Antonio Rossetti (Komponist)

Antonio Rossetti (geboren 1744 in Mailand) war ein italienischer Dirigent und Opernkomponist.

Leben

Über das Leben dieses Komponisten ist nur wenig bekannt. Er wurde häufig mit anderen Musikern gleichen oder ähnlichen Namens verwechselt, von denen Ernst Ludwig Gerber in seinem Neuen historisch-biographischen Lexikon der Tonkünstler (1812–1814) insgesamt fünf identifizierte, darunter den bekannteren deutschböhmischen Komponisten Antonio Rosetti (Franz Anton Rösler) aus Wallerstein.[1] Gerber selbst geschah diese Verwechslung in der ersten Ausgabe seines Lexikons, indem er für letzteren angab, er sei um 1744 in Mailand geboren. Er korrigierte es zwar bereits in der nächsten Ausgabe, doch waren die fehlerhaften Angaben bereits von anderen Autoren übernommen worden und hielten sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz zum Wallersteiner Rosetti schrieb sich der Mailänder Komponist grundsätzlich mit zwei „s“. In der Literatur findet sich aber auch die andere Schreibweise.[2]

Werke

Antonio Rossetti komponierte einige Opern, die um 1780 in Venedig, Neapel und Mailand gespielt wurden:[2]

  • Olimpiade, dramma per musica; Libretto: Pietro Metastasio; 27. Dezember 1777, Mailand, Teatro Interinale.[3]
  • Il più bel dono inutile, dramma giocoso per musica; Libretto: Giovanni Bertati; Karneval 1779, Venedig, Teatro San Moisè;[4] daraus veröffentlicht: „Or che per te sospiro“, Duettino für Sopran und Tenor.[2]
  • I Quaqueri, dramma giocoso per musica; Libretto: Giovanni Bertati; Karneval 1779, Venedig, Teatro San Moisè.[5]
  • Il gran Cid, dramma per musica; Libretto: Gioacchino Pizzi; 12. Januar 1780, Neapel, Teatro San Carlo.[6] Am selben Tag wurde dort seine dreistimmigen Kantate mit den Rollen Apollo, Partenope und Ebone aufgeführt.[7]

Außerdem werden ihm einige Ballette zugeschrieben, die mit Opern anderer Komponisten kombiniert wurden:[2]

Die in Modena zusammen mit fünf Sinfonien des Wallersteiner Rosetti überlieferte Kantate Al sospirato lido und eine Missa pro defunctis könnten ebenfalls vom Mailänder Rossetti stammen. Denkbar ist seine Autorschaft auch bei der in Genua erhaltenen Arie „Oh portento, oh stupor“ aus der Oper Sogno di Rinaldo (Lucca 1778) und der Kantate Armide auf einen Text von Petro Benedetti.[2]

Einzelnachweise

  1. Horace Fitzpatrick: Antonio Rosetti. In: Music & Letters. Vol. 43, Nr. 3 (Juli 1962), S. 234–247 (JSTOR:731148).
  2. a b c d e f g h i Sterling E. Murray: The Rösler-Rosetti Problem: A Confusion of Pseudonym and Mistaken Identity. In: Music & Letters. Vol. 57, Nr. 2 (April 1976), S. 130–143 (JSTOR:734980).
  3. Olimpiade (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  4. Il più bel dono inutile (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  5. I Quaqueri (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  6. Il gran Cid (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  7. Cantata a tre voci (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  8. Il ritorno di Rinaldo presso Armida, o sia La vendetta di Armida vinta dall’amore (anonym) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  9. Columbo nell’Indie (anonym) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  10. Circe abbandonata (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  11. Il mercante di Smirne (Antonio Rossetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  12. Don Petro infante di Portogallo (anonym) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 30. Dezember 2025.