Apollo News
| Apollo News | |
| „Das Magazin für die Freiheit.“ | |
| Medienportal | |
| Sprachen | Deutsch |
|---|---|
| Sitz | Berlin |
| Gründer | Max Mannhart |
| Betreiber | Apollo Medien GmbH |
| Registrierung | optional |
| Online | seit 2018 |
| (aktualisiert 9. Mai 2025) | |
| https://apollo-news.net/ | |
Apollo News ist ein rechtslibertäres Online-Magazin.[1][2] Es wurde 2018 von Max Mannhart in Berlin-Treptow gegründet. Neben dem Online-Magazin verbreitet Apollo News seine Inhalte auch über soziale Medien.[1][3][4]
Entstehung und Geschichte
2018 wurde Apollo News, damals noch als Schülerblog, unter anderem von Max Mannhart gegründet. Mannhart schrieb zudem für den Blog „Achse des Guten“. Ab 2020 arbeitete Mannhart als Redakteur für Tichys Einblick, 20 weitere Mitglieder des „Apollo“-Teams trafen 2021 als Jugendredaktion von Tichys Einblick dazu.[2]
2022 wechselte das „Apollo“-Team zur Redaktion von Julian Reichelt und trug zum Aufbau des rechtspopulistischen Online-Portals Nius bei.[2][5] Mannhart fungierte dabei als Leiter des Nius-Vorgängers pleiteticker.de. Laut einem Bericht des Medium Magazins kam es zu Konflikten mit anderen Kollegen, die die Qualität der Arbeit der späteren Apollo-Autoren sowie deren Themenauswahl kritisierten. Reichelt dagegen lobte die Arbeit von Apollo News als „mutig und beeindruckend“.[2]
2023 verließ das „Apollo“-Team Reichelt und machte sich selbstständig.[2]
Laut Mannhart hatte im März 2025 keiner der damals 15 festangestellten Redakteure eine formale journalistische Ausbildung.[2] Im Juli 2025 stieß der frühere Cicero-Ressortleiter Daniel Gräber als Mitglied der Chefredaktion zu Apollo News.[6] Die Verantwortlichen verstehen den Blog als „Jugendjournalismus“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Nachwuchsjournalisten jenseits des „links-grünen Mainstreams“ auszubilden. Dabei kooperieren sie laut Belltower News mit Tichys Einblick und dem Blog pleiteticker.de.[7] Anfang 2025 verzeichnete die Website durchschnittlich etwa sieben Millionen Aufrufe pro Monat.[3] Finanziert wird Apollo News laut Mannhart hauptsächlich durch Spenden und Werbeeinnahmen.[2]
Politische Ausrichtung
Laut dem MDR zeigen viele Autoren des Magazins eine „stark libertäre und teils rechtspopulistische Ausrichtung“.[1] Der Spiegel ordnete Apollo News in eine Reihe von Plattformen ein, die Desinformationen und extrem rechte Narrative verbreiten würden, wobei die Grenzen zwischen seriösem Journalismus und manipulativen Inhalten für ungeübte Leser verschwimmen würden. Apollo News gehe in seiner Unterstützung der AfD subtiler vor als andere vergleichbare Medien.[8] Stefan Niggemeier bezeichnete Apollo News auf Übermedien als „rechtes Alternativmedium“.[9] Die Zeit schrieb, der Ton sei „bürgerlich, ruhig“ und es werde „nicht gehetzt“, die Auswahl der Themen sei jedoch begrenzt. Es gehe um Donald Trump, die Grünen und die Fehler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Vor allem werde viel über das berichtet, worüber auch die Alternative für Deutschland gerne rede. Die Autoren seien nicht nur jung, sondern auch gebildet.[3]
Laut dem Thinktank CeMAS vertritt Apollo News rechtslibertäre Positionen „für einen Minimalstaat und gegen den Sozialismus als eine Art Hauptfeind“. Zusammen mit der Ablehnung von Migration und anderen konservativen bis reaktionären Gesellschaftsvorstellungen trage dies zur wachsenden Popularität des Magazins bei. In deutschsprachigen verschwörungsideologischen oder rechtsextremen Telegram-Chats seien Links zu Apollo-Inhalten mittlerweile bedeutend verbreiteter als Links zu Junge Freiheit, Nius oder Tichys Einblick.[2]
Die Journalistik-Professorin Gabriele Hooffacker zählt Apollo News neben Nius und Tichys Einblick zu „rechten Boulevardmedien“, die mit „Trigger-Themen“ wie „Gendersternchen, Regenbogenflaggen, über Migration bis hin zum Schwangerschaftsabbruch“ arbeiteten, um bestimmte Gesellschaftsgruppen zu aktivieren. Selbsternannte „Alternativmedien“ wie Apollo News gäben Positionen verzerrt und emotional aufgeladen wieder, stellten sich als Opfer dar und forderten Meinungsfreiheit für ihre eigenen Positionen, aber nicht für Positionen Anderer.[10] Der Tenor des Magazin richte sich gegen politische Institutionen. Hooffacker ordnet Apollo News ebenfalls als rechtslibertär ein.[2]
