Archäologisches Fenster am Münster
Das Archäologische Fenster am Münster (AFaM) ist ein archäologisches Fenster in Herford, mit dem das Bodendenkmal Damenstift Herford in Form einer gestalteten archäologischen Stätte sichtbar und erlebbar gemacht wurde. Das AFaM ist eine bürgerschaftliche Initiative, angestoßen vom Herforder Unternehmer und Mäzen Dieter Ernstmeier mit dem Verein für Herforder Geschichte.
Lage
Das Archäologische Fenster am Münster liegt in Herford zwischen Münsterkirche, Rathaus und der Berliner Straße. Dort hatte 789 der sächsische Edeling Walter ein Kloster zu Ehren der Muttergottes errichtet. 823 übertrug Kaiser Ludwig der Fromme dieses Kloster die Rechte der alten merowingischen Königsabtei Soissons in Frankreich. Das Kloster wurde Reichskloster.
Geschichte
Nach einer im Jahr 2016 vorgestellten Machbarkeitsstudie entschied sich der Rat der Stadt Herford im Oktober mit einem Grundsatzentscheid für den Bau des Archäologischen Fensters. Für die Erstellung des inhaltlichen Konzepts wurde Matthias Wemhoff, Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologie, eingebunden. Das Projekt wurde durch eine Förderung aus dem Bundeshaushalt und eine Co-Finanzierung über den Geschichtsverein Herford und die Dieter-Ernstmeier-Stiftung finanziert. Die Gesamtkosten wurden im November 2024 auf 5,7 Millionen Euro beziffert.[1]
Die Grundsteinlegung fand im August 2023 statt.[2] Im Oktober 2024 wurden insbesondere durch einen aufwendigeren Innenausbau Mehrkosten von einer halben Million Euro erkennbar. Um die Mehrkosten stemmen zu können, rief die Stadt in einer Bürgerfinanzierungskampagne zur Mithilfe auf.
Die Eröffnung fand am 23. August 2025 statt.[3]
Die Arbeiten an Gebäude 2, das unmittelbar an der Münsterkirche liegt, wurden bis Anfang Dezember 2025 abgeschlossen. Das Gebäude ist seit Mitte Dezember 2025 auch für die Öffentlichkeit zugänglich.[4]
Beschreibung
Das AFaM ähnelt einem Gebäude aus dem Jahr 926 an gleicher Stelle. Das 2-geschossige Gebäude bildet eine Schutzhülle für die Originalmauern, die wieder freigelegt werden, wenn das Gebäude steht. Zusätzlich wird der Kreuzgang des Klosters wieder hergestellt.
Gebäude 2 besteht aus zwei Ebenen. Die Grabungsebene im Untergeschoss ist nicht betretbar. Im Erdgeschoss befinden sich ausschließlich Vitrinen mit Ausstellungsstücken. Das Obergeschoss umfasst eine weitere Vitrine sowie einen Film mit Katharina Thalbach.
Literatur
- Das Damenstift Herford. Die archäologischen Ergebnisse zur Geschichte der Profan- und Sakralbauten seit dem späten 8. Jahrhundert (= Denkmalpflege und Forschung in Westfalen. Band 24). 3 Bände. Habelt, Bonn 1993, ISBN 3-7749-2611-5
- Das Archäologische Fenster am Münster in Herford, Wolfgang Otto, Herford 2025
Weblinks
- Archäologisches Fenster am Münster - Offizielle Webseite
- Geschichtsverein Herford
- Archäologisches Fenster am Münster und Reichsstift Herford auf YouTube
Einzelnachweise
- ↑ Matthias Bungeroth: Stadt Herford wird Träger des Archäologischen Fensters. Abgerufen am 2. November 2024.
- ↑ Hartmut Horstmann: Herford: Grundstein für Archäologisches Fenster gelegt. Abgerufen am 2. November 2024.
- ↑ Björn Kenter: Mehr als eine halbe Million Euro fehlt: Kostenexplosion beim Archäologischen Fenster in Herford. Abgerufen am 2. November 2024.
- ↑ Quelle Internetauftritt Stadt Herford
Koordinaten: 52° 6′ 58,46″ N, 8° 40′ 15,6″ O