Anton Jungnitz
Longinus Anton Jungnitz (* 10. August 1764 in Hermannsdorf, Herzogtum Schweidnitz-Jauer; † 26. Juni 1831 in Breslau, Provinz Schlesien) war ein deutscher Astronom, Physiker, Geistlicher und Hochschullehrer.
Leben
Jungnitz absolvierte das Gymnasium in Liegnitz, bevor er an der Universität Breslau studierte. Er trat in das Katholische Schulinstitut ein und wurde 1787 nach Wien geschickt, wo er unter Maximilian Hell an der Universität Wien zwei weitere Jahre dem Studium der Astronomie widmete. Nach seiner Rückkehr 1789 empfing er die Priesterweihe.
Jungnitz erhielt 1789 eine Professur für Astronomie und Physik an der Universität Breslau. Von 1801 bis zu deren Auflösung 1810 war er Mitglied der Schulendirektion in Breslau, ab 1809 bis zu dessen Auflösung 1811 auch Kanoniker des Kollegiatstifts Heilig Kreuz zu Breslau. Im akademischen Jahr 1815/1816 stand er der Universität als Rektor vor. Nach seinem Tod hinterließ er seine Instrumentensammlung der Sternwarte im Mathematischen Turm der Universität Breslau, die er selbst 1790 dort eingerichtet hatte.
Werke (Auswahl)
- (Übersetzung): Maximilian Hell: Drey neue Sternbilder, die als ewige Denkmäler, am gestirneten Himmel errichtet werden sollten, Trattnern, Wien 1789.
- Beobachtung einer totalen Mondsfinsterniss und Methoden dergleichen Beobachtungen anzustellen, Breslau 1790.
- Aphorismen Von Der Lehre Über Die Electricitaet, Breslau 1796.
- Grundriss der Naturlehre zum Gebrauch für Vorlesungen, 3 Bände, Barth, Breslau 1804–1806.
Literatur
- Jungnitz, Anton Longinus. In: Johann Christian Poggendorff: Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften, Band 1, Barth, Leipzig 1863, Sp. 1213.
- Karl Christian Bruhns: Jungnitz, Anton Longinus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 733.