Kontroversen
Laut Correctiv behauptete ein Beitrag von Apollo News auf Telegram, dass die von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration geförderte Informationsseite „Handbook Germany“ der Neuen deutschen Medienmacher*innen Eltern raten würde, „doch einfach eines ihrer Kinder verschwinden [zu lassen]“, um ihre Abschiebung zu verhindern. Ein derartiger Tipp findet sich laut Correctiv nicht auf der Seite, laut der Betreiberin der Seite auch in der Vergangenheit nicht.[11] Nach der Amokfahrt in Mannheim 2025 verbreitete Apollo News einen gefälschten Polizeibericht, laut dem der Täter einen „dunklen Hauttyp“ habe. Boris Rosenkranz kritisierte dies auf Übermedien als Beispiel für vorschnelle Verurteilungen von Ausländern nach Attentaten.[12]
Das Medium Magazin kritisierte handwerkliche Fehler bei Apollo News. So sei ein Zitat des Kanzleramtschefs Wolfgang Schmidt verfälscht wiedergegeben und die mutmaßlichen Rechtsterroristen der Gruppe Sächsische Separatisten durch Auslassen ihrer Pläne für ethnische Säuberungen als „ungefährlichere Prepper“ dargestellt worden. Auch sei US-Präsident Joe Biden unterstellt worden, den Ostersonntag 2021 zum Transgender Day of Visibility erklärt zu haben. Dieser Tag findet jedoch seit 2009 jährlich am gleichen Datum statt und fiel 2024 rein zufällig auf den Ostersonntag.[13][14] Laut dem MDR wurde in einem TikTok-Video von Apollo News Aussagen der Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt „bis ins Unkenntliche verzerrt“. Das Video wurde mehrere hunderttausend Male aufgerufen.[1]
Eine Social-Media-Analyse des Thinktanks Polisphere sah in einem Beitrag von Apollo News den Anfang einer Kampagne gegen die Bundesverfassungsgerichtskandidatin Frauke Brosius-Gersdorf.[15][16] Das NDR-Medienmagazin Zapp stufte den Artikeltext als „relativ sachlich“ ein, fand es aber erwartbar, dass etwa Nius-Chef Reichelt auf „Reizthemen für Rechtspopulisten“ ansprang.[17] Das ZDF behauptete in seiner heute-journal-Sendung fälschlicherweise, Apollo News habe in zwei Artikeln zur Brosius-Gersdorf-Affäre Falschmeldungen verbreitet. Das ZDF korrigierte den Beitrag nachträglich und gab gegenüber Apollo News eine Unterlassungserklärung ab.[18]
Veranstaltung der Linkspartei in Treptow
Im Oktober 2025 wurde im Stadtteil Berlin-Treptow ein Flyer des Bezirksverbandes Treptow-Köpenick der Linkspartei verteilt, der unter anderem dazu aufrief, „rechten Medien auf die Tasten [zu] treten“ und „rechte Hetze aus den Köpfen [zu] treiben“.[19][20] An einer Veranstaltung des Bezirksverbandes gemeinsam mit einer Journalistin von belltower.news zum Thema „Apollo News: Die rechte Redaktion in unserem Kiez“ nahmen etwa 70 Menschen teil.[21]
Apollo News selbst gibt an, dass es bei der Veranstaltung darum gegangen sei, „gemeinsam zu überlegen“, wie man der Pressearbeit des Mediums „einen Riegel vorschieben“ könne. Mannhart bezeichnete die Aktion als „Angriff auf die Pressefreiheit“. Zudem unterstellte Apollo News der Amadeu Antonio Stiftung wie auch der teilnehmenden Mitarbeiterin Aufrufe zur Gewalt und forderte einen Stopp der Fördergelder für die Stiftung. Auch mehrere Politiker aus AfD und FDP sowie Journalisten verurteilten die Aktion scharf.[22][23][24] Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union äußerte, Kritik an journalistischen Inhalten sei legitim, organisierte Kampagnen, die auf Einschüchterung oder Behinderung zielten, jedoch nicht.[25]
Die Amadeu Antonio Stiftung, welche belltower.news betreibt, sowie der Bezirksvorsitzende der Linken in Treptow-Köpenick, Moritz Warnke, distanzierten sich auf Anfrage von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung. Die Veranstaltung habe das Ziel gehabt, über Strategien „rechts-alternativer“ Medien aufzuklären, Gewaltaufrufe habe es dabei nicht gegeben. Die Amadeu Antonio Stiftung betonte, dass der Schutz der Pressefreiheit für die Stiftung ein „unverhandelbares Grundrecht“ sei.[19][26][27]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Faktencheck: TikTok-Video verdreht Aussagen von Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt. MDR, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ a b c d e f g h i Apollo News. In: Medium Magazin. Nr. 01/25, 6. März 2025, S. 42 ff. (mediummagazin.de).
