Antrodiella citrinella
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Antrodiella citrinella | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| Niemelä & Ryvarden |
Antrodiella citrinella (deutsche Trivialnamen sind Zitronengelbe Tramete und Zitronengelbe Kleinsportramete) ist ein Pilz aus der Ordnung Stielporlingsartige (Polyporales), der in urwaldartigen Wäldern vorkommt. Er wächst auf zerfallendem Totholz, das bereits vom Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) befallen wurde und mehrheitlich in Höhenlagen bis ca. 600 Meter, jedoch auch bis 1000 Meter. Er ist nicht giftig, aber ungenießbar.[1]
Beschreibung
Antrodiella citrinella besitzt keinen Stiel. Er bildet vereinzelte Hüte aus, der Rest des Pilzes ist im Holz eingesenkt.[1] Er hat eine namensgebende zitronengelbe bis hellgelbe, mitunter weiße Färbung. Wenn der Pilz jung ist, weist er am Rand einen weißen Saum auf.[1] Wenn der Pilz trocken ist, ist er cremeocker gefärbt. Seine Fruchtschicht ist zwischen zwei und zwanzig Zentimeter breit,[1] in Ausnahmefällen bis dreißig Zentimeter.[1][2] Das Fleisch des Pilzes ist in jungem Stadium weiß, hell gelblich, in altem Stadium gelb bis braun. Es ist dickfleischig und holzig, doch in trockenem Zustand hart.[1] Pro Millimeter hat er 3–4 (5) Poren.[1] Die wachsartigen, weichen Röhren werden beim Trocknen steif und halbtransparent. Die Sporen sind relativ klein. Von den anderen europäischen Arten und auch den meisten tropischen Arten der Gattung unterscheidet sich die Art durch ihre eher kugelförmigen Sporen. Die Hyphenstruktur ist dimitisch.[3]
Systematik
Die Erstbeschreibung durch Tuomo Niemelä und Leif Ryvarden wurde 1983 veröffentlicht.
Ein nomenklatorisches Synonym ist Flaviporus citrinellus (Niemelä & Ryvarden) Ginns (1984).[4]
Verbreitung und Habitate
Antrodiella citrinella wurde erstmals 1978 von T. Niemela an zwei Fundorten in Polen gesammelt. Die Typusart der Gattung stammt aus Norwegen. Als weitere Länder nennen die Erstbeschreiber Finnland und Kroatien.[3] Die enge Verwandtschaft mit Antrodiella semisupina war von Anfang an offensichtlich.[3]
In der Schweiz kommt er im Wildnispark Zürich vor.[2] In Deutschland sind nur Standorte im Nationalpark Bayerischer Wald[5] und im ehemaligen Bannwald „Wilder See“ im Nationalpark Nordschwarzwald bekannt.[6]
Antrodiella citrinella gilt als Indikator für urwaldartige Wälder, da er auf Totholz angewiesen ist. Man findet ihn in feuchten, kühlen Buchenwäldern, Tannen-Buchenwäldern und Tannen-Fichtenwäldern.[2] Dort besiedelt er liegende Stämme oder Stümpfe, meist von der Fichte, seltener von Kiefer, Birke, Espe und Erle. Meist ist er am selben Standort wie an dem des Rotrandigen Baumschwamms zu finden oder sogar gemeinsam mit ihm oder auf ihm. Seine Fruchtkörper sind im Sommer bis Spätherbst zu finden.[1]
Ökologie
Antrodiella citrinella wächst in späten Stadien der Holzzersetzung oft direkt auf Fruchtkörpern oder dem Myzel des Rotrandigen Baumschwamms (Fomitopsis pinicola) und gilt als Nachfolgeart. Er ist ein Weißfäuleauslöser,[1][3] und gilt als Auslöser von Braunfäule.[3]
Gefährdung
Antrodiella citrinella ist sehr selten und wird auf diversen roten Listen aufgeführt.[7] Er wurde erst 2014 im Schwarzwald entdeckt.
Literatur
- Tuomo Niemelä, Leif Ryvarden: Antrodiella citrinella: a new polypore species. In: Karstenia. Band 23, 1983, S. 26–30 (PDF).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i Wolfgang Bachmeier: Zitronengelbe Tramete, Zitronengelbe Kleinsportramete. In: 123pilzsuche.de. 21. Juli 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ a b c Zitronengelbe Tramete Antrodiella citrinella, Wildnispark Zürich
- ↑ a b c d e Tuomo Niemelä, Leif Ryvarden: Antrodiella citrinella: a new polypore species. In: Karstenia 23: 26–30. 198. 18. Januar 1983, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ J. Ginns: New names, new combinations and new synonymy in the Corticiaceae, Hymenochaetaceae and Polyporaceae. In: Mycotaxon. Band 21, 1984. S. 326 (online).
- ↑ Seite des Parks
- ↑ Max Wieners, Anne Reinhard, Marc I. Förschler, Markus Scholler: The rare polypore Antrodiella citrinella and its special phenology in the Black Forest National Park (Germany). In: Journal of Biodiversity & Endangered Species. Band 4, Nr. 2, 2016, S. 1–5 (doi:10.4172/2332-2543.1000168).
- ↑ Detailseite Antrodiella citrinella beim Rote-Liste-Zentrum