Antonio Salamanca
Antonio Salamanca (Martinez de Salamanca; * 4. April 1478 in Salamanca; † 11. Juli 1562 in Rom) war ein spanischstämmiger Drucker und Händler von Druckgrafiken, Buchhändler und Bankier. Er spezialisierte sich auf spanischsprachige Literatur und Kupferstiche mit antiken Monumenten, religiösen Motiven und Porträts. Zu den für ihn tätigen Künstlern gehörten der Lothringer Nicolas Beatrizet und der Parmeser Enea Vico.
Leben
Der als Sohn von Gonzalo Martinez geborene Salamanca siedelte vermutlich 1505 nach Rom über. Um 1510 heiratete er die Römerin Sigismonda Viccarda (1494–1557), mit der er mindestens drei Kinder hatte: Maddalena, Francesco und Emilia. 1517 war er als Buchhändler im Bezirk Parione verzeichnet. Die Sebastiano del Piombo zugeschriebene Porträtzeichnung im British Museum in London stammt aus dieser Zeit.[1]
Anfangs konzentrierte sich der Buchhändler rein auf Druckwerke in kastilischer Sprache – von Fernando de Rojas’ Tragikomödie La Celestina über Gedichtsammlungen bis zu liturgischen Texten. 1530 trat er in den religiös-militärischen Orden der Ritter des Heiligen Petrus ein, was ihm Privilegien und Einkünfte garantierte. Ab den späten 1530er-Jahren investierte Salamanca zunehmend in die Produktion gedruckter Bilder. Durchschnittlich gab er jährlich drei bis vier Ausgaben heraus. Dank eines 1546 unterzeichneten Vertrags über den Verkauf eines Weinbergs lässt sich seine Werkstatt auf dem Campo de’ Fiori lokalisieren.[1]
Salamanca war mindestens von 1542 bis 1560 zudem als Bankier tätig. Als solcher wurde er 1546 in die Kongregation der Virtuosi al Pantheon aufgenommen, wo er bis 1551 verschiedene Positionen innehatte.[1]
Am 20. Dezember 1553 ging der mittlerweile 75-Jährige Salamanca eine Partnerschaft mit seinem größten Konkurrenten Antonio Lafreri ein. Die Verbindung bestand bis zu seinem Tod; sein Sohn löste sie etwa ein Jahr später auf. Salamanca wurde in San Lorenzo in Damaso beigesetzt. Die Francesco vererbten 635 Kupferplatten wurden nach dessen Tod 1585 zusammen mit einer Kupferdruckpresse an Camillo Agrippa aus Mailand und Giacomo Lauro aus Rom verkauft.[1]
Werk
Die ältesten datierten Stiche mit Salamancas Namen stammen aus dem Jahr 1538. Vermutlich hatte der Verleger etwa 150 vor dem Sacco di Roma 1527 von Marcantonio Raimondi, Agostino Veneziano, Marco Dente und Giacomo Caraglio gestochene Platten in den 1530er-Jahren erwerben können und dann mit seiner Adresse „Ant. Sal. exc.“ versehen. Seine Serie der antiken Monumente Roms begann er 1538 mit einem großformatigen Kupferstich von Girolamo Fagiuoli nach einem Entwurf des Architekten Domenico Giunti (Giuntalodi): einer Darstellung des Kolosseums.
Salamanca bevorzugte großformatige Darstellungen, setzte die Verwertung antiker Kunstwerke weiter fort und bereicherte das Repertoire durch sakrale Themen, Episoden aus dem Leben des Scipio Africanus, mythologische Motive, Porträts und die ersten kartografischen Arbeiten. Hierfür arbeitete er mit Kupferstechern zusammen, die erst kürzlich aus Frankreich oder Norditalien eingetroffen waren, wie Nicolas Beatrizet, Enea Vico und Giulio Antonio Bonasone.[1]
Werkauswahl
- 1538 Pantheon
- 1541 Kreuzigung; Karte von Algier
- 1542 Pasquino
- 1543 David und Abigail; Tod des Meleager
- 1543 Michelangelos Jüngstes Gericht (12 Platten)
- 1548 Tabula moderna Terrae Sanctae (Karte des Heiligen Landes)
- 1554 Grabmal Julius’ II.
- 1562 Mars („Pyrrhus“) im Portikus des Hauses von Massimo de’ Massimi, Erzbischof von Amalfi
- Von Antonio Salamanca verlegte Druckgrafiken
-
A. Veneziano nach Raffael: Venus und Cupido, 1516
-
A. Veneziano: Vase mit tanzenden Figuren, 1530
-
G. Fagiuoli: Pantheon – Seitenansicht, 1538
-
G. A. Bonasone: Neptuntempel, 1541
-
E. Vico nach Albrecht Dürer: Rhinocerus, 1542
-
E. Vico: Marc-Aurel-Säule und Obelisk, 1543/44
-
Anonymus, Tabula moderna Terrae Sanctae, 1548
-
Jacob Bos: König Pyrrhos I., 1562
Literatur
- Alessia Alberti: Salamanca, Antonio. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 89: Rovereto–Salvemini. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2017.
- Valeria Pagani: Documents on Antonio Salamanca. In: Print Quarterly. Band 17, Juni 2000, S. 148–153 (englisch).
- Sylvie Deswarte-Rosa: Les gravures de monuments antiques d’Antonio Salamanca, à l’origine du ‘Speculum Romanae Magnificentiae‘. In: Annali di Architettura. Band 1, 1989, S. 47–62 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Alessia Alberti: Salamanca, Antonio. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 89: Rovereto–Salvemini. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2017.