Anton Premsberger
Anton Premsberger (* 29. Juni 1924 in Fünfing bei Gleisdorf; † 26. März 2011 in Graz) war ein österreichischer Schlosser, Zentralbetriebsratsobmann von Waagner-Biro und Politiker (SPÖ).
Vom 6. April 1970 bis zum 18. Oktober 1986 gehörte er dem Steiermärkischen Landtag in vier Gesetzgebungsperioden an.
Leben und Wirken
Anton Premsberger wurde am 29. Juni 1924 als Sohn des Tischlergehilfen Anton Premsberger (* 7. Dezember 1899 in Graz;[1] † 4. Juli 1924 in Fünfing bei Gleisdorf[2]) und dessen Ehefrau Philomena (geborene Holzmeister; * 28. Juli 1903 in Wattenberg, Tirol;[3] † unbekannt) in Fünfing bei Gleisdorf und am 1. Juli 1924 auf den Namen Anton getauft.[4] Seine Eltern hatten am 4. Februar 1922 in Graz, geheiratet, wo beide zu dieser Zeit lebten.[5] Seine Großeltern väterlicherseits waren der Tischlermeister Alois Premsberger und dessen Ehefrau Maria (geborene Fahrenleitner).[1] Die Großeltern mütterlicherseits waren der Bauer und Grundbesitzer Josef Holzmeister und dessen Ehefrau Barbara (geborene Kirchmair).[3] Sein Vater erlebte noch seine Geburt, starb jedoch fünf Tage später im Alter von 24 Jahren an einer Tuberkuloseerkrankung.[2] Seine Mutter heiratete vier Jahre später ein zweites Mal und ging dabei am 29. Juli 1928 die Ehe mit dem Kellermeister Robert Friedrich Starzer (* 8. Mai 1901 in Graz; † unbekannt) ein.[6] Diese Ehe, aus der Halbgeschwister hervorgingen, wurde am 25. November 1949 geschieden.[6]
Nach abgeschlossener Schulausbildung absolvierte Premsberger, der stets den Familiennamen seines leiblichen Vaters beibehalten hatte, in Graz bzw. München eine Lehre zum Schlosser und wurde im Flugzeugbau tätig, ehe er in den Kriegsjahren (ab November 1941) in der Kriegsmarine der Wehrmacht diente. Nach Kriegsende war er ab 1946 für einige Zeit als Straßenbahnschaffner bei der Grazer Straßenbahn beschäftigt und wirkte ab 1948 wieder in seinem ursprünglichen Lehrberuf als Schlosser. Hierbei war er bei der Firma Juhász in Graz tätig, wo er 1949 zum Arbeiterbetriebsrat gewählt wurde. In ebendiesem Jahr heiratete er in erster Ehe am 12. November standesamtlich eine Maria Bauer in Graz. Im Jahr 1951 wechselte er zu Waagner-Biro, wo er ebenfalls soziales Engagement zeigte, nach zwei Jahren zum Arbeiterbetriebsratsobmann des Werkes gewählt wurde und bereits 1954 zum Zentralbetriebsratsobmann für Graz aufstieg.
Um diese Zeit übernahm er auch Interessensfunktionen in der Arbeiterkammer Steiermark, der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse, der Pensionsversicherungsanstalt und dem Zentralvorstand der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie. 1959 zog Premsberger erstmals in den Grazer Gemeinderat ein, dem er in weiterer Folge bis 1970 angehörte. Als Gemeinderat gehörte er dem Berufungsausschuss in Krankenfürsorgeangelegenheiten, dem Liegenschaftsausschuss und dem Wohnungsvergebungsausschuss als Mitglied an und trug dabei wesentliche Entscheidungen mit. Daneben war er Mitglied in zahlreichen weiteren Ausschüssen, darunter im Verwaltungsausschuss für die Stadtwerke Graz, für die städtische Bestattungsanstalt, im Wirtschaftshofausschuss, im Feuerwehrausschuss sowie in der gemeinderätlichen Personalkommission. Aufgrund seiner beruflichen und berufsständischen Erfahrung setzte er sich vor allem für den Ausbau und die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Graz ein.
Ebenfalls 1970 stieg er auch zum Zentralbetriebsratsobmann für die beiden Hauptstandorte von Waagner-Biro in Wien und Graz auf, wurde zudem zum Delegierten des Zentralbetriebsrates in den Aufsichtsrat gewählt und schaffte im Zuge der Landtagswahl in der Steiermark 1970 den Einzug als Abgeordneter in den Steiermärkischen Landtag, dem er daraufhin in vier aufeinanderfolgenden Gesetzgebungsperioden (VII., VIII., IX. und X.) angehörte. Als Landtagsabgeordneter übte er Funktionen im Finanz-, im Wirtschafts- und Raumordnungs- sowie im Kontroll- und Sozialausschuss und hatte zeitweise auch die Funktionen eines Schriftführers bzw. eines Ordners inne. Im Jahr 1981 erfolgte seine Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der Grazer SPÖ. Außerdem gehörte er neben seiner politischen Tätigkeit und seinem Wirken bei Waagner-Biro dem Fraktionspräsidium der Arbeiterkammer Steiermark an und war Vorsitzender der Bezirksleitung sowie Mitglied der Landesleitung der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie. Im ÖGB Graz fungierte er als Fraktionsobmann.
Im Laufe seines Lebens wurde Premsberger vielfach ausgezeichnet und geehrt. In Anerkennung seiner Verdienste um Waagner-Biro, die Stadt Graz und das Land Steiermark wurde ihm im Jahr 1988 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen. Nach einem Gemeinderatsbeschluss am 23. September 1999 wurde er bei einer Festsitzung am 22. Oktober 1999 zum Bürger der Stadt Graz ernannt.
Am 26. März 2011 starb Premsberger 86-jährig in Graz.
Weblinks
- Anton Premsberger auf RoteMark.at
- Anton Premsberger auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Graz
- Nachrufe – Sitzung des Grazer Gemeinderates vom 14. April 2011
- Stenografischer Bericht – 8. Sitzung des Landtages Steiermark – XVI. Gesetzgebungsperiode – 12. April 2011
Einzelnachweise
- ↑ a b Taufbuch Graz-St. Andrä, tom. XVII, fol. 31 (Faksimile), abgerufen am 10. Oktober 2025
- ↑ a b Sterbebuch Gleisdorf, tom. VI, fol. 764 (Faksimile), abgerufen am 10. Oktober 2025
- ↑ a b Taufbuch Wattens, tom. V, fol. 54 (Faksimile), abgerufen am 10. Oktober 2025
- ↑ Taufbuch Gleisdorf, tom. X, fol. 259 (Faksimile), abgerufen am 10. Oktober 2025
- ↑ Trauungsbuch Graz-St. Andrä Stadt und Land, tom. XVIII, fol. 57 (Faksimile), abgerufen am 10. Oktober 2025
- ↑ a b Trauungsbuch Gratwein, tom. VIII, fol. 41 (Faksimile), abgerufen am 10. Oktober 2025