabrück.[4] Sammel- und Forschungsschwerpunkte des Archivs sind vielmehr „Darstellungen zur Musik, zu Kunst und Literatur, Werbung und Propaganda, sowie zur Gendergeschichte und historischen Ereignissen“.[5]
Bestände
Die Sammlung des Archivs umfasst heute ca. 40.000 Objekte, von denen der Großteil digitalisiert und – soweit rechtlich unproblematisch – auf dem öffentlichen Portal zugänglich ist. Der umfangreichste Bestand ist nach wie vor die Sammlung Giesbrecht mit ca. 22.200 Karten und den Schwerpunkten Musik, Werbung, Propaganda und Gendergeschichte. Weitere große Sammlungen stammen von Jean Ritsema (5.441 Karten v. a. zu Gendergeschichte und Stars), Jutta Assel (4.223 Karten zu Gendergeschichte und zur Geschichte der Postkarte) und Christoph-Müller Oberhäuser (1.082 Karten zur Musik). Das Archiv verfügt zudem über zahlreiche kleinere Sammlungen. Von besonderem historischen Interesse sind dabei Sammlungen, die in der Zeit des Ersten Weltkriegs angelegt wurden und die die Korrespondenz zwischen Front und Heimat dokumentieren.[4]
Sammlungszweck
Das Archiv dient der Bewahrung und Zugänglichmachung historischer Postkarten als Quelle für die Forschung. Es will Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Bildpostkarten als Abbilder ihrer Zeit lenken. Vor diesem Hintergrund initiiert es eigene Forschungsprojekte und stellt seine Bestände externen Forschenden zur Verfügung.[6] Es verleiht zudem Objekte für Ausstellungen Dritter und liefert Digitalisate für die Illustration von Schulbüchern und anderen Bildungsmaterialien.[5] Die Mitarbeitenden tauschen sich mit Sammlerinnen und Sammlern aus und informieren u. a. in eigenen Ausstellungen online und vor Ort über die unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich der Bildpostkarte.[7]
Literatur
- Sabine Giesbrecht: „Das digitale Bildpostkartenarchiv der Universität Osnabrück. Musik und Gesellschaft von der Kaiserzeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges“. In: Christa Pieske u. a. (Hrsg.): Arbeitskreis Bild Druck Papier. Tagungsband Dresden 2005. Waxmann, Münster 2006, S. 156–161.
- Sabine Giesbrecht: „Musikkarten der Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht – ein historisch-systematischer Überblick“. In: Dietrich Helms u. a. (Hrsg.): Musik per Post. Bildpostkarten und das visuelle Wissen von der Musik. Wien: Böhlau, 2024, S. 35–66.
- Jan Lehmann: „Das Archiv Historische Bildpostkarten der Universität Osnabrück und die Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht“. In: Dietrich Helms u. a. (Hrsg.): Musik per Post. Bildpostkarten und das visuelle Wissen von der Musik. Böhlau, Wien 2024, S. 27–34.
Veröffentlichungen
- Dietrich Helms, Jan Lehmann, Christoph Müller-Oberhäuser (Hrsg.): Musik per Post. Bildpostkarten und das visuelle Wissen von der Musik. Böhlau, Wien 2024.
Weblinks
- Datenbank des Archivs Historische Bildpostkarten
- Ausstellungen des Archivs Historische Bildpostkarten
- Recherchemittel zur Erforschung von Bildpostkarten (Bibliografie, Signaturenkatalog von Künstlerinnen und Künstlern, Verlagszeichen u. v. m.)
- Archiv Historische Bildpostkarten – Universität Osnabrück in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Das Archiv Historische Bildpostkarten in der Deutschen Fotothek
- Das Archiv Historische Bildpostkarten im Portal Wissenschaftliche Sammlungen
- Postkartensammlung von Jean Ritsema bei Pinterest
- Postkartensammlung von Jean Ritsema in der Ross Verlag-Datenbank
- Goethezeit-Portal (auf Grundlage der Postkartensammlung von Jutta Assel und Georg Jäger)
Einzelnachweise
- ↑ Über das Archiv. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
- ↑ Jan Lehmann: "Das Archiv Historische Bildpostkarten der Universität Osnabrück und die Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht". In: Dietrich Helms, Jan Lehmann, Christoph Müller-Oberhäuser (Hrsg.): Musik per Post. Bildpostkarten und das visuelle Wissen von der Musik. Böhlau, Wien 2024, ISBN 978-3-205-21867-8, S. 27.
- ↑ Dietrich Helms: "Zur Einleitung. Das visuelle Wissen von der Musik. Bildpostkarten als Quelle (musik-)historischer Forschung". In: Dietrich Helms, Jan Lehmann, Christoph Müller-Oberhäuser (Hrsg.): Musik per Post. Bildpostkarten und das visuelle Wissen von der Musik. Böhlau, Wien 2024, ISBN 978-3-205-21867-8, S. 13 f.
- ↑ a b Sammlungsbeschreibung. Abgerufen am 22. September 2025 (deutsch).
- ↑ a b Archiv Historische Bildpostkarten – Universität Osnabrück: Startseite. Abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Forschungsprojekte. Abgerufen am 23. September 2025 (deutsch).
- ↑ Ausstellungen. Abgerufen am 22. September 2025 (deutsch).