- ↑ a b c Kerstin Kohlenberg: Rechtsruck: Nicht schon wieder! In: Zeit Online. 9. Februar 2025, abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Abschiebe-Debatte: Wie Rechte das Hilfsangebot „Handbook Germany“ instrumentalisieren. In: correctiv.org. 10. September 2024, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Marvin Schade: Fleischhauer-Rückzug: Nius und das Reichelt-Dilemma. In: Medieninsider. 28. August 2023, abgerufen am 27. März 2025.
- ↑ Daniel Gräber wird Mitglied der Chefredaktion. In: Wirtschaftsjournalist:in. 30. Juni 2025, abgerufen am 7. August 2025.
- ↑ Rechtes Medienimperium von Julian Reichelt. In: belltower.news. 25. April 2023, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Maik Baumgärtner, Markus Feldenkirchen, Ann-Katrin Müller, Marcel Rosenbach, Christoph Schult, Severin Weiland, Wolf Wiedmann-Schmidt: Fabriken der Lüge. In: Der Spiegel. Nr. 5, 25. Januar 2025, S. 16 (spiegel.de).
- ↑ Stefan Niggemeier: Nicht alles, was rechte Medien skandalisieren, ist kein Skandal. In: Übermedien. 12. Dezember 2024, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Mey Dudin: Wie rechte Boulevardmedien von einem psychologischen Effekt profitieren. In: Rheinische Post. 5. August 2025, abgerufen am 7. August 2025.
- ↑ Gabriele Scherndl: Abschiebe-Debatte: Wie Rechte das Hilfsangebot „Handbook Germany“ instrumentalisieren. In: correctiv.org. 10. September 2024, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Boris Rosenkranz: Abstoßende Ratespiele: Wie die Tat von Mannheim ausgeschlachtet wird. In: Übermedien. 4. März 2025, abgerufen am 18. März 2025.
- ↑ Veronika Völlinger, Frederik von Castell: Raketenstart in die rechte Umlaufbahn. In: Medium Magazin. Nr. 1, 6. März 2025 (mediummagazin.de [abgerufen am 24. März 2025]).
- ↑ Olivia Alafriz, Giselle Ruhiyyih Ewing: Sunday marks both Easter and the Transgender Day of Visibility. Cue the culture war. In: Politico. 30. März 2024, abgerufen am 19. Juli 2025 (englisch).
- ↑ Stimmungsmache von rechts – Kampagne gegen Juristin Frauke Brosius-Gersdorf. In: Deutschlandfunk. Deutschlandradio, 15. Juli 2025, abgerufen am 24. Juli 2025.
- ↑ Wie die Kampagne gegen Frauke Brosius-Gersdorf ins Laufen kam. In: BR24. Bayerischer Rundfunk, 15. Juli 2025, abgerufen am 24. Juli 2025.
- ↑ Daniel Bröckerhoff, Mandy Mülling: Der Fall Brosius-Gersdorf und die Rolle der Medien. NDR, abgerufen am 24. Juli 2025.
- ↑ Beitrag zu Brosius-Gersdorf: ZDF berichtet falsch über „Apollo News“. faz.net, 1. August 2025.
- ↑ a b Sophie-Marie Schulz: „Aus den Köpfen treiben“: Linken-Politiker rechtfertigt Einschüchterung von Apollo News. In: Berliner Zeitung. 7. Oktober 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ „Auf die Tasten treten“: Linke starten Kampagne gegen „Apollo News“ – Kubicki spricht von „widerlichem Gewaltaufruf“. In: welt.de. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Sophie-Marie Schulz: Linke gegen die Pressefreiheit: Wie die Partei ein unabhängiges Medium einschüchtern will. In: Berliner Zeitung. 7. Oktober 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Kerstin Rottmann: „Auf die Tasten treten“: Linke starten Kampagne gegen „Apollo News“ – Kubicki spricht von „widerlichem Gewaltaufruf“. In: welt.de. 7. Oktober 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Reform-Schluckauf (mit Deniz Yücel). (Podcast) In: Apokalypse & Filterkaffee. 9. Oktober 2025, abgerufen am 11. Oktober 2025.
- ↑ Matthias Meisner. Eine orchestrierte Kampagne taz.de, 15. Oktober 2025
- ↑ Nathan Giwerzew Berlin: «Angriff auf die Pressefreiheit»: Linkspartei möchte Arbeit von «Apollo News» behindern. In: NZZ. 8. Oktober 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025.
- ↑ Sophie-Marie Schulz: „Aus den Köpfen treiben“: Linken-Politiker rechtfertigt Einschüchterung von Apollo News. In: Berliner Zeitung. 7. Oktober 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ „Apollo News“ im Visier der Linkspartei Berlin-Treptow: „Aus dem Kiez vertreiben“. 15. Oktober 2025, abgerufen am 10. Januar 2026.