Anton Kerze

Anton Kerze, eigentlich Anton Kerže (* 4. November 1919 in Wien; † 27. August 1996 ebenda), war ein österreichischer Fußballspieler und -trainer.

Leben und Karriere

Anton Kerze wurde am 4. November 1919 als uneheliches Kind der ledigen Näherin Hermine Kerže (* 23. Juli 1891 in Gaudenzdorf (ab 1. Jänner 1892 zu Meidling gehörend); † 28. Juni 1980 in Wien)[1] im Krankenhaus Wieden geboren und am 11. November 1919 auf den Namen Anton getauft.[2] Seine Großeltern mütterlicherseits waren der aus Krain stammende Gerbarbeiter Primus Kerže und dessen aus Mährisch Schönberg stammende Ehefrau Anna (geborene Hanel).[1][2] Seine Mutter lebte zur Zeit seiner Geburt in der Margaretenstraße 136 in Wien-Margareten.[2]

Seine Vereinskarriere als Fußballspieler begann Kerze in der Jugendmannschaft des FC Wien und kam über diese zum Margaretner AC. Am 21. März 1942 heiratete Kerze kirchlich in der Pfarre Meidling-Migazziplatz und standesamtlich ebenfalls in Meidling in erster Ehe eine Charlotte Maria Heller (* 10. April 1923; † 4. April 2012)[3].[1][2] Nur etwas über eineinhalb Jahre später heiratete seine mittlerweile 52-jährige Mutter in der Pfarre Wien-Penzing ebenfalls in erster Ehe einen Johann Lorenz Ráštica.[1]

Nachdem der nach Kriegsende hauptberuflich als Bundesbahnbeamter tätige Kerze ab etwa 1947 bei Red Star Wien gespielt hatte, wechselte er Anfang des Jahres 1949 kurzzeitig zur Heiligenstädter Sportvereinigung Wien (HSV Wien),[4] ehe er wieder zu Red Star Wien zurückkehrte. Danach spielte Kerze, der bis auf den Positionen des Torwarts und des Linksaußens auf sämtlichen Positionen eingesetzt wurde, einige Zeit mit dem Verein in der damals drittklassigen Wiener Liga, ehe 1950/51 der Aufstieg in die zweitklassige Staatsliga B gelang. In dieser wurde Kerze jedoch aufgrund eines breit aufgestellten Kaders[5] nur sporadisch eingesetzt. Vermehrt kam er in der Reserve von Red Star zum Einsatz.[6]

Nach einem fünften Platz 1951/52 belegte er im Endklassement der Spielzeit 1952/53 mit dem Klub den elften Platz und musste mit diesem zurück in die Drittklassigkeit. Kerze ging diesen Schritt jedoch nicht, sondern wechselte zum Aufsteiger aus der Landesliga Steiermark, den ASV Seegraben.[7] Bei der Werksmannschaft des Bergbaus Seegraben in Leoben wurde er vom Spielertrainer Leopold Auner in mindestens 20 Meisterschaftsspielen in der zweithöchsten österreichischen Fußballliga eingesetzt, wobei ihm fünf Tore gelangen. Nach einer Saison im Profifußball ging es für die Obersteirer als Letzter der Staatsliga B wieder zurück in die drittklassige steirische Landesliga. Kerze verließ den Verein gleich darauf und wechselte zum Badener AC,[8][9] bei dem er zumindest in der Saison 1954/55 als Spielertrainer in Erscheinung trat.[10] Danach schloss er sich dem SV Heid Stockerau an, einem der Vorgängervereine des heutigen SV Stockerau. Für diesen war er ebenfalls als Spieler und Trainer tätig.

Über weitere Stationen Kerzes ist nichts Näheres bekannt. Zumindest Mitte der 1970er Jahre fungierte er einige Zeit als Trainer des SR Donaufeld Wien.

Als Spieler wurde der vielseitige Kerze dreimal in Auswahlteams berufen und errang während seiner aktiven Zeit sowohl mit dem Margaretner AC als auch mit Red Star Wien Meisterschaftsmedaillen.

Am 27. August 1996 starb Kerze 76-jährig in Wien und wurde am 11. September 1996 am Südwestfriedhof im Grab seiner Mutter beerdigt (Gruppe 65, Reihe 5, Nummer 1).[11][12]

Literatur

  • NÖFV (Hrsg.): Niederösterreichisches Sportlexikon. Eigenverlag, Wien 1955, S. 158 (redigiert von Leo Schidrowitz).

Einzelnachweise

  1. a b c d Taufbuch Wien-12., Meidling, tom. XL, fol. 332 (Faksimile), abgerufen am 22. September 2025
  2. a b c d Taufbuch Wien-04., St. Elisabeth, tom. 32, fol. 106 (Faksimile), abgerufen am 22. September 2025
  3. Charlotte Maria Hellers Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 22. September 2025
  4. Wiener Freundschaftsspiele. In:  Die Zeitung mit dem Kürzel „wmu“ wird von dieser Vorlage (noch) nicht unterstützt. Bitte diesen Fehler hier melden – am besten mit dem Link zu einer Seite, wo dieser Fehler angezeigt wird, sowie dem möglichst vollständigen Zeitschriftentitel, der fehlt! , 17. Jänner 1949, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wmu
  5. Die Spielerkader der Staatsliga B. In: Arbeiter-Zeitung, 18. August 1951, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/aze
  6. Sportklub gibt Rätsel auf. In: Weltpresse. Unabhängige Nachrichten und Stimmen aus aller Welt / Weltpresse, 13. März 1953, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  7. Melchior III – Stopper bei VSV. In: Neues Oesterreich/Neues Österreich. Organ der demokratischen Einigung, 14. August 1953, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nos
  8. Stojaspal II als Gast beim Badner AC. In: Neues Oesterreich/Neues Österreich. Organ der demokratischen Einigung, 18. August 1954, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nos
  9. Äthiopien – Badner AC.. In: Weltpresse. Unabhängige Nachrichten und Stimmen aus aller Welt / Weltpresse, 20. August 1954, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  10. Sport – Fußball – Veränderungen beim BAC.. In: Badener Zeitung, 21. August 1954, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt
  11. Anton Kerzes Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 22. September 2025
  12. Hermine Rasticas Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 22. September 2025